Ausgabe 1/2001   Jan. / Feb.


Verliert die Bahn weitere Kunden?

Sollte die Bahn an ihrem Vorhaben festhalten, die Fahrradmitnahme einzuschränken, wird sie weitere Kunden verlieren. Damit entgingen der Bahn jährliche Umsätze in Millionenhöhe. Darauf wies jetzt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hin.

Radfahrer gehören zu den besten Kunden der Bahn: Bei den etwa 600.000 Fahrten mit Fernverkehrszügen pro Jahr legen sie längere Strecken zurück als durchschnittliche Kunden. Darüber hinaus nehmen radfahrende Kunden die Bahn auch ohne Fahrrad häufiger in Anspruch als andere. Der wirtschaftliche Nutzen der Fahrradmitnahme für die Bahn sei deshalb sehr hoch zu bewerten, so der ADFC. "Jede Einschränkung der Fahrradmitnahmemöglichkeiten" so ADFC-Bundesvorsitzender Wolfgang Große, "führt dazu, dass Bahnkunden verärgert auf Auto, Bus oder Flugzeug umsteigen."

Das große Potential des Fahrrades zeigt sich auch im Fahrradtourismus: Zwischen 1995 und 1998 stieg laut ADFC die Zahl der Urlaubsradler um 15 Prozent. Mehr als 40 Prozent aller deutschen Urlauber haben im letzten Jahr das Fahrrad genutzt. Und: Der jährliche Umsatz im Fahrradtourismus in Deutschland beträgt etwa zehn Milliarden Mark. Keine andere Urlaubsaktivität weist so hohe Zuwachsraten auf. Diese vielen Millionen Urlauber sind auf die Bahn angewiesen, um mit ihrem Fahrrad an ihren Urlaubsort zu gelangen. Ist dies in der Bahn nicht mehr möglich, werden auch Tourismusregionen herbe Verluste erleiden.

Nach den Plänen der Bahn wird es mit der Umstellung von herkömmlichen Zügen wie IC, EC oder IR auf ICE künftig im Fernverkehr der Deutschen Bahn kein Angebot mehr für Radfahrer geben. Der ADFC fordert Dr. Franz, Vorstand der DB Reise & Touristik AG, auf, die Bedürfnisse der Kunden nicht zu ignorieren und weiterhin dauerhaft Fahrradmitnahme im Fernverkehr zu ermöglichen.

Weitere Informationen zu Fahrrad & Bahn und eine Chronologie der Fahrradmitnahme gibt es im Internet auf der Website des ADFC-Mitgliedermagazins Radwelt unter www.radwelt-online.de .

Pressemitteilung des
ADFC Bundesverbandes

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