Ausgabe 1/2001   Jan. / Feb.


Mitnichten Mitnichten

Liebe Redaktion, lieber Harald Braunewell,als regelmäßiger und begeisterter Leser der frankfurt aktuell (der häufige Aufenthalt in Frankfurt macht dies auch einem Saarbrücker ADFC-Mitglied möglich), möchte ich das letzte Heft kommentieren bzw. ergänzen:

Zum "Kleinen ABC der großen Radfahr-Irrtümer":

Rennlenker dienten einzig und alleine dazu, den Luftwiderstand zu senken.

Mitnichten: Auch wegen der Möglichkeit, 4 verschiedene Griffpositionen einzunehmen (wobei wir das Freihändigfahren mal außen vor lassen wollen), ist diese Lenkerform gerade auch bei Tourenfahrern sehr beliebt (die dann auch nicht von Renn- sondern von C-Lenkern sprechen). Die 4 Positionen sind (von den Enden zur Lenkermitte) 1. die Rennposition, 2. Hände am Körper der Bremshebel, 3. Hände am oberern Rohr des Lenkers, wo es schon längs zur Fahrtrichtung verläuft, 4. dito am Querteil. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Positionen wird bei längeren Fahrten als angenehm und entlastend empfunden. Er verhindert u.a. Verspannungen im Schulterbereich. Die bei MTBs eingeführten Hörnchen machen sich dieses Prinzip übrigens zunutze, sie erlauben allerdings in der Standardversion nur 2 Positionen. Zuletzt sei noch angemerkt, dass auch der Alltagsradler in schnelleren Bergabpassagen und bei starkem Gegenwind um jede Reduktion der Windangriffsfläche dankbar ist . . .

Antwort Harald:

Vielen Dank für deine freundliche Zuschrift, die ich erst heute beantworten kann, da ich zwischendurch ganztägig unterwegs war:

"Selbstverständlich hast du recht, dass die Griffpositionsmöglichkeiten bei meinem Lenkerform-Vorschlag sehr stark eingeschränkt sind - aber Umgreifen zwecks Lösung von Verspannungen oder 'Aufwecken' eines 'eingeschlafenen' Handgelenks ist ja auch gar nicht mehr nötig, weil die Handgelenkhaltung eben gerade so normal wie immer ist: sozusagen wird der herunterbaumelnde Unterarm um 90 Grad (ohne Drehung im Ellbogen!!) nach oben abgewinkelt und so fahre (nicht nur) ich unangefochten stundenlang... Und: selbstverständlich nutze ich auch die Reduktionsmöglichkeit durch Herunterducken auf den Lenker beim schnellen Bergabfahren - das geht (fast) genausogut wie durch das Umgreifen - und solche 40-km-Abfahrten wie vom Mont Ventoux oder dem Iseran sind bei uns ja eher selten."

Natürlich ist übrigens auch der Rollwiderstand von schmalen Rennreifen geringer als derjenige von Breitreifen, wobei der entscheidende Punkt der ist, dass Rennreifen sich ungleich stärker aufpumpen lassen (12 Bar und mehr versus vielleicht 4 Bar bei Breitreifen). Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil von schmalen Reifen liegt in ihrer geringeren Windangriffsfläche. Die (implizite) Empfehlung, profillose Reifen zu verwenden, würde ich für den Alltagsradler, der nicht nur über sauberen Asphalt fährt, sondern vielleicht auch mal ein paar schlammige oder sandige Abschnitte im Park oder im Wald befahren will, übrigens so auch nicht abgeben.

Antwort Harald:

"Für den Vergleich von Abhängigkeiten gilt, wie du sicher weißt, dass immer nur eine verändert werden darf, also z.B. bei gleicher Aufstandsfläche, gleichem Luftdruck, gleichem Profil, gleichem Reifengewicht, gleichem was immer auch sonst noch wirksam sein könnte, kann dann der Einfluss der Reifenbreite Gegenstand der Untersuchung sein... und da ist halt nun mal der breite Reifen im Vorteil, hingegen in bezug auf den Luftdruck bei gleichen anderen Variablen der schmale. Worauf es ankommt, ist, bei der Abhängigkeit von so vielen Variablen, welche Variable(n) überwiegend das Messergebnis beeinflussen, und das ist manchnal dann doch überraschend. Der Hinweis auf die Slicks richtete sich eher an den Straßen-Tourenfahrer mit der Generalkarte im Reisegepäck, der sich scheut, selbst glatte, wasserdurchlässige Pisten zu befahren, als an den Offroader, dem bekannlich Verbundsteinpflaster als angenehme Begleitmusik erscheinen mag..."

Noch eine Anmerkung zu dem Artikel Tourenplanung im Internet mit der Bahn: Nach meiner Erfahrung sind Reisebüros nur mäßig informiert, was Fahrradbeförderung in der Bahn angeht. Auch auf den Bahnhöfen habe ich schon manche unzutreffende Auskunft erhalten. Wesentlich besser ist die Fahrradhotline der Bahn (01803-194194). Z.B. hatte nur sie es geschafft, bei meiner letzten Rückfahrt aus der Schweiz eine Reservierung vorzunehmen. Die anderen hatten (da sie nicht den Trick kannten, dass man eine modifizierte Zugnummer angeben muß - warum das so ist, wissen vermutlich auch nur die Fahrplangestalter) unzutreffenderweise ausgebucht herausgefunden.

Noch ein Hinweis zur Benutzung der Auskunft im Internet: Bei Orten mit Autokennzeichen kann man dieses eingeben, wenn man den Hauptbahnhof meint, also z.B. F statt Frankfurt(Main) Hauptbahnhof.

Viele Grüße

Jan Messerschmidt

Antwort Harald:

"Vielen Dank für diese wertvollen Hinweise. Ich hoffe, sie werden im nächsten frankfurt aktuell allen zugänglich gemacht werden."

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