Ausgabe 4/2001   Juli/August

Schienenquerung verliert ihren Schrecken
VGF saniert U-Bahnübergang Krautgartenweg

Lange Jahre war er der Schrecken aller Radfahrer, die ihn passieren mussten – der weder durch Schranken noch durch Blinklichter gesicherte Bahnübergang über den Krautgartenweg zwischen Heddernheim und Niederursel. Die Gleise der U-Bahn schneiden die Fahrbahn in spitzem Winkel und wegen der Kurvenlage stark überhöht. Vor allem bei Nässe stürzten unerfahrene Velolenker gleich reihenweise. In schöner Regelmäßigkeit hatte das Thema den Ortsbeirat 8 und die zuständigen Stellen seit 1995 beschäftigt. Herausgekommen waren letztlich nur Schilder, die zum Absteigen aufforderten.
Auf Initiative des ADFC fand am 13. Dezember letzten Jahres ein erneuter Ortstermin mit Verantwortlichen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) statt. Klaus Gierse, Leiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur/Fahrweg war persönlich gekommen und er entschied noch vor Ort: Was mit vertretbarem Aufwand machbar ist, wird gemacht. Wir bringen das in Ordnung!
Schon wenige Monate später konnte er nun Vollzug melden: Die Mitarbeiter der VGF haben die zweifellos schwierige Aufgabe vorbildlich gelöst. Zwar muss man noch immer aufpassen, dass man nicht in die Schienen gerät, das liegt in der Natur der Sache, aber die gefährlich hochstehenden Schienenköpfe, die vor allem dafür verantwortlich waren, dass bei Nässe immer wieder Radfahrer wie vom Blitz getroffen zu Boden gingen, sind nun wesentlich besser eingebettet in die Asphaltdecke und dadurch gut entschärft. Auch der Zaun an der alten Laderampe, der den schnellen Blick auf die aus Richtung Niederursel herannahenden Züge erheblich behinderte, wurde bei der Gelegenheit entfernt.
So weit, so gut und bis hierhin vielen Dank an die VGF für die keineswegs selbstverständliche Bereitschaft zur schnellen Problemlösung.
Alles in Butter also?
Noch nicht ganz:

  • Das wuchernde Grün des jungen Sommers legt weitere Schwachstellen frei, die bei dem winterlichen Ortstermin so nicht auf Anhieb erkennbar waren Die Flächen der beiden Verkehrsspiegel waren schon jetzt, Ende Juni, zur Hälfte von den Ästen des umschließenden Gebüschs ausgefüllt und die Sicht dadurch erheblich eingeschränkt.
  • Von Niederursel her kommend, wird die rechtzeitige Sicht auf die stadtauswärts fahrenden Züge durch die tiefhängenden Äste eines am Rand stehenden Baumes stark beeinträchtigt.
  • Die Verkehrsspiegel sind nicht plan, sondern zur Vergrößerung des sichtbaren Bereichs stark gewölbt. Aus dem Blickwinkel eines Radfahrers, der sich den Schienen nähert, erscheint der herannahende Zug nicht in der Mitte des Spiegels, sondern ganz am Rand in dem Bereich mit den größten Verzerrungen, was die schnelle Erfassung der Situation sicher nicht begünstigt.
  • Hier sollte noch nachgebessert werden. Am besten so, dass das Problem nicht in jeder Wachstumsperiode erneut auftaucht. Abschließend könnten dann die vor einiger Zeit angebrachten Hinweisschilder, die die Radfahrer zum Absteigen auffordern, entfernt und gegebenenfalls durch einen fahrradfreundlicheren Hinweis auf die Gefahrensituation ersetzt werden.

Die weiteren Aussichten: Der Krautgartenweg ist Teil einer in der Radverkehrskonzeption Frankfurt am Main festgelegten Fahrradroute zwischen Alt-Eschersheim und Niederursel, deren Bedeutung durch den schnellen Ausbau im Bereich des Mertonviertels und des Riedbergs in den nächsten Jahren mit Sicherheit stark zunehmen wird. Am sichersten wäre zweifellos die Installation von Warnblinklichtern. Bislang scheut man diese Ausgabe wohl mit Hinweis auf die geringe Verkehrsdichte. Wir werden darauf dringen, dass hier mittelfristig eine Lösung mit Zukunft angegangen wird.

Fritz Biel

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