Bedeckter Himmel, aber trocken, lässt uns auf die Räder hocken.

Berlin – Kopenhagen, 11. – 24. Juli 2004. Ein Reisegedicht in zwei Teilen

P R O L O G

Die Tour beginnt mit Schwierigkeiten!

Sechs sind nicht am Zug beizeiten.

Weil Triathlon in Frankfurt war

sind sie zur Abfahrt nicht gleich da.

Eine Stunde später gekommen,

haben alle vom Bus ihr Fahrrad genommen.

1. Tag Berlin - Hennigsdorf

Beim Start blieb gleich ein Rad zurück,

also fuhr Hansjörg zwei Stück.

An der Siegessäule stand Roland.

Über Frankfurt wurde das uns erst bekannt.

Im Tiergarten Stop unter Bäumen,

Marlits Picknick nicht zu versäumen.

Brandenburger Tor, Unter den Linden,

für Dianas Fotos woll’n wir alles finden.

 Durch Schrebergärten war der Hit!

Wir nehmen sie im 16 Schnitt.

Und wenn wir nach links hin schaun,

grüßt der Kanal über den Zaun.

Der Heiligweg unter Bäumen ging

ohne Sand. Das war mein Ding!

Steil fuhr es kurvig übers Wasser,

da gab es in der Gruppe keine Raser.

Heute schon der erste Platten,

als wir noch gar nicht viele Kilometer hatten.

 

2. Tag Hennigsdorf – Burgwall

Um 9 gestartet, gleich bei Regen.

Für die Natur okay, ein Segen.

Doch für uns, zum Fahrrad fahren?

Nass bis auf die Haut wir waren.

Außen Regen, innen schwitzen,

bis trocken wir in Burgwall sitzen.

 

Was hat es sonst heute gegeben?

Uns’re Tour war voller Leben!

Mit 20 ging es auf und nieder,

dann hatte uns der Waldweg wieder.

Sandig, kurz, doch festgefahren,

wir wieder am Kanale waren.

Und erst im Wald die Fahrradstraße!

Asphaltiert. Gerade. Klasse!

Dann ein Platten, Nummer zwei.

Kaputte Brille war heut auch dabei.

 

Am Kanal die Mittagsrast,

wieder bei Marlit zu Gast.

Der Wind schiebt Wolken vor sich her,

nachmittags regnet es nicht mehr.

Optik Zehdenik, nach kurzer Weile,

macht die Brille wieder heile.

Kurz im Klostergarten gehen.

Das Museum Ziegelei noch sehen.

 

Zwischen zwei Seen der Birkenwald,

sein helles Grün ist noch nicht alt,

hat der Chronistin sehr gefallen,

auch wegen warmer Sonnenstrahlen.

 

3. Tag Burgwall – Neuglobsow

Es ist nasskalt, wie gestern, heute.

Um 9 startet die Radfahrmeute.

Der Herrgott schickt, grad wie im Zorn,

kräftig kalten Wind von vorn.

Am Denkmal Königin Luise

halten wir im Wald, nicht auf der Wiese.

In Dannenwalde lachend gucken

die meisten zu beim Kernweitspucken!

Auf der Fahrradstraße keine Jause,

aber große Pinkelpause.

Es wurde warm, die Sonne schien.

Lachend, leicht, geht es dahin,

bis zum Picknick, in dem Ort

mit Weihnachtspostamt: Himmelpfort.

 

Besuch des Frauenlagers Ravensbrück.

Nach einer Stunde waren alle gern zurück.

Beim Start in Ravensbrück der Schauer

war heftig, doch von kurzer Dauer

Und in der Heide, auf dem Hochplateau,

macht strahlend heller Himmel wieder froh.

Kurz vor dem Ziel noch mal ein Schauer!

Auch heftig und von kurzer Dauer.

 

In Neuglobsow halten wir,

nehmen am Stechlinsee Quartier.

Hansjörg bietet die Runde mit dem Rad,

einige gehen zu Fuß den Pfad.

Abends, im Hotel beim Essen,

sind Wetterunbilden vergessen.

 

4. Tag Neuglobsow - Waren a.d. Müritz

Bedeckter Himmel, aber trocken,

lässt uns auf die Räder hocken.

Auf neu gemachten Fahrradstraßen

wir zu Beginn nach Strasen rasen.

 

Ein schöner Waldweg nimmt uns auf,

steil hinunter, steil hinauf.

Ein Baumstamm grüßt als Krokodil.

Die Variante hatte Stil!

 

Selten, aber wohlbekannt,

stehn Mohnblumen am Wegesrand.

 

Die Sonne schickt, uns zu Gefallen,

erste warme Sonnenstrahlen.

Demnitzer Schleuse. Fleether Mühle.

Es radelt sich in angenehmer Kühle.

Am Schloss Mirow Picknick im Park,

das macht uns für die Resttour stark.

Von vorne links kräftiger Wind,

als wir neben der Chaussee gefahren sind.

 

Beim Weiterfahren, Radlers Wonne,

scheint die ganze Zeit die Sonne!

Nachmittags das gleiche Spiel:

Wind halb links, kräftig und viel.

Nach Boek die Abfahrt ließ uns lachen,

am Weg die blauen Kerzen Freude machen.

Am Weizenfeld die bunte Zier.

Korn- und Mohnblumen wohnen hier.

Mohn – Käse – Pflaumen – Kirschen – Kuchen,

Schwarzwälder Torte zu versuchen,

kehren wir im Café ein.

Ein Eis als Nachtisch ging auch noch hinein.

Bedienung fragt ...gehört der auch dazu,

der draußen schläft zur Mittagsruh?..

 

Naturschutzgebiet mit Waschbrettstraßen,

die wir bei der Natur ganz schnell vergaßen:

Seerosenwasser rechts vom Birkenhain,

links schweift das Auge weit ins Land hinein.

Einen flotten Schnitt sind wir gefahren,

bis wir um 17 Uhr in Waren waren.

 

5. Tag Waren a.d. Müritz - Groß Breesen

Wieder so ein dunkler Morgen.

Langsam machen wir uns um den Sommer Sorgen.

Doch wird es besser, als gedacht:

Wir starten und die Sonne lacht.

Das Volksliedgut in unserem Sinn,

radeln singend wir dahin.

Für Diana, zwei und drei

Englisch-Lieder waren auch dabei.

Kilometerlang der Wald,

wo Waldarbeiters Säge schallt,

erst freundlich hell mit Birken,

später die Fichten dunkler wirken.

Das kurze Stück mit Sand darin,

kriegen wir auch radelnd hin.

Ein Mann stürzt, verletzt die Beine.

Die Krankenschwester macht die Wunden reine.

Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

ist die reine Augenweide.

Die Sonne bleibt den ganzen Tag uns treu,

scheint zwischen Wolken immer wieder neu.

 

Am Weg Mecklenburgs älteste Buche!

In Krakow am See gibt es Kaffee und Kuche.

Die Synagoge ist Kulturhaus im Ort.

Jüdische Menschen sind hier alle fort.

Am Ziel, im Bücherhotel, viele Zeilen.

Hier würden wir gerne länger verweilen.

 

6. Tag Groß Breesen - Rostock

Wieder der bedeckte Himmel!

Unser Blick kriegt langsam Schimmel!

Die Luft ist milde, als wir starten,

und einen schönen Tag erwarten.

Im Haus der Stille in Bellin

Wandmalerei in christlichem Sinn.

Der nasse Weg hält uns auf Trab,

hügelauf und hügelab,

bis Güstrow, ins Skulptur-Museum,

Barlachs Arbeit. Seht euch um!

Anregung aus der Menschen Leben

können die Plastiken geben.

Trutzig steht der Güstrower Dom

seit zwölfhundertsechsundzwanzig schon.

 

Beim Picknick scheint die Sonne offen.

Das lässt auf warme Tage hoffen.

Buchsbaum die Lavendelblüten

Beet für Beet rundum behüten.

Am Kanal der Treidelpfad

es kilometermäßig in sich hat.

An des Weizenfeldrandes Fülle

leuchten Korn-, Mohnblumen und Kamille.

 

7. Tag Rostock -- Nyköbing

In Rostock, der letzten deutschen Stadt,

die Stadtführung unheimlich Spaß gemacht hat.

Rostocks Name slawisch ist,

sich an der Flussverbreiterung misst.

Die ‚Stolze‘ ist auch die Stadt der Sieben,

weil vieles siebenmal geblieben:

Landmarken, Glocken, Landungsstege,

Stadttore, Ratstürme, Straßenwege.

 

Wanderburschen suchten nicht lange,

streicheln Johannes, am Rathaus,

            die Schlange.

In der Marien-Basilika

ging es lebhaft zu, denn da

gibt es das Kalendarium.

Die Präzision haut alle um!

Die astronomische Uhr oben drüber,

bringt seit 500 Jahren die Zeit korrekt rüber.

 

Die Uni. Das Kloster. Die Führung vorbei.

Beeilt euch, die Fähre geht schon um zwei!

Segelschiffe am Hafen noch gesehen,

ehe wir zur Fähre nach Dänemark gehen.

Das Gelände riesig, wir hatten uns verfahren,

bevor wir doch am Picknickauto waren.

Die Sonne knallt vom Himmel warm,

bräunt Rücken, Schulter, Gesicht und Arm.

Im Schiffsbauch standen die Räder still.

Ein jeder geht, wohin er will.

Am Sonnendeck waren die Plätze rar.

Zwei Stunden. Gedser. Wir sind da!

Fortsetzung folgt (viel Spass!)

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