AG Klaunix/Codierung - die ganze Geschichte...

Die zaghaften Anfänge

Die AG Codierung, kurz AG Klaunix genannt, besteht seit 1995. Sie dürfte vermutlich das älteste Codierteam im gesamten ADFC sein. Angestoßen wurde ihr Entstehen durch einen Zeitungsbericht, in dem die Friedberger Polizei ihr FEIN-System der Öffentlichkeit vorstellte. FEIN steht für "Friedberger Eigentümer-Identifikations-Nummer", weil die Friedberger Polizei ein von der Bergisch Gladbacher Polizei entwickeltes System der Diebstahlsicherung nochmals verbesserte und propagierte. Es hat sich dann bundesweit durchgesetzt, obgleich sich einige Varianten daneben tummeln.

Die Idee kam auch bei uns an. Ein Antrag an die Kreisversammlung, die für die Anschaffung der Codierutensilien notwendigen Finanzmittel locker zu machen, wurde diskutiert und abgelehnt, weil das Produkt wenig Erfolg versprechend sei. Darauf kaufte der Antragsteller das Gerät aus eigener Tasche, und mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher gelang es ihm, binnen eines Jahres erste Überschüsse zu erzielen. Rolf Weidenhammer, ein Feinmechaniker von Beruf und Codierer der ersten Stunde, hatte der Truppe das notwendige Know-how beigebracht. An dieser Stelle sei ihm herzlichst gedankt.

Zum Problem wurde, dass kein geeigneter Raum zur Verfügung stand, in dem regelmäßig Aktionen stattfinden konnten. Die Vermieterin des damaligen Infoladens in der Berger Straße fürchtete Beschädigungen durch Rad fahrendes Publikum und untersagte es. So blieb nur noch der Bastelkeller in der Neuen Nikolai-Kirche, jeweils Samstags ab 15 Uhr, wenn nicht gerade zu gleicher Zeit eine Trauung lief. Der Zuspruch der Kundschaft hielt sich dort in engen Grenzen, das alte Codierteam fiel unter diesen Bedingungen auseinander.

Nach einigen Jahren Dahindümpelns erboten sich mehrere Teilnehmer bei einer ADFC-Tour rund um Bamberg spontan, ein neues Codierteam zu bilden, und diese Kerntruppe ist nach vielen Jahren noch immer mit an Bord.

Das neue Konzept

Wir boten Fahrradläden an, Codieraktionen vor ihren Geschäften durchzuführen, wenn sie ihre Kundschaft entsprechend darauf einstimmen. Erst zögerlich, dann mit immer mehr Interesse nahmen die Händler das Angebot an, und der Erfolg gibt ihnen und dem ADFC Recht.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nicht nur finanziell profitiert der Verein, sondern auch durch unsere publikumwirksamen Auftritte. Neugierige Fragen der Zuschauer beantworten wir freundlich und kompetent, und viele Leute haben sich bei unseren Aktionen spontan zum Eintritt in den ADFC entschlossen.
Auch von Firmenseite kommen immer mehr Anfragen, ob wir an Ort und Stelle die Räder ihrer Belegschaft codieren würden. Gelegentlich bitten uns ADFC-Kreisver-
bände, sie bei ihren Aktionen zu unterstützen bzw. in die Technik einzuführen. Gerne würden, aber nicht immer können wir, weil viele aus unserem Team noch im Berufsleben stehen.

Was bringt die Codierung?

Danach werden wir von Zweiflern immer mal wieder gefragt. Wir können durch handfeste Beispiele nachweisen, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Manches Rad konnte kurze Zeit nach Sicherstellung dem Eigentümer zurückgegeben werden, sogar, wenn die Codierung über ein Jahrzehnt zurücklag, der Besitzer gewechselt hatte oder noch gar keine Verlustanzeige erstattet war. Als Experten in Sachen Codierung werden wird auch von Polizeidienststellen aus der gesamten Republik kontaktiert und konnten viele Fälle klären, wo deren Latein bereits am Ende war.
Über einige spektakuläre Fälle berichten wir hier.

Wie geht es weiter?

Das Alter macht auch vor uns nicht Halt. Daher suchen wir Menschen, die mittelfristig an unsere Stelle treten und diese sehr sinnvolle Tätigkeit fortsetzen. Die Stimmung ist gut, selbst wenn uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, die Motivation hoch, die Tätigkeit zwar anstrengend, aber dennoch interessant, weil wir immer mit sehr unterschiedlicher Kundschaft in Kontakt und ins Gespräch kommen. Durch rotierende Besetzung schaffen wir es, die Anzahl der Einsätze für die einzelnen Aktiven in einem erträglichen Rahmen zu halten. Hätten wir aber noch mehr Helfer, so könnten wir den einen oder anderen angefragten Termin eben auch noch stemmen. Schön wär's.

Die Einarbeitung geschieht während der Aktionen. Was gibt's zu tun? Einerseits sind die Codieranträge zu bearbeiten und andererseits die eigentliche Gravur vorzunehmen. Manche beherrschen nach und nach beides. Es ist erlernbar, mit dem Graviergerät umzugehen, die Arbeit verlangt aber volle Konzentration und eine sichere Hand. Jede Codieraktion verbessert die nötige Erfahrung.

Wer in unserem Team mitmachen möchte oder einfach mal reinschauen und erst mal hospitieren möchte, wendet sich bitte an:
Dieter Werner, Tel. 069/95 908 898
E-Mail: klaunix [..ät] adfc-frankfurt [dot] de

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