Frankfurt bei Nacht

Großer ADFC-Event am Fr. 6.8.2010, 20:30 Uhr in die Frankfurter Unterwelt

(von W. Buthe, beliebiges Bild anklicken: Slideshow startet)

 Startpunkt Römerberg

Der Start am »Radlerberg«

An dem og. Freitag war es wieder soweit: Frankfurt bei Nacht ging in die dritte Runde. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren lud der ADFC wieder zu seiner geheimnisvollen Nachtfahrt, bei welcher schon immer mit Überraschungen zu rechnen war. Den Römerberg verwandelten dieses Mal fast 140 Radler aus aller Herren Länder in einen "Radlerberg", um zu erleben, wo man sie nun wieder würde hinführen und auf welchen dunklen und geheimnisvollen Wegen mit Überraschungen zu rechnen wäre. Das Thema 2010 war erstmals die Frankfurter Unterwelt und auch alle   vorherigen Ankündigungen dazu ließen extrem viel Spielraum für Spekulationen. So blieb es nicht aus, daß neben den Tourteilnehmern auch die anwesenden Honorationen der Stadt Frankfurt (z. B. vom  Radfahrbüro Frankfurt)  und die Presse (z. B.  Frankfurter Rundschau  und Neue Presse) sehr gespannt auf die kommenden Stunden war.

 In den Katakomben der Stadt

Den Dingen auf den Grund gehen

Zunächst ging es Richtung Niederrad, wo man das erste mal in die Frankfurter Unterwelt abtauchte, denn es öffneten sich, eigens für diese Nacht und nur für diese Gruppe, die Tore zu der historischen Klärbeckenanlage, die 1887 in Betrieb ging und die erste Anlage dieser Art im damaligen Reichsgebiet war. Hr. Weil von der Stadtentwässerung Frankfurt erklärte fundiert und ausführlich, was es früher und heute zu diesem Teil der Frankfurter Unterwelt zu wissen gilt. Es wurden die vielen technischen Anlagen bestaunt, die, damals fortschrittlich, bis immerhin 1960 ihre Dienste verrichteten. Weitere Einblicke zu dieser historischen Anlage gibt es  hier , und dies sogar in 360 Grad!

Die Stille - mitten in der Industrie!

Dann ging es in fröhlichem Gedränge über die Autobahnbrücke mit einem Blick auf den Horizont und den beschaulich dahinfließenden Main in der schönen Abenddämmerung. Drüben angekommen, stoppte der ganze Tross und wurde für die nächsten 2 Kilometer zu absolutem Stillschweigen angehalten, denn jetzt ging es auf einem fast allen völlig unbekannten Weg durch ein geheimnisvolles Bahngelände mit vielen Schienen in einer nahezu unheimlichen Stille. Und trotz dieser vielen Radler machte es deren Lautlosigkeit möglich, plötzlich das Zirpen der Grillen zu hören und jeder konnte einmal in die nächtliche, dunkle Umgebung hineinfühlen. Weder von der Stille noch von der Dunkelheit konnten Fotos gemacht werden - man mußte halt selbst dabei gewesen sein!

 Blick von der Camberger Brücke

Der Blick auf's Wesentliche Frankfurts
- Verkehrswege und Hochhäuser

Zunächst ging es Richtung Niederrad, wo man das erste mal in die Frankfurter Unterwelt abtauchte, denn es öffneten sich, eigens für diese Nacht und nur für diese Gruppe, die Tore zu der historischen Klärbeckenanlage, die 1887 in Betrieb ging und die erste Anlage dieser Art im damaligen Reichsgebiet war. Hr. Weil von der Stadtentwässerung Frankfurt erklärte fundiert und ausführlich, was es früher und heute zu diesem Teil der Frankfurter Unterwelt zu wissen gilt. Es wurden die vielen technischen Anlagen bestaunt, die, damals fortschrittlich, bis immerhin 1960 ihre Dienste verrichteten. Weitere Einblicke zu dieser historischen Anlage gibt es  hier , und dies sogar in 360 Grad!

 Das Finanzamt im Nacken und die Polizei vor sich!

Alle Sitzengelassenen!

Schließlich holte aber doch das Thema "Unterwelt" die Teilnehmer wieder ein, denn als man schließlich oben bei den Finanzämtern eine kurze Pause einlegte, wurden alle mit ein paar Worten des Initiators Werner Buthe auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Frankfurt ist nun einmal die gefährlichste Stadt Deutschlands mit einer der höchsten pro Kopf Kriminalitätsraten weltweit und das 4. Polizeirevier, vor dessen Hof man sich befand, habe wohl mit seinem Bahnhofsviertel einer der heftigsten Revierbereiche in Europa. Außerdem, meinte er weiter, hätte man, so wie man da gerade sitze, das Finanzamt direkt "im Nacken" und es fielen seltsamerweise hier und da plötzlich Worte wie "Gauner" und "Diebe", was schließlich wieder gut zum Thema des Abends passte.

 Eine Kurve im Bahnhofsviertel...

Wir kriegen es mit der Polizei zu tun ...

Schließlich ermahnte Werner alle Teilnehmenden für die kommende Strecke direkt durch das Bahnhofsviertel, die Guides (Tourleiter) immer zügig vorbei zu lassen, damit diese an den Kreuzungen ihre Schutzfunktionen wahrnehmen könnten. Begleitet wurde die Gruppe seit dem Westhafen bereits von zwei Polizei-Kraftradstreifen der Dienstgruppe 3, Verkehrsüberwachung D610, was alle Tourteilnehmer zusätzlich mehr als beeindruckte, denn wann hat man schon mal "Polizeischutz"!

Die Fahrt mit so vielen Radlern durch das nächtliche Bahnhofsviertel mitten in der Hauptverkehrszeit war dann schon ein aussergewöhliches Erlebnis. Durch die ermahnenden Worte von Werner vorher, alles zu besehen, aber nicht darauf herabzusehen, versuchte jeder, sich ein eigenes Bild von diesem Stadtteil zu machen und jeder nahm dadurch auch etwas anderes von dieser "schillernden Unterwelt" mit. Die Guides, die bekanntermaßen alle ehrenamtlich als TourenleiterInnen beim ADFC sind, machten ihre Arbeit hervorragend, denn an jeder Kreuzung war der ganze Tross wohl behütet, da alle möglichen Querfahrstreifen bereits abgesichert waren. Immer wieder flitzten die Tourleiter nach vorne, um an der nächsten Kreuzung erneut präsent zu sein und man merkte deutlich, daß da die Professionalität dahintersteckte, die dann später auch von der Polizei-Krad-Streife gelobt wurde.

 ...und eine Kurve im Bankenviertel

Schließlich ging es über die großen Straßen auch ein Stück durch das Bankenviertel (Unterwelt >> Gauner), wobei es schon ein wenig erhebend empfunden wurde, einmal eine eigene der vier Spuren der Neuen Mainzer Straße zu befahren, die sonst ausschließlich von Kraftfahrzeugen vereinnahmt ist. Durch die Grünanlage der Taunusanlage, wo auch oft mit Drogensüchtigen gerechnet werden muss, ging es zum Opernplatz und dort drehten alle Radler zusammen mehrere Runden um den Brunnen, der zu diesem Zeitpunkt jedoch leider ausgeschaltet war.
 
 
 
 

 
»Dem Wahren Schönen Guten« - am Opernplatz

 Immer wieder um den Brunnen herum!

 Vorher standen hier nur drei Räder! :-)

Über den Dächern von Frankfurt:
zum Night-Snack oben in MyZeil

Nach ein paar abschließenden Worten ging es über die Goethestraße und dem Goetheplatz zu einem Night-Snack im Sinne einer Schlusseinkehr in den letzten Stock von MyZeil über den Dächern von Frankfurt. Dort hatte ein kleines, neu eröffnetes Bistro von Swiss Break extra für die Radler ein paar Schweizer Köstlichkeiten zusammengestellt, was durchaus nicht selbstverständlich ist, da alle Gastronomen von MyZeil üblicherweise bereits um 22:00 Uhr schließen und es zwischenzeitlich 23:40 Uhr war. Aber die sehr freundliche und engagierte Bistro-Crew gab sich mit den späten Gästen außerordentlich viel Mühe und alle konnten sich somit trotzdem noch an besagten Köstlichkeiten laben, das Erlebte besprechen und über sonstiges philosophieren. Die Zeit vergeht wie im Flug, wenn man sich amüsiert, und so wurden die letzten irgendwann vom Sicherheitsdienst nachts um 02:15 Uhr herausgebeten!

Sehr viele Tourteilnehmer bestätigten, so etwas in dieser Form noch nie erlebt zu haben. Manche meinten, es wäre eine aufregende Mischung zwischen Abenteuer-Kurzurlaub und Critical-Mass gewesen und sie würden jederzeit "sowas" wieder mitmachen.

 Werner war an Allem schuld!

Er ist an allem Schuld ...

Werner Buthe, der, wie so oft in der Vergangenheit, auch an dieser ganzen Geschichte mal wieder Schuld war, legt Wert auf folgendes:

"Was auch immer gut an diesem Abend gelaufen ist, hat seine Ursache darin, daß alle Beteiltigten ihren Part einfach sehr gut spielten. An erster Stelle waren das mal meine Tourleiter-Kollegen! Vorne unterstützte mich meist Wolfgang Pischel und unsere zauberhafte Renate Markiewka, die schon immer die Schlussfrau schlechthin ist, war wieder mal hinter allen anderen her! Mein Dank gilt aber auch besonders denen, die als Liberos mit dabei waren:

Katja Elgert, Bertram Giebeler, Ulrich Hahn, Achim Isenberg, Jürgen Johann, Helmut Lingat, Wehrhart Otto, Matthias Uhlig, Birgit Wagenbach, Johannes Wagner, Anne Wehr und Eckehard "Ecki" Wolf (Aufz. alphabetisch).

Somit half nahezu der komplette Vorstand des ADFC-Frankfurt mit (Peter Mertens war im Urlaub). Von dieser Stelle aus von mir: Ihr wart spitze! Und mein Dank gilt auch allen Tourteilnehmern, die unsere Arbeit mit ihrem Verhalten leicht machten, wie ich von den Guides weiß. Und schließlich nochmal einen Dank an die Polizei, die uns so toll begleitet hat, daß alle begeistert waren!"

Auch nächstes Jahr wird es wieder ein Frankfurt bei Nacht geben, welches mit Überraschungen aufwarten wird, aber das wird sich noch zeigen. Ganz sicher wird es aber noch größer als das diesjährige werden!

Selbstverständlich sind wir immer auf der Suche nach Verbesserungen, aber auch auf Dinge, die besonders gut gefielen. Sachdienliche Hinweise hierzu bitte an Werner (Kontaktdaten s. u.) und an jede andere ADFC-Geschäftstelle in Frankfurt. Werner ist auch der Erfinder der bekannten FlexiTouren und wer erleben will, woran er sowohl in der Vergangenheit als auch gegenwärtig noch so Schuld ist, läßt sich auf den Mailverteiler der FlexiTouren setzen.

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Einen Bike-Night-Event gibt es auch in 2011 »

Werner Buthe, Tel. 069/666 40 78, 0177/666 40 78,  werner [dot] buthe [..ät] adfc-frankfurt [dot] de

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