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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Wahlprüfsteine zum Offenbacher Radverkehr

Zur Wahl der neuen Stadtverordnetenversammlung am 15. März 2026 hat der ADFC Offenbach den Parteien und Wählervereinigungen sieben konkrete Fragen zu aktuellen Projekten und Planungen gestellt.

Frage 1 thematisiert die weitere Umsetzung der bereits beschlossenen 63 Maßnahmen aus dem Radentscheid. Die Antworten zeigen große Unterschiede. Die SPD will neu priorisieren, die CDU setzet die Vereinbarkeit mit anderen Verkehrsarten voraus, die FDP macht es von der Finanzierung abhängig und die Freien Wähler wollen eine kritische Überprüfung. Die Grünen, Linke, Tierschutzpartei, Volt und die OfA finden, dass zügig weiter umgesetzt werden soll.

Frage 2 dreht sich um die Verbesserung der Offenbacher Fahrradstraßen – etwa durch Modalfilter zur Verhinderung unberechtigten Kfz-Durchgangsverkehrs. Während die CDU Einschränkungen des Autoverkehrs ablehnt und die FDP den Einzelfall prüfen möchte, sprechen sich die anderen Parteien mehr oder weniger für eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs aus. Und für die Grünen und Linken ist klar, dass die Fahrradstraßen weiter ausgebaut werden sollen.

Frage 3 befasst sich mit dem Radschnellweg FRM8, der zukünftig von Hanau kommend Offenbach von Ost nach West in Richtung Frankfurt durchqueren wird. Grundsätzlich unterstützen alle Parteien das Vorhaben, wollen aber die aktuell stattfindende Variantenprüfung durch die Planungsgesellschaft erst abwarten.

Frage 4 beschäftigt sich mit der Umsetzung von Schulstraßen. An der Grundschule in Bieber gibt es in Offenbach bereits ein erstes Beispiel einer temporären Straßensperrung zum Schulbeginn und Schulende. Die Antworten variieren: Schulstraßen ausbauen! (Grüne, OfA, Volt, Linke und Tierschutzpartei) und Schulstraßen prüfen! (CDU, SPD, FDP und Freie Wähler)

Frage 5 behandelt das immer noch nicht in Vollbetrieb befindliche Fahrradparkhaus in der Berliner Straße und weitere, sichere Radabstellanlagen. Fast alle Parteien wollen das Fahrradparkhaus in den Vollbetrieb überführen, nur die SPD macht dies von der Finanzierung abhängig. Weitere Radabstellanlegen unterstützen alle.

Frage 6 beleuchtet die nicht sanierten und oft zugeparkten Radwege. Konsequente Kontrollen, um die Radstreifen freizumachen, haben alle Parteien genannt, die Grünen weisen auf die Fahrrad-Staffel der Verkehrspolizei hin. Auch eine Sanierung der Radwege unterstützen alle Parteien, teils mit unterschiedlichen Nuancen.

Frage 7 fordert die Parteien auf, sich zur Stärkung des Umweltverbunds (Fuß- und Radverkehr und ÖPNV) zu positionieren. SPD und Grüne wollen die Mobilitätswende sozial gerecht und nachhaltig gestalten, auch. OfA, Volt, FDP, Linke und Tierschutzpartei wollen den Umweltverband stärken. CDU und Freie Wähler wollen andere Verkehrsmittel dem Umweltverbund gegenüber nicht in Nachteil geraten sehen.

Nach den Wahlen wird es sich zeigen, ob sich die dann neu zu formierende Koalition an die hier formulierten Ziele halten wird. Der ADFC wird genau hinschauen. Und die von Grünen und SPD in ihren Wahlprogrammen geforderte Einsetzung eines Fuß- und Radverkehrsbeauftragten ist in Offenbach schon lange überfällig. Eine Wahlempfehlung werden wir nicht abgeben, alle können sich hier ein eigenes Bild machen. Die ungekürzten Antworten der Parteien finden sich im Pressebereich der Website des ADFC Offenbach.

Jochen Teichmann