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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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„Es macht mir Spaß,
mich in Dinge einzuarbeiten“

In Zwickau geboren lebt Katja Hertel schon seit 25 Jahren in Frankfurt und ist fast genauso lange Mitglied in unserem Verein. Viele kennen sie durch ihr Engagement beim Projekt OpenBikeSensor, aber sie war auch schon im Infoladen tätig und ist zertifizierte Tour Guide.

Bitte stelle Dich in drei Adjektiven vor.

Engagiert, denn neben meiner Tätigkeit im ADFC leite ich noch
die Sparte „Wandern“ der Betriebssportgemeinschaft bei meinem Arbeitgeber. Neugierig, denn ich suche ungewöhnliche Erfahrungen. So war ich neulich beispielsweise das erste Mal in einer Kältekammer. Und vielseitig interessiert, denn meine Hobbys und Interessen gehen weit über Fahrradfahren und Sport hinaus.

Wie bist Du zum Fahrradfahren gekommen?

Mein erstes Fahrrad bekam ich mit zehn Jahren. Das war damals eine große Sache für mich, denn die anderen Kinder in meiner Klasse hatten gefühlt schon alle eins. Mit Erwerb des Führerscheins stieg ich dann aber erst mal aufs Auto um. Erst nach meinem Umzug in die Mainmetropole entdeckte ich das Radfahren wieder. Die Offenbarung kam bei einer kleinen Tour mit einer Freundin am Niddauferweg. Als nächstes planten wir einen Fahrradurlaub von zuhause in Frankfurt auf dem R4 in Richtung Kassel. Ab da war ich hin und weg und unternehme seitdem regelmäßig Radurlaube – meist mit Freunden, aber auch mal alleine.
Wir sind schon an Weser, Main, Spree und Donau entlang geradelt. Zudem habe ich das Rad in meinen Alltag integriert. Bevor es die vielen Radstreifen gab, habe ich mir mithilfe der Grüngürtelkarte und etwas Ausprobieren die besten Wege für meine Alltagsfahrten herausgesucht. Es macht mir einfach Spaß, mich in Dinge einzuarbeiten.

Gibt es etwas Besonderes, das Du mit dem ADFC erlebt hast?

Da fallen mir sofort die Tagestouren und Fahrradurlaube ein.
Den ersten habe ich 2017 bei Michael Bunkenburg gemacht,
es ging an der Lahn entlang. Herrlich, wie man hier neue Strecken kennenlernen kann und sich nicht um die Planung kümmern muss. Aber auch Fahrraddemos wie unsere bike-night oder die ADFC-Sternfahrt zur Siegessäule in Berlin sind echte Highlights für mich.

Unbedingt nennen möchte ich hier auch Frauennetzwerk des ADFC Hessen. Durch die während Corona angebotenen Videokonferenzen habe ich den Verein erst richtig kennengelernt. So wurde ich dazu inspiriert, mich als TourGuide ausbilden zu lassen und kam mit dem OpenBikeSensor-Projekt in Berührung. Helga Hofmann aus Darmstadt, die das Projekt zur Messung von Überholabständen vorstellte, hatte mich mit ihrem Vortrag geradezu angefixt und der Rest ist Geschichte (lacht). Aber so einfach war es dann doch nicht. Um einen Sensor nach der Open Source-Anleitung herzustellen, habe ich die rund 50 Einzelteile in verschiedenen Shops im Internet bestellt. Das Gehäuse wird im 3D-Drucker hergestellt und die Bauteile werden zusammengelötet. Ich hatte keinen 3D-Drucker und löten konnte ich damals auch nicht. Aber es gab so viele helfende Hände! Sei es von Seiten der Technik AG, vom Vorstand, von anderen Kreisverbänden oder von Einzelpersonen. Viele Leute helfen gerne. Mittlerweile haben wir 30 funktionierende Sensoren und es sollen in diesem Jahr nochmal 10 neue hinzukommen. So können wir messen, an welchen Stellen in Frankfurt Radfahrende mit zu geringem Abstand überholt werden. Auf unserem Portal unter obs.adfc-hessen.de kann jeder selbst nachschauen.

Was wünschst Du Dir für die Fahrradzukunft in der Region?

Wir haben schon sehr viel erreicht. Mein Fitnessstudio ist oben
im Maintower und von dort bewundere ich immer die vielen roten Radwege. Aber beim Thema Überholvorgänge muss sich noch mehr tun, denn es hält viele Menschen vom Radfahren ab.
Dafür engagiere ich mich ja mit dem OpenBikeSensor.

Was bewegt Dich neben dem Fahrradfahren?

Sport ist ein großes Thema bei mir. Ich liebe Wandern, gehe gerne Skifahren oder im Sommer Segeln. Wenn es mal gemütlicher sein soll, hole ich mein Strickzeug oder ein gutes Buch heraus.

Das Gespräch führte Hannah Kessler