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Von: Eckehard Wolf am 21. Mai 2026
Ride of Silence Mai 2026 – Gedenkminute an der Kreuzung Bockenheimer Anlage
alle Fotos: Eckehard Wolf | ADFC Frankfurt Foto AG

Ride of Silence

Gedenkfahrt ohne neues Geisterrad

Beim internationalen Ride of Silence wurde zum siebten Mal auch in Frankfurt den verletzten und getöteten Radfahrenden gedacht.

Ride of Silence Mai 2026
Wolfgang Siefert, Verkehrdsdezernent der Stadt Frankfurt am Main, und Ansgar Hegerfeld, Verkehrspolitischer Sprecher, ADFC Frankfurt, begrüßen die Gäste

Trotz leicht wechselhaften Wetters und einem Regenschauer kurz vor dem Start kamen am 20.05,2026 120 Menschen zusammen, um gemeinsam das Gedenken aufrecht zu erhalten. Auch der Frankfurter Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert nahm teil. Er machte in seiner Rede klar, dass die Stadt Frankfurt weiterhin die Verkehrssicherheit erhöhen möchte – dafür aber auch den Druck der Radfahrenden benötigt.

Ride of Silence Mai 2026
Schweigeminute an einem Ghostbike

Die Fahrt wurde wie üblich von ehrenamtlichen Ordner:innen und der Polizei begleitet, um eine sichere Fahrt gewährleisten zu können. Da im Jahr 2025 keine Radfahrenden in Frankfurt getötet wurden, musste zum Glück kein neues Geisterrad („Ghostbike“) aufgestellt werden. Daher führte die Route zu drei bestehenden Geisterrädern: Europa-Allee, Ludwig-Landmann-Straße/Rödelheimer Landstraße und Thudichumstraße. An allen drei Orten wurde kurz der Unfallhergang geschildert und eine Schweigeminute abgehalten.

Zusätzlich legten, zum ersten Mal, auf der Kreuzung Bockenheimer Landstraße/Senckenberganlage die Teilnehmenden ihre Fahrräder nach einer kurzen Ansprache für eine Gedenkminute nieder. Hintergrund war die Blitzeranlage an der Kreuzung, die dort erst nach vielen Unfällen installiert werden durfte – es muss im deutschen Straßenverkehr schließlich immer erst etwas passieren, bevor gehandelt werden darf. Während in privaten Unternehmen vorbeugende Unfallprävention vorgeschrieben und alltägliche Routine ist, sind viele dieser Maßnahmen im Straßenverkehr erst einmal gesetzlich untersagt. Dementsprechend wurde an dieser Stelle der vielen verletzten Radfahrenden gedacht, über die normalerweise kaum öffentlich berichtet wird.

Gegen 19.45 Uhr endete die Fahrt wieder am Opernplatz.

Ansgar Hegerfeld