Ride of Silence
Gedenkfahrt ohne neues Geisterrad
Beim internationalen Ride of Silence wurde zum siebten Mal auch in Frankfurt den verletzten und getöteten Radfahrenden gedacht.

Trotz leicht wechselhaften Wetters und einem Regenschauer kurz vor dem Start kamen am 20.05,2026 120 Menschen zusammen, um gemeinsam das Gedenken aufrecht zu erhalten. Auch der Frankfurter Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert nahm teil. Er machte in seiner Rede klar, dass die Stadt Frankfurt weiterhin die Verkehrssicherheit erhöhen möchte – dafür aber auch den Druck der Radfahrenden benötigt.

Die Fahrt wurde wie üblich von ehrenamtlichen Ordner:innen und der Polizei begleitet, um eine sichere Fahrt gewährleisten zu können. Da im Jahr 2025 keine Radfahrenden in Frankfurt getötet wurden, musste zum Glück kein neues Geisterrad („Ghostbike“) aufgestellt werden. Daher führte die Route zu drei bestehenden Geisterrädern: Europa-Allee, Ludwig-Landmann-Straße/Rödelheimer Landstraße und Thudichumstraße. An allen drei Orten wurde kurz der Unfallhergang geschildert und eine Schweigeminute abgehalten.
Zusätzlich legten, zum ersten Mal, auf der Kreuzung Bockenheimer Landstraße/Senckenberganlage die Teilnehmenden ihre Fahrräder nach einer kurzen Ansprache für eine Gedenkminute nieder. Hintergrund war die Blitzeranlage an der Kreuzung, die dort erst nach vielen Unfällen installiert werden durfte – es muss im deutschen Straßenverkehr schließlich immer erst etwas passieren, bevor gehandelt werden darf. Während in privaten Unternehmen vorbeugende Unfallprävention vorgeschrieben und alltägliche Routine ist, sind viele dieser Maßnahmen im Straßenverkehr erst einmal gesetzlich untersagt. Dementsprechend wurde an dieser Stelle der vielen verletzten Radfahrenden gedacht, über die normalerweise kaum öffentlich berichtet wird.
Gegen 19.45 Uhr endete die Fahrt wieder am Opernplatz.














