Auf hohem Niveau stabil
Freude über die Entwicklung der Mitgliederzahlen beim ADFC Frankfurt
Die Mitgliederversammlung des ADFC Frankfurt fand dieses Jahr zum ersten Mal an einem Samstagnachmittag statt. Damit sollte es Mitgliedern ermöglicht werden, teilzunehmen, für die lange Abendtermine nicht in Frage kommen. Die 3,5-stündige Versammlung war eng getaktet und ohne Pause geplant. Zum Ausgleich konnten sich die Teilnehmenden währenddessen an Getränken, Süßem und Salzigem vom Buffet bedienen.
In den Saalbau Gutleut am Rottweiler Platz waren 81 Mitglieder gekommen, um den Jahresbericht des Vorstands, den Tätigkeitsbericht des Verkehrspolitischen Sprechers, das Zahlenwerk des Schatzmeisters und die Kurzberichte aus den 21 (!) aktiven Arbeitsgruppen anzuhören. Inklusive verschiedener Wahlgänge (Versammlungsleitung, Protokollführung, Auszählungskommission, Vorstand, Schatzmeister, Kassenprüfende, Delegierte zur Landesversammlung) wird dieses Programm in dreieinhalb Stunden zwischen 15 und 18.30 Uhr abgearbeitet. Thomas Tomala begrüßt die Mitglieder und eröffnet die Veranstaltung mit der Wahl des Versammlungsleiters Thomas Koch, der dann gekonnt durch das Programm führt. Nach Wahl der Protokollantin Anke Bruß und Feststellung der Beschlussfähigkeit (es wurde satzungsgemäß rechtzeitig zur Versammlung eingeladen) erweitert er die Tagesordnung um den Punkt: „14. Vorstellung des Jungen ADFC Frankfurt“, der dann beschlossen wird. Danach leitet er zum Wahlgang für die Auszählungskommission über. Die besteht nach der Wahl aus Elke Bauer, Christiane Beckort, Egon Schewitz und Anne Wehr.
Der Vorstand berichtet
Es folgt der Bericht des Vorstands. 17 mal habe man sich getroffen, berichten Uta Fitzen und Michael Genthner, sich noch dazu bei zwei ganztägigen Klausuren über die Zukunft des Vereins Gedanken gemacht. Was unter anderem zu dem Entschluss führte, einen weiteren Mitarbeiter auf Minijob-Basis einzustellen. So kommt nun zu Ansgar Hegerfeld als hauptamtlicher Verkehrspolitischer Sprecher, Birte Schuch (Rad+Reise sowie Organisation der Geschäftsstelle) und Elke Bauer (Buchhaltung, Reisebuchungen) noch Thomas Koch, der sich neben seinem Ehrenamt als Leiter der AG Touren nun zusätzlich um Organisatorisches kümmert. Alle anderen Aktiven arbeiten weiterhin ehrenamtlich.
Unter den Rubriken „Wie wir zusammenarbeiten“, „Tätigkeiten rund um die Geschäftsstelle“, „Rechtliche Vorgaben für Veranstaltungen“, „Öffentlichkeitsarbeit/ Repräsentation“, „Aktivitäten für Aktive und Mitglieder“ oder „TourGuide-Zertifizierung“ finden sich eine ganze Reihe von Aktivitäten des Vorstands, die hier wiederzugeben den Rahmen sprengen würden. Wer mehr wissen will, kann sich die komplette Präsentation, wie sie auf der Versammlung gezeigt wurde, mit dem unten stehenden Link anschauen.
Ein Blick auf die Mitglieder-Grafik zeigt: Wir bleiben stabil auf hohem Niveau. Nach nahezu einer Verdoppelung der Mitgliederzahl seit 2014 stagniert die Entwicklung 2025 gegenüber dem Vorjahr bei rund 4.800. Zwar überwiegen die Beitritte zum ADFC die Austritte, doch durch Wegzüge bleibt unter dem Strich ein verschmerzbares Minus von 0,2 %. Interessant noch, wie Radfahrende zum ADFC finden: Über 50 % der Neumitglieder wurden bei Aktionen des Vereins, z. B. Infoständen oder Codierterminen, gewonnen. Wir müssen also weiterhin aktiv bleiben und für uns werben. Und wir müssen uns um Jüngere kümmern. Unser Altersdurchschnitt liegt aktuell bei fast 50 Jahren, so dass auch die „Nachwuchsgewinnung als zentrales Thema“ in der Präsentation des Vorstands zu finden ist.
Erfolgreiche Verkehrspolitik
Die Präsentation des Verkehrspolitischen Sprechers gleicht überwiegend der, die bereits auf der Weihnachtsfeier im Dezember zu sehen war. Darauf weist Ansgar Hegerfeld hin, bevor er die Erfolge seiner (und vieler anderer Aktive) Arbeit zeigt. Dabei die Eröffnung eines „Mehr-Generationen“-Radwegs im Norden der Stadt, geplant seit Jahrzehnten, oder die Sanierung von Parkwegen, die langsam von Schlammpisten zu befahrbaren Strecken werden. Dass entgegen der Kritik an den fahrradfreundlichen Nebenstraßen diese Projekte weiter gedeihen, sich die Ortsbeiräte für eine Fortsetzung eingesetzt haben, wird als Erfolg verbucht. Genauso wie der Fahrradklima-Test, in dessen Ranking die „Fahrradstadt Frankfurt“ noch vor der Vorzeigestadt Bremen gelandet ist! Da ist es fast schon kein Wunder, dass auch das ZDF zu uns findet und über den Frankfurter „Bicibus“ einen Beitrag dreht und in seiner Reihe „37 Grad“ veröffentlicht. So kommt, zum Schluss des verkehrspolitischen Vortrags, Ansgars Aufforderung gerade recht: „Geht wählen!“, ruft er der Versammlung zu, „Wir entscheiden, ob weiterhin Radwege gebaut werden oder eben nicht.“.
Zahlen, Zahlen, Zahlen
Das Zahlenwerk des Schatzmeisters, in der Regel eine ermüdende Angelegenheit, trägt Alexander Schulz wieder locker und nachvollziehbar vor, immer reduziert auf das Wesentliche. Und das zeigt, dass es dem Verein finanziell gut geht, dass ausreichende Einnahmen (hier vor allem durch die Codieraktionen der Klaunixe) dafür sorgen, dass wir uns auch weiterhin ein (druck-)kostenintensives Produkt wie Frankfurt aktuell leisten können. Das beruhigt den Autor dieser Zeilen, liegt ihm doch „die beste Mitgliederzeitschrift bundesweit im ADFC“ (Zitat Schatzmeister) am Herzen. Das Zahlenwerk wurde von Iris Nattermann, Sonja David und Marion Baur geprüft und die Entlastung des Schatzmeisters wird empfohlen. Die Versammlung folgt diesem Vorschlag.
Wir werden uns verjüngen
Nun noch einige Personalia: Anke Bruß und Dr. Susanne Neumann verlassen den Vorstand, bleiben aber weiterhin aktiv. Anke hat unter Applaus den goldenen Schlüssel für die Geschäftsstelle in der Brotfabrik von Anne Wehr erhalten, Susanne wird sich verstärkt um Verkehrspolitik im Westen der Stadt kümmern (auch das ist einen Applaus wert).
Zu Kassenprüfenden werden gewählt: Iris Nattermann, Sonja David und Katja Walker. Auch der Schatzmeister wird in seinem Amt bestätigt, wie auch der Vorstand, der nun, deutlich verjüngt, um Andre Geißler und Lars Nattermann ergänzt ist.
Weitere junge Gesichter haben die Gründung eines „Jungen ADFC Frankfurt“ vor. Oliver Martini und Matthias Rohr laden jüngere Mitglieder zu einem Kick-off am 23. April in der Brotfabrik ein. Erste Aktivitäten sind bereits geplant, im Umfeld der Goethe-Uni wollen die beiden um Mitstreitende werben.
Auch im vergangenen Jahr konnte ein Mitglied für das ehrenamtliche Engagement belohnt werden: Sigrid Hubert, seit vielen Jahren in Frankfurt (u.a. RadreiseMesse, Webauftritt von Frankfurt aktuell, Klaunix, Vorstand) und im Landesverband (Vorstand, Rahmencodierung) aktiv, erhielt den Ehrenbrief des Landes Hessen (wir haben berichtet, Frankfurt aktuell 4-2025). Das ist der Versammlung einen herzlichen Sonderapplaus wert.
Die Kurzberichte der Arbeits- und Stadtteilgruppen schließen den Nachmittag ab. Ab 18.30 Uhr wird dann endlich uneingeschränkt ans Buffet gebeten, und der Austausch untereinander in entspannter Stimmung fortgeführt.
Und sonst? Falko Görres berichtet über Günter Tataras Bemühungen um ein mögliches zukünftiges Deutsches Fahrradmuseum. Das sollte nach Frankfurt gehören, meint Günter, am besten in die Villa Kleyer. Denn dort liegt die Wiege der Adlerwerke, der ersten Fahrradfabrik in Frankfurt am Main. Es bleibt also auch hier spannend.














