Ausgabe 1/2002   Januar/Februar

Zugverbindung von Dresden nach Frankfurt/Main
Wulfhard an die DB AG

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 23.8.2001 kehrte ich um die Mittagszeit von einer dreiwöchigen Radreise durch Polen, die Slowakei und Tschechien nach Deutschland zurück, um ab Zittau mit dem Zug heimzufahren. Am Bahnhof Zittau war an diesem Tag der Computer ausgefallen, so dass mir Ihre Mitarbeiterin keine Auskunft über Bahnverbindungen mit Fahrradmitnahme nach Frankfurt/M. erteilen konnte. So fuhr ich mit dem nächsten Regionalzug nach Dresden.
Am Bahnhof Dresden-Neustadt wurde mir offeriert, dass es um 16.45 Uhr keinerlei Möglichkeit gibt, noch am selben Tag mit dem Rad von Dresden nach Frankfurt/M. zu kommen. So war ich gezwungen, eine Nacht auf dem Bahnsteig in Bebra zu verbringen, bevor ich weiterfahren konnte. Nun zwei Fragen:
Halten Sie diese Reiseverbindungen mit der ganzen Umsteigerei mit bepacktem Reiserad für ein adäquates Angebot in Anbetracht des nicht unerheblichen Preises (trotz Bahncard für 270,- DM)?
Teilen Sie nicht auch meine Ansicht, dass ein solcher Fahrplan für Ihre fahrradfahrenden Kunden eine Zumutung darstellt?
Abschließend füge ich noch hinzu, dass ich mehrwöchige Radtouren (z.B. durch die Karpaten) grundsätzlich mit dem eigenen Rad unternehme.
Für Ihre Antwort danke ich Ihnen im Voraus.

DB AG an Wulfhard
Fahrradmitnahme
Sehr geehrter Herr Bäumlein,
vielen Dank für Ihre Zuschrift vom 30. August 2001. Sie kritisieren, dass in den ICE-Zügen zwischen Dresden und Frankfurt keine Fahrräder mitgenommen werden können. Gerne gehen wir näher auf dieses Thema ein.
Derzeit bieten wir die Fahrradmitnahme im Fernverkehr hauptsächlich in lokbespannten Zügen an. Zumeist in InterRegios, in geringerem Maße in ICE (Stuttgart-Zürich) IC/EC-, NZ-, EN- und D-Zügen. Wir arbeiten derzeit an Lösungen, um die Fahrradabteile zukünftig variabler zu gestalten. Wir wollen für unsere Rad fahrenden Gäste noch attraktiver werden.
Schon oft wurde auch der Wunsch an uns herangetragen, in unseren ICE-Zügen die Fahrradmitnahme zu ermöglichen. Der ICE ist als Hochgeschwindigkeitszug mit kurzen Haltezeiten konzipiert. Ein nachträglicher Umbau der Züge wäre mit immensen Kosten verbunden. Zudem würden durch den Einbau von beispielsweise festen Fahrradständern Sitzplatzkapazitäten, die wir in unseren schon heute stark ausgelasteten ICE-Zügen dringend benötigen, verloren gehen. Diese Aspekte gilt es bei der Erarbeitung von zukünftigen Angebotslösungen zu beachten.

Wulfhards Kommentar
Im Prinzip ist es ja vor allem aus Umweltgründen richtig, für seine Radfernreisen die Deutsche Bahn zu beschäftigen. Da diese aber augenscheinlich nicht immer der gleichen Ansicht ist, macht es ebenso viel Sinn, bei erwiesener Nachlässigkeit gegenüber Radtouristen entsprechende Beschwerdebriefe abzuschicken. Zum Beispiel ist es sicher nicht zu viel verlangt, um 17.00 Uhr mit Fahrrad noch am selben Tag von Dresden nach Frankfurt/M. transportiert zu werden. Vor allem im Hinblick darauf, dass sich der Fahrpreis von Zittau nach Frankfurt/M. auf insgesamt DM 94,50 (mit einer Bahncard für 270,-!) beläuft. Im Antwortschreiben der Bahn wurde zwar auf diesen Umstand nicht eingegangen, aber immerhin gab es keine dümmlichen Hinweise auf Mieträder.

Wulfhard Bäumlein

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