Leserbriefe

Des Radlers Verunsicherung auf dem Weg vom Frankfurter Westen in das Bahnhofsviertel bzw. Gutleutviertel
Seit ca. acht Jahren fahre ich regelmäßig mit meinem Rad von meiner Wohnung in Frankfurt-Zeilsheim zur Arbeitsstelle.

Die ersten Jahre ging die Fahrt von Zeilsheim zur Hanauer Landstraße und zurück. Die Strecke ist zum großen Teil am Main entlang, sonst auf Radwegen oder Nebenwegen gut zu fahren. Dann bin ich einige Monate von Zeilsheim nach Bad Vilbel geradelt. Auch dies ist eine wunderbare Tour, fast nur an der Nidda entlang.

Nun liegt mein Arbeitsplatz in der Niddastraße. Von Zeilsheim bis zum Nidda-Wehr kurz vor dem Autobahn-Westkreuz ist auch dies eine wunderbar zu radelnde Strecke. Wenn man es schafft, von der Straße Am Neufeld kommend die Oeserstraße zu überqueren, kann man bequem bis zur Kreuzung Am Römerhof einen neu angelegten Radweg benutzen. Dann geht ein schmaler Naturpfad am Rebstockpark entlang, der sich als breiter mit Verbundsteinen angelegter Weg bis zum Rebstockbad fortsetzt (allerdings ohne Radwegschild).

Ab hier wird es interessant. Entweder haben die Planer die Radler vergessen oder man nimmt in Kauf, dass sie gegen sämtliche Regeln verstoßen und einen Unfall riskieren, um zum wunderschönen Rad-Fuß-Weg zwischen Rebstockbebauung und neuem Rebstockpark zu gelangen. Am aufregendsten ist die Wegesuche bei Messebetrieb. Dann wird der Verkehr über sämtliche Fahrspuren Richtung Messeparkhaus geleitet, ein Radler, der seinen Weg Richtung Osten sucht, verhungert am Rebstockbad, weil er die Straßen nicht queren kann vor lauter Verkehr. Außerdem sind die Straßeneinmündungen, die der VGF-Bus Richtung Endstation der Straßenbahnlinie 17 benutzt, gesperrt, da die Fahrbahnen alle in Einbahnrichtung frei gegeben sind. Man könnte eventuell am Rebstockbad entlang ein Stück entlang der Käthchen-Paulus-Straße radeln, hier gibt es nämlich eine kleine Lücke im Zaun, durch die man, wenn man mutig genug ist, die Fahrbahnen alle queren kann, um zum neuen Rebstockpark zu gelangen.

Wenn man das geschafft hat, radelt man über den vorgenannten neuen Rad-Fuß-Weg zur ampelgesteuerten Kreuzung Am Römerhof/Buzzistraße. Die Ampel funktioniert jedoch nur für die Autofahrer. Von der Rebstockbebauung kommend ist der Radler wiederum auf sich allein gestellt. Er kann allerdings die Fußgängerampel nutzen, um in die Buzzistraße zu kommen. Aber warum bleibt diese Ampel ausgeschaltet, nur weil in östliche Richtung nur Radler fahren? In der Buzzistraße, dann weiter Am Dammgraben, verläuft ein schöner Radweg zwischen Grünstreifen und Kleingärten. Eigentlich herrscht ja Nutzungszwang, aber dieser Radweg wurde bestimmt schon Jahre nicht mehr gesäubert. Wer sich eventuell einen Platten holen möchte, kann ihn gern benutzen.

Ich radele auf der Straße Am Dammgraben weiter bis zur neuen großen Messebaustelle. Hier gibt es einen Durchschlupf zwischen den Bauzäunen in Richtung Europaallee. Dann macht das Radeln wieder Spaß auf dem Fußweg, für Radler freigegeben, bis zur ampelgesteuerten Kreuzung an der Emser Brücke. Ab hier gibt es auf beiden Seiten der Europa-Allee neue breite Radwege.

Meiner Meinung nach ist es dringend geboten, zwischen Oeserstraße und neuer Rebstockbebauung bzw. Am Dammgraben die Situation für Radler eindeutig und ungefährlich zu gestalten. Ja eigentlich müssten die Planer überhaupt einmal an die Radler denken, davon gibt es nämlich auf diesem Abschnitt noch viel mehr als nur mich.

Mit freundlichen Grüßen
Marion Schäfer

Zu: „Die ADFC-Fahrradwerkstatt“ (in frankfurt aktuell 01/2008)
Der Bericht über die Technik-AG hat mich sehr gefreut! Schon mehrfach, wenn ich mit einem frisch reparierten Fahrrad gut gelaunt von der Fahrradwerkstatt nach Hause unterwegs war, hatte ich mir vorgenommen, einmal in einem Leserbrief der Technik-AG meinen Dank auszusprechen.

Das möchte ich hiermit tun! Sicher sind alle Arbeiten, die im ADFC von engagierten Ehrenamtlichen geleistet werden, wichtig und lobenswert. Aber aus meiner Sicht verdient die Technik-AG wohl die meiste Anerkennung. Regelmäßig einen ganzen Samstagnachmittag im dunklen Werkstatt-Keller zu verbringen, auch wenn draußen vielleicht die Sonne strahlt, das ist Einsatz! Und diese Arbeit ist sehr wichtig. Nicht nur, weil hier Räder wieder flott gemacht werden, deren Reparatur im Fahrradladen sich nicht lohnen würde oder die man dort gar nicht erst annimmt („Das ist ein Kaufhaus-Rad, das kann man nicht reparieren, kaufen Sie sich was Gescheites!“). Ganz entscheidend ist aus meiner Sicht, dass Menschen, die ihr Fahrrad selbst reparieren können, eine ganz andere Beziehung zum Radfahren entwickeln.

Für mich bedeutet das Fahrrad Unabhängigkeit. Ich muss auf keine verspätete S-Bahn warten, an den Autos, die im Berufsverkehr die Straßen verstopfen, fahre ich locker vorbei und im Winter ziehe ich mir Spikes auf's Rad, dann brauche ich mir um glatte Straßen keine Gedanken zu machen. Und wenn das Rad kaputt ist, wird es repariert. Kleine Sachen zu Hause und die komplizierteren in der Fahrradwerkstatt.

Bisher habe ich dort jedes Mal was gelernt und das gibt mir das ausgesprochen angenehme Gefühl, mir selbst helfen zu können. Wer dieses Gefühl kennengelernt hat und wer das Radfahren mit Unabhängigkeit verbindet, wird das Fahrrad auch im Alltag nutzen. Deshalb halte ich diese Reparatur-Workshops für so extrem wichtig und deshalb bin ich den Leuten von der Technik-AG für ihren Einsatz so dankbar! 

Katherina Kokot

Radfahren auf Friedhöfen (frankfurt aktuell Nr. 1/ 2008)
Liebe Freunde,

Brigitte Rebna hat in frankfurt aktuell Nr. 1/ 2008 auch die Frage des Radfahrens auf den Frankfurter Friedhöfen angestoßen.

Ich meine, dass es im Interesse der Bevölkerung liegen müsste, Radfahrer zum Benutzen der Friedhofswege zu animieren. Ist ein Friedhof wenig besucht, ist es gerade älteren Menschen oft unheimlich. Und sie freuen sich über jeden, der vorbeifährt und die Szene belebt – vorausgesetzt er ist nicht kriminell (aber die Kriminellen würden sich sowieso nicht an das Radfahrverbot halten).

Ich kenne das von Dortmund: Die Frauen der englischen Offiziere, die in der Nähe des Hauptfriedhofes wohnten, zogen mit Kind und Kegel auf den Friedhof, um dort auf dem parkähnlichen Gebiet ihre Freizeit zu verbringen mit Fahrrädern, Kinderspielen, ja selbst mit Rodelschlitten. Da war immer etwas los, was den Dortmundern schmerzlich bewusst wurde, als die englische Truppe abzog. Aber auch heute noch fahren die Dortmunder mit ihren Fahrrädern auf den Friedhof und Gehbehinderte können sogar mit ihrem Privatauto mit Sondergenehmigung auf den Friedhof fahren.

Es wäre schön, wenn unser ADFC hier die Initiative ergreifen würde unter dem Motto 'Radfahren auf den Frankfurter Friedhöfen erwünscht!'

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Raabe

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27.03.2008 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt