Kommunale Radverkehrsbeschilderung

ADFC-Beschilderungskonzept für Kriftel
Bei einem Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Kriftel, Paul Dünte, bat er die Ortsgruppe Hofheim, Eppstein, Kriftel, für die Gemeinde Kriftel ein Beschilderungskonzept zu erstellen. Dieses Konzept mit dem Radverkehrsnetz, den Zielen für den Radverkehr und den Routen auf denen diese Ziele ausgewiesen werden sollen, haben wir im August 2005 fertig gestellt und der Gemeinde übergeben.
Diese Ausarbeitung beinhaltete die komplizierteren Pfeilwegweiser, die Zwischenwegweiser wollte die Gemeinde in Eigenregie ermitteln und dann aufstellen. Daraufhin hat die Gemeinde etwa 13.000 Euro in den Haushalt eingestellt und die Pfeilwegweiser im Jahr 2006 bestellt und aufgestellt. Leider war das Beschilderungssystem ohne die Zwischenwegweiser in Teilen unbrauchbar – an einigen Stellen ist der Weg ohne Zwischenwegweiser nicht zu finden.
Da Anfang 2008 das Netz noch immer teilweise nicht nutzbar war, hat die ADFC Ortsgruppe detaillierte Planungen für die Zwischenwegweiser erarbeitet und der Gemeinde Kriftel im Februar zukommen lassen. Diese Zwischenwegweiser wurden zwischenzeitlich aufgestellt. Damit ist das Netz komplett nutzbar. Der ADFC hat die Beschilderung überprüft und wenige Korrekturen vorgeschlagen, die teilweise bereits umgesetzt wurden. Im Juni wurde die Beschilderung bei einem Pressetermin offiziell vorgestellt. Einziger Wermutstropfen ist derzeit, dass sich die Gemeinde aus Rücksicht auf die Obstbauern wehrt, wichtige Verbindungen über das Hochfeld zwischen Kriftel und Weilbach/Flörsheim und in Gegenrichtung zum Kreishaus und nach Kriftel zu beschildern. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass bei Rücksicht auf das Eigentum der Obstbauern durch die Radler diese Verbindungen noch ausgeschildert werden.
Im Zuge dieser Ausarbeitung haben wir im Mai 2006 eine Mängelliste erstellt, die das Radfahren in Kriftel betrifft. In diese Aufstellung sind die Rückmeldungen von Krifteler Mitgliedern zu Mängeln in ihrer Gemeinde eingegangen. Dies betrifft vor allem Bordsteinabsenkungen am Beginn und Ende von Radwegen, fehlende Freigaben für den Radverkehr, Umlaufsperren („Drängelgitter“) und anderes. Die Gemeinde hat bereits einen Teil dieser Mängel beseitigt, weitere Maßnahmen sind in Planung.
Holger Küst

Beschilderung in Kelkheim, Main-Taunus-Kreis
Nachdem im ersten Halbjahr 2006 die Stadt Kelkheim signalisiert hatte, dass sie im Rahmen des Generalverkehrsplanes eine Radverkehrs-Beschilderung erarbeiten und aufstellen wollte, haben wir unsere Dokumentation für Kriftel präsentiert. Daraufhin bat uns die Stadt, an der Erarbeitung der Beschilderung mitzuwirken.
Ein Netzkonzept lag im Rahmen des Generalverkehrsplans vor, es sollten lediglich die Standorte von Wegweisern und Zwischenwegweisern dokumentiert werden. Im Verlauf der Arbeit zeichnete sich ab, dass eine Ausschilderung von Zielen nur in Kelkheim und im engeren Umfeld nicht sinnvoll ist. Aus diesem Grund wurde das Radverkehrs-Netz des Main-Taunus-Kreises mit integriert und es wurden weitere Ziele der Umgebung  aufgenommen. Daraus resultierte eine Liste an Zielen und ein Ergänzungsvorschlag zum Wegenetz, die die Stadt Kelkheim akzeptiert hat. Damit ergibt sich kein Bruch von Beschilderungslinien, wenn auch Nachbarkommunen eine Radverkehrsbeschilderung vornehmen.
Bis zum Dezember 2006 haben wir mit Unterstützung von Eva Kuschel die meisten Standorte von Pfeil- und Zwischenwegweisern dokumentiert und in einer vom ADFC erarbeiteten internen Web-Präsentation bereitgestellt. Für die Detailplanung der Standorte gab es jedoch keine Hilfsmittel. Hier konnten wir von den Erfahrungen des ADFC Kreisverbands Hochtaunus profitieren, der hierzu eine professionelle Software empfehlen konnte (vielen Dank für diese Unterstützung, Stefan!). Die Stadt hat eine Software zur Standortplanung lizensiert, die wir nutzen konnten. Mit großen Zeitaufwand hatten wir bis zum 09.12.2007 eine finale Version des Beschilderungskonzeptes erstellt, ebenso eine Auflistung von über 100 Mängeln im Zusammenhang mit dem beschilderten Radverkehrs-Netz.
Die Kosten für die über 330 Pfeil- und 460 Zwischenwegweiser an fast 300 Standorten beliefen sich auf 24.000 Euro, in ähnlicher Höhe entstanden Montagekosten. Im Verlauf des Frühjahrs wurde die Beschilderung aufgestellt und auf Richtigkeit kontrolliert. Es zeigte sich eine sehr geringe Fehlerquote, die Mängel sind sicherlich schon korrigiert. Eine letzte Nacharbeit wird nach Fertigstellung der Neuen Stadtmitte erforderlich sein. Dann soll die Verbindung durch Kelkheim nicht mehr über die Frankfurter Straße und die Hauptstraße verlaufen, sondern direkt durch die Neue Stadtmitte hindurch.
Im Zuge der Arbeiten am Beschilderungs-Netz hat die Stadt Kelkheim auch viele Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung und die Fußgängerzone für Radler geöffnet, ein Ortstermin fand dazu am 18.04.07 statt. Außer der Radverkehrs-Beschilderung kann sich der Radfahrer in Kelkheim über weitere Erfolge unserer Arbeit freuen, z.B. wurden zwischenzeitlich schon viele Mängel beseitigt, die wir dokumentiert hatten.
Am 01.07.2008 hat in Kelkheim der Bürgermeister mit interessierten Bürgern eine Radtour zu Plätzen unternommen, an denen sich die Stadt derzeit entwickelt. Auch bei dieser Radtour wurde auf unsere Verdienste hingewiesen.
Holger Küst

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