Radeln auf ehemaligen Bahnstrecken

Der Wendelinus- und der Fritz-Wunderlich-Radweg haben es auf der in frankfurt aktuell, Heft Juni 2006 bereits vorgestellten, auf einer sehr engagierten Privatinitiative beruhenden Internetsite namens www.bahntrassenradeln.de in die Top 16 geschafft. Beide Strecken liegen nicht weit voneinander entfernt zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken, und so wurde schon vor längerer Zeit die Idee geboren, die beiden mal zu kombinieren.

Die beiden Radwege sind ihrem Charakter nach sehr unterschiedlich, sicherlich nicht zuletzt deshalb, weil zwischen ihrer Eröffnung rund 30 Jahre liegen. Den Fritz-Wunderlich-Radweg gibt es seit dem Ende der 1970er Jahre. Er ist nicht asphaltiert und hat kaum Infrastruktur wie Sitzgelegenheiten und Einkehrmöglichkeiten zu bieten. Aufgrund des Fahrbahnbelags sind die Radler unter sich, denn Skater werden hier nicht glücklich. Der Weg besticht vor allem durch seine Streckenführung mit Viadukt, Tunneln und herrlichen Ausblicken. Wendelinus ist ein Kind der jüngeren Bahntrassen- Modewelle. Im Jahr 2006 in der heutigen Länge eröffnet, ist er dem Vulkanradweg ähnlich und kann vor allem mit Eigenschaften punkten, die der andere nicht hat: Top-Asphalt und gute Infrastruktur.

Mit 13 km und 17 km Länge sind beide Wege deutlich kürzer als der Vulkanradweg, die beiden Rhönradwege Milseburg und Kegelspiel oder auch der Maare-Mosel-Radweg durch die Eifel. Daher bleiben die vier gerade Genannten meine absoluten Favoriten im Kreis derjenigen neun aus den Top 16, die ich bislang getestet habe. Spannend wird es wieder nächstes Jahr, wenn in der Region der Hochwald-Ruwer-Radweg von Hermeskeil nach Trier eröffnet wird. Dieser hat das Potenzial, den vieren Konkurrenz zu machen.

Der Wendelinusradweg beginnt in St. Wendel, wo er direkt ab dem Bahnhof beschildert ist. Auf makellosem Asphalt steigt man 13 km gemächlich an bis Tholey. Ab dort ist dann zunächst nicht nur die Landschaft, sondern auch das Streckenprofil mittelgebirgig: Nach einigen kurzen Anstiegen gelangt man auf dem mit netten Einkehrmöglichkeiten gesäumten zweiten Teilstück zum Nachbarort Theley und dann auf dem Saar-Bostalsee-Radweg weiter bis zum Bostalsee. Nach einer Schwimmeinlage im See geht es weiter auf dem Saarland-Radweg bis Freisen.
Ab Freisen rollt es 80 km nur noch bergab, denn hier befindet sich der Einstieg in den Fritz-Wunderlich-Radweg, der auf befestigten Wegen über ein hohes Viadukt in Oberkirchen und durch zwei Tunnel sowie mehrere Brücken hinab nach Kusel führt. Wenige Kilometer sind es von dort auf konventionellen Radwegen bis Altenglan. Jetzt geht’s auf dem Glan-Blies-Radweg der Nahe entgegen. Von Altenglan bis Staudernheim wird die alte Bahnstrecke für Draisinenfahrten genutzt, der Radweg verläuft zum Teil auf dem früheren zweiten Gleis. Bis Bad Sobernheim sind etwa 130 km zurückgelegt.

Da Start und Ziel der Bahntrassen-Kombinationstour an der Regionalexpress-Linie Frankfurt-Saarbrücken liegen, sind An- und Abreise ab/bis Frankfurt komfortabel ohne Umstieg per Bahn machbar. Die Beschilderung ist so gut, dass ich mit der Generalkarte recht gut auskam. (Die Flüche wegen fehlender Schilder zwischen Kusel und Altenglan wurden zensiert.)
Christian Martens

ADFC Bad Vilbel
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