Wein auf Bier... Radeln in Franken 2.0
Reif für die Insel? Im Rhein-Main-Gebiet denkt man da an Mallorca, die Kanaren, vielleicht auch an Sylt. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Bessere so nah liegt? Von Frankfurt aus ist die nächste Insel nach nur 150 Kilometer Fahrt zu erreichen.

Na gut, eine richtig Insel ist die Weininsel bei Volkach am Main streng genommen nicht. Sie wird umschlossen von einer großen Schleife des Flusses und einem Kanal. Und auf ihr wächst hervorragender Wein, wie sich die dreizehnköpfige Radlergruppe unter der Leitung von Joachim Hochstein vom Bad Vilbeler ADFC-Vorstand überzeugen konnte. Bei der dreitägigen Tour handelte es sich um die Fortsetzung der Erkundungsreise „Leben wie Gott in Franken“ von 2006. Stand damals Bierfranken auf dem Programm, war in diesem Jahr Weinfranken das Ziel.
Die Tour begann in Gemünden und führte zunächst am Main entlang über Würzburg und Ochsenfurt, um dann in Richtung der Hügel des Steigerwaldes abzuzweigen. In Hüttenheim bezogen wir im Weinhof am Nussbaum Quartier. Der Winzer, der nach biologischen Prinzipien wirtschaftet, führte die Radler in die Grundlagen des Weinbaus und des Weingenusses ein. „Zum Wein die gleiche Menge Wasser trinken“, lautete sein Rezept gegen Kopfschmerzen. Für durstige Radler gelten andere Kriterien. Das „optimale 2:1-Verhältnis für deinen Körper“ bedeutet: zwei Teile Wasser, ein Teil Wein. Oder war es umgekehrt?
Bei der Rundtour über Sommerach, Nordheim, Volkach und Iphofen am folgenden Tag gab es genügend Gelegenheiten, das zu testen. Überraschend zu sehen war, wie modern sich fränkische Weinbauern und Winzergenossenschaften mittlerweile präsentieren. Die Vinotheken in Sommerach, Nordheim und Iphofen haben nichts mehr gemein mit biederer Weinseligkeit, sondern sind hervorragende Zeugnisse moderner Architektur.
Für den Fahrradtourismus ist die Gegend bestens geeignet, sind doch selbst die Nebenrouten lückenlos ausgeschildert. Natürlich sollte man aus Gründen der Verkehrssicherheit den Verlockungen des Weins nicht zu sehr erliegen. Völlig unproblematisch ist dagegen das Silvaner-Eis, das es am dritten Tag auf der Rückfahrt in Dettelbach am Main zu kosten gab. Von Würzburg aus brachte uns die Bahn nach Hanau. Von dort wurde über die Hohe Straße nach Bad Vilbel gefahren.

Text: Günter Murr, Fotos: Ute Gräber-Seißinger

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