Radtour im Grenzbereich
Ich möchte von einer sehr schönen Radtour an Fulda und Werra mit ThedaTours berichten.

Mit der Bahn fahren wir nach Kassel, am Bahnhof Wilhelmshöhe beginnt die Radtour. Durch Grünanlagen und die Karlsaue vorbei an der barocken Orangerie gelangen wir an die Fulda und erreichen dort den Fulda-Radweg.
Diesem sehr schön ausgebauten und durch eine wunderbare Landschaft führenden Radweg folgen wir flussabwärts bis Hann. Münden, einer Stadt mit mehr als 700 Fachwerkhäusern und einem imposanten Weserrenaissance-Rathaus, die am Zusammenfluss von Fulda und Werra liegt.
Nach einer Stadtrundfahrt und einem Eiscafebesuch folgen wir nun der Werra auf dem Werra-Radweg flussaufwärts bis zur Kirschenstadt Witzenhausen. Auch hier beeindruckt uns die Fachwerkarchitektur. Nachdem wir unser Hotel erreicht haben, können wir die Eindrücke des Tages bei einem guten Abendessen auf uns wirken lassen.

Am nächsten Tag, weiter entlang der Werra, wieder Natur pur – wir erleben eine saftig grüne Mittelgebirgslandschaft, in der wunderschöne Fachwerkstädte liegen.  Zuerst kommen wir nach Bad Soden-Allendorf, heute ein Heilbad, das eng mit der Geschichte der Salzgewinnung verbunden ist.
Am Nachmittag erreichen wir Eschwege, Theda animiert uns auch hier zu einer Rundfahrt durch die mittelalterliche Innenstadt mit vielen Fachwerkfassaden und zum Aufstieg auf den markanten Torturm. Wie zur Belohnung für die Turmbesteigung, gibt es auch hier ein schönes Eiscafe mit köstlichen Eiskreationen. Hier verweilen wir länger als geplant, denn Petrus lässt es zwischenzeitlich regnen.
Es wird Zeit weiterzuradeln. Wir kommen nach Wanfried mit seinem Werrahafen, der an vergangene Handelszeiten und die Werraschifffahrt erinnert. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel in Altenburschla, einem kleinen sehr schönen Landhotel.

Am nächsten Tag, nach einem guten Frühstück, führt unser Werra-Weg, wie auch schon am Vortag, im Grenzbereich zwischen Hessen und Thüringen zum Teil auf dem Todesstreifen der ehemaligen Innerdeutschen Grenze.
Wir besuchten die am Fuße der Burg Normannenstein gelegene Fachwerkstatt Treffurt. Ferner den Ort Creuzburg, eine der ältesten Städte Thüringens, mit einer im 12. Jahrhundert erbauten Burg. Während wir die Burg besteigen, ist unsere Tourenleitung damit beschäftigt den Platten an ihrem Rad zu reparieren. Danach radeln wir weiter bis nach Hörschel. Hier besuchen wir die Stelle wo direkt an der Werra der Rennsteigweg beginnt. Wir haben auch über die Steine sinniert, die jeder Rennsteigwanderer mittragen sollte.

Um unser Tagesziel, die Wartburgstadt Eisenach, zu erreichen, müssen wir die Werra verlassen und den Radweg entlang des kleinen Flüsschens Hörsel benutzen. Theda führt uns zuerst eine Runde durch Eisenach, vorbei an den wichtigsten Gebäuden und zu den Wirkungsstätten der wichtigsten Söhne der Stadt, Martin Luther und Johann Sebastian Bach, bevor wir zielsicher unser Quartier im historischen Stadtkern erreichen.
Am nächsten Tag steht vormittags ein Besuch des Welterbes „Wartburg“ auf dem Programm. Gnädigerweise erlässt es Theda uns, den steilen Burgberg mit dem Rad zu erklimmen. Oben mit dem Taxi angekommen, können wir uns die verschiedenen Tore und Höfe der Burg anschauen, später folgt ein ausführlicher Rundgang mit Führung durch den Palas.

Nach dem Besuch der Wartburg verlassen wir Eisenach und radeln zurück an die Werra Hier erwartet uns das aus den vergangenen Tagen bekannte Landschaftsbild entlang des Flusses. Später kommen wir über Herleshausen und Gerstungen ins „Land der weißen Berge“. Die Steinsalzhalden, die im Laufe der Jahre zu mächtigen Bergen angewachsen sind, prägen weithin das Landschaftsbild. Besonders hoch und damit weithin sichtbar ist der „Monte Kali“ bei Heringen. Auf schönen Wegen erreichen wir unser Tagesziel, den im 12. Jahrhundert gegründeten Ort Philippsthal mit seinen Fachwerkhäusern und einem Schloss mit schönem Park. In einem netten Hotel hat uns Theda für die letzte Nacht einquartiert. Bevor wir uns aber ausruhen und stärken konnten, steht ein Besuch in Vacha auf dem Programm.
Vacha ist eine Stadt in Thüringen, in der es an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu einer Merkwürdigkeit kam: Die Grenze verlief mitten durch ein Haus, was an diesem heute noch sichtbar ist.

Zurück in unserem Hotel wird rasch geduscht und sich anschließend bei einem guten Abendessen gestärkt. Unsere Pessimisten sagen für die Nacht ein Mückenvergnügen voraus, werden aber zu aller Erleichterung enttäuscht.
Am nächsten Tag starten wir nach einem opulenten Frühstück zur letzten Etappe der Tour. Der Radweg führt entlang der Ulster, einem Flüsschen, das in der Rhön entspringt. Der Weg führt durch die reizvolle Mittelgebirgslandschaft der hessischen Rhön, zu dem hübschen Städtchen Tann mit einer schönen Schlossanlage, einem sehenswerten Marktplatz sowie dem Renaissance-Stadttor.
Nachdem einige Tanner Wurstspezialitäten gebunkert sind, folgen wir weiter dem Ulsterradweg leicht bergauf und erreichen bei Aura den Milseburg-Weg, einem bekannten Terrain.

Einige Kilometer steigt der Weg noch an, bevor wir zum oberen Tunnelmund des 1.172 m langen Milseburg-Tunnels kommen. Hier rasten wir ein letztes Mal, bevor wir durch den Tunnel und danach kilometerweit bergab in die Barockstadt Fulda rollen. Am dortigen Bahnhof ist sogar noch Zeit für ein erfrischendes Getränk, bevor wir bequem mit der Bahn zurück nach Frankfurt fahren.
Fazit: Es war eine sehr schöne Radtour mit ThedaTours mit vielen interessanten Endrücken. Ein Mitradeln auf dieser Tour in der nächsten Saison ist nur zu empfehlen.

Text und Fotos: Klaus Konrad

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