Golfplatzquerung – keine kurzfristige Lösung

Bad Homburg Noch vor gut einem Jahr zeigte sich der seinerzeitige Verkehrsdezernent der  Stadt, Stadtrat Vollrath-Kühne, zuversichtlich, den Golfclub zur Errichtung eines Fangzauns bewegen zu können, um den Bad Homburger Radrundweg besser zu sichern.
Hintergrund ist, dass der Weg im Stadtteil Dornholzhausen den Golfplatz unmittelbar an einem Abschlagpunkt quert. Der ADFC hatte seinerzeit interveniert und auf die mögliche Gefährdung der Radler hingewiesen, nachdem die Golfer diesen Abschlagpunkt neu angelegt hatten. Allerdings ließ sich offenbar keine einvernehmliche Lösung mit dem Golfclub erzielen, da der angedachte Fangzaun so hoch sein müsste, dass kein Abschlag mehr möglich wäre.

Da offenbar auch die am einfachsten erscheinende Lösung, den Abschlagpunkt hinter den Weg zu verlegen, nicht möglich ist, hatte der ADFC die Verlegung des Radrundweges um den Golfplatz herum vorgeschlagen.
Die Stadt Bad Homburg hatte daraufhin in einem innerstädtischen Gutachten verschiedene Lösungsmöglichkeiten beleuchtet, wie der Gefahrenpunkt entschärft werden könnte.
Das jetzt vorgelegte Ergebnis zeigt, dass Lösungen, die Querung des Golfplatzes zusätzlich zu sichern, nicht realisierbar sind. Neben einem Fangzaun war daran gedacht, den Radweg einfach tiefer, quasi in einen Kanal, zu legen, was am bodennahen Grundwasser auf dem Gelände scheitert. Auch eine andere Wegführung über den Golfplatz würde neue Gefahren an anderen Abschlagpunkten nach sich ziehen.

Der Lösungsvorschlag des ADFC, den Radrundweg außerhalb des Golfplatzes zu führen, setzt den Ausbau eines jetzigen Trampelpfades zu einem regulären Radweg in einer Länge von ca. 700 m voraus. Auch dieser Vorschlag wurde bedauerlicherweise seitens der Stadt aus Kostengründen als unverhältnismäßig verworfen.

Sie sieht mittlerweile mit den errichteten Drängelgittern und Hinweisschildern, die Radler auf die Querung des Golfplatzes aufmerksam machen, eine ausreichende Verkehrssicherheit als gegeben an. Entsprechend sollte denn auch der Beschluss des Verkehrsausschuss am 01.12.09 ausfallen, nämlich dass der Status quo mangels realistischer Alternative beibehalten wird. Nach Ansicht des Verkehrsausschusses ist das verbleibende Restrisiko vertretbar, wenn allen Beteiligten die erforderliche gegenseitige Rücksichtnahme walten lassen.

Auf Betreiben des ADFC wurde der Beschluss dahingehend erweitert, dass dies lediglich als Interimslösung verstanden wird und das Ziel der Verlegung des Radrundwegs außerhalb des Golfplatzes auf der Grundlage ADFC-Vorschlags weiterhin verfolgt wird.

„Der ADFC wird diesen Weg politisch weiter verfolgen. Denn eines ist klar: alle anderen Lösungen mögen den Gefahrenpunkt entschärfen, können ihn aber nicht aus der Welt schaffen“, so Bernhard Wiedemann, Verkehrpolitischer Sprecher des ADFC Bad Homburg.

Stefan Pohl

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9 Februar, 2010 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt