Vier Glanzlichter und ein Flop
aus dem Frankfurter Westen
Auch wenn der Frankfurter Westen bezüglich Radinfrastruktur und Mobilitätswende nicht so viel Aufmerksamkeit erhält, wie andere Stadtbezirke: Manches tut sich hier doch.
1 Radweg-Provisorium zwischen Sossenheim und Eschborn
Seit Jahren ist es eine nervige bis gefährliche Angelegenheit, mit dem Fahrrad zwischen Sossenheim und Eschborn zu pendeln: Die Verbindung über die Wilhelm-Fay-Straße ist wegen des Baus der Regionaltangente West derzeit nur eingeschränkt nutzbar, der sogenannte „Rattentunnel“ unterhalb der A 66 hat eine zweifelhafte Bekanntheit unter Radfahrerinnen und Radfahrern und die Nutzung der Siegener Straße erfordert wegen fehlender Radinfrastruktur viel Mut.
Zumindest bei letzterer Verbindung hat sich etwas getan. Ende Mai dieses Jahres hat nämlich Hessen Mobil damit begonnen, einen provisorischen Geh- und Radweg entlang der Siegener Straße zwischen Sossenheim und Eschborn zu bauen und passend zum Redaktionsschluss dieser Frankfurt aktuell-Ausgabe sind die Bauarbeiten so gut wie abgeschlossen. Das Ergebnis ist ein Zwei-Richtungs-Weg, der sowohl vom Fuß- als auch vom Radverkehr genutzt werden kann und mit einer Betonwand von der Kfz-Fahrbahn abgegrenzt ist. In Höhe des Sossenheimer Friedhofs wurde außerdem eine Querungshilfe errichtet, die den Wechsel auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite erleichtern soll.
Ein umfassender Ausbau des Geh- und Radwegs soll im Zuge der für 2029 geplanten Sanierung der Autobahnbrücke durch die Autobahn GmbH des Bundes erfolgen. Da aber die Siegener Straße intensiv vom Rad- und Fußverkehr genutzt wird, hat sich Hessen Mobil vorab für das Provisorium entschieden, damit bereits jetzt die Verkehrssicherheit erhöht und das Unfallrisiko reduziert wird.
2 Endlich Asphalt statt Matsch am Niddaufer
Seit ihrem Bau vor 13 Jahren stieß die Brücke am ehemaligen Höchster Wehr auf der nördlichen Uferseite der Nidda auf einen Weg mit sogenannter „wassergebundener Decke“. Das sorgte für einigen Frust bei den Radfahrerinnen und Radfahrern, verwandelt sich dieser Wegebelag bei Nässe doch gern in Matsch. Ein weiteres Problem war das Wegwaschen des Wegebelags, wenn Regen die Brücke hinab floss. Der Absatz von mehreren Zentimetern zwischen Brücke und Weg, der sich dadurch bildete, trug nicht gerade zum Fahrkomfort bei.
Dementsprechend groß war die Freude, als die Stadt Frankfurt Anfang Mai ankündigte, dass zunächst die dort befindliche Straße Im mittleren Sand saniert und anschließend der bisher unbefestigte Fuß- und Radweg zwischen der Hausnummer 62 und der Brücke über den Sulzbach ausgebaut wird. Hier sollte ein Asphaltbelag eingebracht werden. Das Ziel dieser Maßnahme war die nachhaltige Instandsetzung der Verkehrsflächen sowie die Verbesserung der Sicherheit für alle Personen, die diesen Weg nutzen – und das wurde erreicht!
3 Neue Rot-Markierungen in Griesheim
Der Radweg an der Kreuzung Mainzer Landstraße/Waldschulstraße wurde auf Höhe der dortigen Tankstelle modernisiert. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) hat hier die Zu- und Abfahrten der Tankstelle neu asphaltiert. Zusätzlich wurden die Bereiche mit Piktogrammen auf rotem Grund visuell auffälliger gestaltet.
Diese Modernisierung wurde aufgrund eines Gutachtens der Unfallkommission der Stadt Frankfurt (UKO) veranlasst. Dieser waren nämlich in der Vergangenheit zahlreiche Beinaheunfälle zwischen dem Rad- und Kfz-Verkehr an dieser Stelle gemeldet worden. Nach eingehender Analyse stellte die UKO eine erhöhte Unfallgefahr fest und veranlasste die Nachbesserung.
Bleibt zu hoffen, dass es an diesem Teilstück der Mainzer Landstraße zukünftig nicht mehr zu Unfällen kommt. Auf jeden Fall aber sollten Radfahrerinnen und Radfahrer (Beinahe-)Unfälle an die Polizei melden. Nur so gelangen diese Meldungen an die Unfallkommission und können so Verbesserungen der Radinfrastruktur bewirken.
4 Flexi-Poller am Dahlbergkreisel in Höchst
Bereits seit längerem war den Aktiven des „Radlertreffs im Westen“ die Zufahrt zum Dahlbergkreisel von der Königsteiner Straße aus kommend ein Dorn im Auge. Hier wird nämlich der Radverkehr wenige Meter vor dem Kreisel vom Hochbord-Radweg auf die Fahrbahn geleitet. Zwar weist eine Sperrmarkierung den Kfz-Verkehr darauf hin. Trotzdem gab es immer wieder heikle Situationen, in denen der Radverkehr missachtet wurde.
Daraufhin traten die Aktiven im April 2025 an das Radfahrbüro der Stadt Frankfurt heran und baten darum, dass diese Stelle durch Klemmfixe, Poller oder ähnliches entschärft wird und die Radfahrerinnen und Radfahrer sicher vom Hochbord-Radweg auf die Fahrbahn gelangen.
Im Januar dieses Jahres meldete das Radfahrbüro zurück, dass die Stelle durch zwei sogenannte Flexi-Poller abgesichert wird. Ein weiteres halbes Jahr ging ins Land, bis die beiden Poller dann auch endlich aufgestellt waren.
So sehr sich der „Radlertreff im Westen“ auch über die Umsetzung seiner Anregung freut: Es bleibt die Frage, weshalb dieser eigentlich einfache Vorgang so lange dauerte.
5 Wildwuchs an der Höchster-Farben-Straße
Wo viel Licht ist, gibt es bekanntermaßen auch immer Schatten. Ein aktuelles Beispiel für diesen „Schatten“ im Frankfurter Westen sind die üppig wachsenden Büsche und Bäume entlang des Radwegs an der Höchster-Farben-Straße.
Seit über einem Vierteljahr mehren sich die Meldungen auf der Meldeplattform Radverkehr und im Mängelmelder der Stadt, dass die Vegetation den Radverkehr behindert und man bitte Büsche und Bäume etwas zurückschneiden möge. Für diesen Vegetationsstreifen ist jedoch nicht die Stadt zuständig, sondern die Deutsche Bahn, und diese scheint das Problem aussitzen zu wollen – sehr zum Ärger der Radfahrenden, die zwar gern mal eine Tour ins Grüne machen, aber bestimmt nicht so!














