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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main
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links: Ankunft auf dem Marktplatz im Zentrum Bad Vilbels
Petra Häfner
rechts: Wulfhard Bäumlein vom ADFC (links) begrüßt die Teilnehmenden der Tour
Walter Baumann

Bad Vilbel/Karben

Tour de Natur 2026 – Zwischenstopp auch in Bad Vilbel

Am Montag, dem 27. Juli, machte die Tour de Natur Station in Bad Vilbel. Wir beteiligten uns, vertreten durch Wulfhard Bäumlein, am Empfang der gut 100 Radelnden, die sich zur Teilnahme an der Tour angemeldet hatten. Um 10.30 Uhr begrüßte Wulfhard die Radelnden auf dem Marktplatz in der Innenstadt im Rahmen einer Kundgebung. Die Firma Hassia Mineralbrunnen spendierte kalte Getränke.

Wulfhard machte in seiner Begrüßungsrede die lokale, hessische und bundesweite Verkehrspolitik zum Thema. Nach wie vor genießt das Auto Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmenden und dem Öffentlichen Personennahverkehr. Sichtbare Zeichen hierfür sind unter anderem die Projekte zum Ausbau der A 5 auf zehn Spuren zwischen Frankfurt und Friedberg und zum Ausbau der B 3 zwischen Bad Vilbel-Massenheim und Karben-Kloppenheim. Hinzu kommt die Weigerung des Bundesverkehrsministeriums, jüngst erneuert durch den Verkehrsminister Steffen Bilger, ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen einzuführen. In Anbetracht der „Hitzewallungen“, die uns in diesem Sommer bisher heimgesucht haben, dränge sich der Verdacht eines verkehrs- und klimapolitischen Autismus auf, so Wulfhard unter Beifall der Zuhörenden.

Bei der Verkehrswegeplanung sollten alle Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt werden. Erheblicher Nachholbedarf besteht in diesem Kontext bei den Radwegen. „Dem motorisierten Verkehr wird viel Platz eingeräumt, dagegen sollen sich beispielsweise an der Friedberger Straße Radler und Fußgänger ihren Weg teilen“, so Wulfhard.

Hintergrund

Die Tour de Natur ging 1991 aus dem Widerstand gegen die Thüringer-Wald-Autobahn hervor. Nunmehr zum 36. Mal setzte sie sich gegen naturzerstörende Verkehrsprojekte, für klimafreundliche Alternativen zum Auto und für eine nachhaltige Energiepolitik und Landwirtschaft ein. Zu den Schwerpunkten zählt der Radverkehr. Die diesjährige Tour fand vom 25. Juli bis zum 9. August statt. Sie begann in Frankfurt und führte über Marburg bis nach Erfurt. Die Teilnahme an der Tour de Natur ist stets auf der gesamten Strecke oder auf einzelnen Etappen möglich.

Auch Wolfgang Schuch, Mitarbeiter von Hessen Mobil und Ko-Organisator der diesjährigen Tour de Natur, sprach auf der Kundgebung: „Wir radeln für den Schutz unserer Lebensgrundlagen und setzen uns für die Energie- und Verkehrswende ein. Wir müssen in Wirtschaft und Gesellschaft umdenken.“

Eine Teilnehmerin war mit Rad und Bahn aus Bremen angereist, eine andere aus Heidelberg. Am Schluss der Kundgebung stimmten alle den „Verkehrswende-Rap“ an. Sodann schnappten sie ihre Fahrräder und steuerten – eskortiert von der Polizei – den Dottenfelderhof an, wo sie mit Speis und Trank versorgt wurden. Die Etappe beendeten sie später am Abend in Bad Nauheim.

Ute Gräber-Seißinger