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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main
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Verkehrssicherheit an der
Friedberger Landstraße

Reduzierung auf einen Fahrstreifen, Tempo 30 und ein üppig breiter Radweg auf der Friedberger Landstraße: Technisch ist das kein Problem.

Aber leider gilt das nur für eine kommerzielle Veranstaltung und nicht für die alltägliche Verkehrssicherheit. Jedes Jahr zeigt der Ironman, was alles möglich ist, wenn eine Organisation Geld bezahlt – leider nur dann.

Wir möchten den sportlichen Wettkampf gar nicht für diese ergriffenen Maßnahmen kritisieren, wundern uns aber über die Prioritäten in der Stadt. Wer Geld bezahlt, bekommt mehr Verkehrssicherheit.

Erst Anfang 2026 wurde in der Gegenrichtung an der Straßenbahnhaltestelle ein Fußgänger getötet. Die Polizei geht von deutlich überhöhter Geschwindigkeit des Autofahrers aus und prüft Hinweise auf ein illegales Autorennen. Für die Ermittlungen wurde sogar die Friedberger Landstraße für die aufwendige Rekonstruktion und Testfahrten gesperrt. Wir konnten dieses Spektakel vor Ort verfolgen: Auf der von der Polizei gesperrten Strecke führten die Gutachter mehrere Testfahrten mit verschiedenen Geschwindigkeiten durch, begleitet durch Kameras am Boden und in der Luft. Ab der Ampel an der Friedberger Warte, einer idealen Startlinie für ein Rennen auf der schnurgeraden Straße, wurde in Stufen bis zum Maximum beschleunigt. Der Bremsweg beim schnellsten Durchgang war beeindruckend: Die Gutachter konnten das Fahrzeug erst kurz vor der Auffahrt auf die A661 wieder zum Stehen bringen. Bauliche Konsequenzen wurden bisher keine gezogen, es darf weiter gerast werden.

Zusätzlich zu den ohnehin schon hohen Geschwindigkeiten soll auch noch die Auffahrt auf die A661 für den Kraftverkehr optimiert umgebaut werden – zu Lasten der Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs. Um aus Frankfurt auf die A661 in Richtung Offenbach zu fahren, soll man zukünftig nicht mehr per Ampel links abbiegen, sondern über einen gefährlichen freilaufenden Rechtsabbieger (wir berichteten ausführlich im Frankfurt aktuell 5/2023: „Gefahrenstelle Freilaufende Rechtsabbieger“) möglichst ungebremst direkt auf die Autobahn auffahren können. Diese Bauart ist bundesweit bekannt und berüchtigt für die unzähligen Opfer, die diese Beschleunigung fordert. Bei neuen Projekten wird daher von deren Nutzung abgeraten, auch die Stadt Frankfurt versucht sich inzwischen mit vorsichtigen Schritten am Rückbau des großen Altbestands. Parallel wird die verantwortliche Autobahn GmbH (also der Bund) in ihrer Zuständigkeit aber neue Gefahrenstellen bauen – so wurde es beschlossen.

Wir haben 2021 erfolglos versucht per offizieller Einwendung gegen den Bau dieser neu geplanten Gefahrenstelle vorzugehen – die „Leistungsfähigkeit“ wurde aber auch an dieser Stelle von der Autobahn GmbH höher gewichtet als die Verkehrssicherheit. Immerhin konnten die Stadt Frankfurt und wir erwirken, dass zumindest für den Fußverkehr eine, vorher nicht eingeplante, Bedarfsampel installiert wird. Auch Radfahrende sollen diesen Fußweg befahren dürfen, natürlich langsam und mit entsprechenden Umwegen und Wartezeiten. Die Menschen auf dem ungeschützten und direkt geradeaus verlaufenden Radweg müssen sich leider zukünftig mit dem Prinzip Hoffnung zufrieden geben.

Unser Fazit: Wer Rennstrecken baut, bekommt Autorennen. Inklusive der getöteten und verletzten Menschen. Auf die Frage, wieso solche Rennstrecken nur für kommerzielle Veranstaltungen etwas entschärft werden können, haben wir leider keine gute Antwort.

Ansgar Hegerfeld