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Werkzeug für kleine Fahrradreparaturen

Fahrrad-Reparaturstationen an der Goethe-Uni

Drei öffentlich zugängliche Fahrrad-Reparaturstationen stehen inzwischen an Standorten der Goethe-Universität. Zwei befinden sich auf dem Campus Westend, eine weitere am Sportcampus Ginnheim. Eine bereits gelieferte vierte Station ist für den Campus Riedberg vorgesehen.

Die Säulen können rund um die Uhr genutzt werden. Zur Ausstattung gehören eine fest eingebaute Handpumpe und Werkzeuge, die mit Stahlseilen an der Station gesichert sind: Schraubendreher, Maul-, Inbus- und Torx-Schlüssel sowie Reifenheber. An einer Halterung lässt sich das Fahrrad so aufhängen, dass Kurbeln und Räder beweglich bleiben.

Damit können Radfahrende Reifen aufpumpen, Schrauben festziehen und sogar Bremsen oder die Schaltung nachstellen. Selbst ein Schlauchwechsel ist möglich. Nur Ersatzteile gibt die Säule nicht aus: Ersatzschlauch oder Flickzeug müssen die Nutzerinnen und Nutzer selbst mitbringen.

Für aufwendigere Arbeiten gibt es auf dem Campus Westend weiterhin die gemeinnützige AStA-Fahrradwerkstatt. Dort reparieren Radfahrende ihr Fahrrad selbst; Werkzeug, Arbeitsplatz und fachkundige Hilfe stehen bereit. Zum Angebot gehören außerdem Reparaturkurse. Die frei zugänglichen Reparaturstationen sind für kleinere Arbeiten gedacht, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Werkstatt.

Bis eine solche Station steht …

Bis eine solche Station steht, braucht es mehr als Werkzeug und ein Fundament. Die AStA-Fahrradwerkstatt setzte sich für Standorte ein und begleitete die Umsetzung. Das Mobilitätsdezernat der Stadt stellte die Stationen zur Verfügung, das Amt für Straßenbau und Erschließung war an Lieferung und technischer Abstimmung beteiligt. In der Universität brachte das Nachhaltigkeitsbüro Fahrradwerkstatt, Hochschulleitung und Pressestelle zusammen. Der organisatorische Werkzeugkasten war damit deutlich größer als der an der Säule.

Den politischen Rahmen bilden der Mobilitätsplan und die Nachhaltigkeitsstrategie der Universität. Der Campus soll sozial-ökologisch, klima- und chancengerecht gestaltet werden und bis 2038 netto-treibhausgasneutral sein. Eine Reparaturstation wird dieses Ziel nicht im Alleingang erreichen. Für eine Maßnahme aus einem Strategiepapier ist sie aber erfreulich handfest.

Dabei verweist die Universität auf ihre Mobilitätsbefragung von 2024. Demnach kommen knapp ein Fünftel der Beschäftigten und knapp zehn Prozent der Studierenden mit dem Fahrrad. In beiden Gruppen kann sich mehr als ein Drittel grundsätzlich vorstellen, künftig aufs Rad umzusteigen. Reparaturstationen ersetzen keine sicheren Radwege oder gute Abstellanlagen, ergänzen diese Infrastruktur aber um einen praktischen Service.

Mit der vorgesehenen Station am Riedberg soll das Angebot auf einen weiteren Campus ausgeweitet werden. Dauerhaft nützlich bleibt es allerdings nur, wenn Pumpen und Werkzeuge regelmäßig kontrolliert und instand gehalten werden. Auch nachhaltige Infrastruktur braucht schließlich Wartung – nicht nur das Fahrrad.

Lars Nattermann