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Oberursel/Steinbach

„Radspaß“
Pedelec-Training im Hochtaunuskreis

Seit zwei Jahren führen Bengt Köslich und Birgit Dettmar-Voerste, zertifizierte Fahrsicherheitstrainer:innen vom ADFC Oberursel/Steinbach Fahrsicherheits-Trainings durch. Alle Termine waren bisher ausgebucht.

Immer mehr Radfahrende steigen auf ein Pedelec um, gerade im und am Taunus heutzutage für viele das Fahrrad der Wahl. Aber das Rad mit Elektroantrieb ist nicht nur schwerer und schneller als ein normales Fahrrad. „Man kauft sich ein Pedelec und denkt, dank Motor geht jetzt alles leichter“, berichtet eine Teilnehmerin über ihre Erfahrung. „Dabei reagiert das Pedelec ganz anders als das Biobike.“ Manch eine oder einer fühlt sich erst einmal unsicher. Das dreistündige Training auf dem Verkehrsübungsplatz der IGS Stierstadt in Oberursel soll das ändern. Und es kann dazu beitragen, nach einem Unfall die Angst zu überwinden und wieder auf das Rad zu steigen.

In kleinen Gruppen mit bis zu acht Personen lernen die Teilnehmenden ihr Pedelec besser kennen. Teilnehmerin Brigitte Huß aus Liederbach nennt Beispiele: „Ich weiß jetzt, wie ich die Schiebehilfe richtig bedienen kann. Ich habe gelernt, dass ich meine Räder an einer Tankstelle aufpumpen kann, vorher hatte ich keine Ahnung, welch unterschiedliche Ventile es gibt.“ Sicherheits-Check und Ergonomie sowie die richtige Helmposition sind Themen und lösen immer viele Fragen bei den Radler:innen aus. Vor allem aber üben sie das Aufsteigen, Anfahren, Absteigen, Anfahren am Berg, punktgenaues Bremsen, bewusst langsames Fahren, Spur halten, einhändiges Fahren und Lenken, und sie trainieren ihr Gleichgewicht in speziellen Übungen. Sie haben dabei viel Spaß und auch schon erfahrene Radler:innen stellen sich gerne der Herausforderung, durch den Hütchenparcours im Slalom zu fahren.

Eine Erholungspause im Schulungsraum bietet der Theorieunterricht. „Ich muss nicht den Radweg nutzen, oder?“ fragte jemand. „Das kommt drauf an“, antwortet der Trainer und zeigt die unterschiedlichen Kennzeichnungen von Radwegen. Die Erläuterung der wichtigsten Regeln der Straßenverkehrsordnung und einiger Verkehrszeichen kommt gut an, denn die Führerscheinprüfung ist meist schon eine Weile her. Nach der Theorie geht es wieder raus zu den praktischen Übungen.

Geübt wird auch das Bremsen. „Kaum einer weiß, dass die linke Bremse für’s Vorderrad und die rechte für’s Hinterrad ist,“ stellt Bengt Köslich fest und lässt die Teilnehmenden die linke Bremse fest gedrückt halten und dann das Rad vorwärts schieben. Groß ist das Erstaunen, dass das Hinterrad hoch geht. „Darum immer mit beiden Hebeln gleichzeitig bremsen“, empfiehlt Bengt.

„Wichtig ist uns, auf das richtige Schalten hinzuweisen, insbesondere am Berg. Bei Touren zeigt sich, dass die Radler:innen oft nur die Unterstützungsstufe des Pedelecs benutzen, statt in einen kleineren Gang herunterzuschalten, wie sie es vom Auto kennen,“ sagt Trainerin Birgit Dettmar-Voerste, die als Tourenleiterin erlebt hat, dass es so schnell zu einem Sturz kommt.

Die beiden Fahrsicherheitstrainer beobachten die Teilnehmenden genau und geben Tipps zur persönlichen Sicherheit im Straßenverkehr und zur eigenen Ausrüstung, auch Empfehlungen, dieses oder jenes am Fahrrad zu ändern.

ADFC-Mitglieder zahlen 25 Euro, Nichtmitglieder 35 Euro. Der letzte Termin in diesem Jahr findet am 4. Oktober statt. Eine Anmeldung über das Tourenportal ist noch möglich.

Birgit Dettmar-Voerste