Uta Fitzen
„Meine größte Abenteuerreise ging nach Rumänien “
In Köln geboren, in Karlsruhe zur Schule gegangen – mit 16 Jahren kam Uta Fitzen dann nach Frankfurt. Hier studierte sie BWL, bevor es sie für ihren ersten Job gen Norden nach Glasgow (Schottland) zog, wo sie in ihrer Freizeit die Highlands zu Fuß und auf dem Mountainbike erkundete. Seit 2014 ist die ruhige und sympathische Uta Mitglied im ADFC. Zunächst als Teilnehmerin bei Touren, wobei sie das Engagement der Tourenleitenden sehr beeindruckte, die ja oft mit ausfallenden Zügen, Hotel- und Restaurantreservierungen oder dem Wetter zu kämpfen haben. Einige Feierabend- und Mehrtagestouren später beschloss sie dann, sich selbst zum Tour Guide ausbilden zu lassen. Seit Februar 2025 ist sie zudem Mitglied des Kreisvorstands Frankfurt.
Bitte stelle Dich in drei Adjektiven vor.
Aufgeschlossen. Analytisch. Zuverlässig.
Wie bist Du zum Fahrradfahren gekommen?
Als ich in Karlsruhe zur Schule ging, gab es das Konzept des Elterntaxis noch nicht, so bin ich dort alle Wege mit dem Rad gefahren. Ich habe das Glück, drei ältere Brüder zu haben, da fielen immer Räder für mich ab. In meinem Leben war das Fahrrad also stets präsent, ob zum Transport im Alltag oder für Freizeittouren. Meine größte Abenteuerreise habe ich dann in den 90er Jahren unternommen, da ging es nach Rumänien. Das war wirklich Abenteuer pur: Wir hatten die Räder, das Zelt und eine einzige Karte. Die Straßen waren teils in katastrophalem Zustand, es gab viel LKW-Verkehr, wir mussten uns parallel um die Versorgung kümmern und es war zudem sportlich sehr herausfordernd. Aber es hat auch großen Spaß gemacht. Und ich habe dort mit dem Rauchen aufgehört, das fällt mir gerade ein (lacht). Heute fahre ich aber lieber gemäßigtere Touren oder einfach, um von A nach B zu kommen.
Welchen Tipp rund ums Fahrrad hast Du für die Leser:innen von „Frankfurt aktuell”?
Ich schwöre auf Expander für den Gepäckträger. Zum einen kann man damit sein Rad in der Bahn gut fixieren, aber der eigentliche Hintergrund ist ein anderer: Einer Freundin wurden bereits zwei Mal ihre Ortlieb-Satteltaschen geklaut. Und zwar als sie an einer roten Ampel gewartet hat. Der Dieb kannte das System und wusste, dass man die Taschen mit dem Griff einfach nach oben abziehen kann. So schnell konnte sie überhaupt nicht reagieren. Das soll mir natürlich nicht passieren. Der Expander, durch die Trageriemen gezogen, hat somit eine abschreckende Wirkung, denn die Masche basiert natürlich auf Schnelligkeit und dem Überraschungseffekt. Außerdem schließe ich meine Räder vor allem hier in der Innenstadt mit zwei unterschiedlichen Schlössern ab. Auch das ist eine hervorragende Präventionsmaßnahme, die ich übrigens beim ADFC kennengelernt habe.
Was wünschst Du Dir für die Fahrrad-Region Frankfurt?
Das Wichtigste ist für mich Gleichberechtigung unter allen Verkehrsteilnehmenden. Aktuell bin ich immer noch sehr defensiv auf dem Rad unterwegs und mein Eindruck ist, wenn ich das nicht machen würde, wäre ich vielleicht schon nicht mehr am Leben. Ich fühle mich als Radfahrerin immer noch als B-Teilnehmerin im Verkehr und wünsche mir ein lückenloses Fußgänger- und Radwegesystem für mehr Sicherheit.
Was bewegt Dich neben dem Fahrradfahren?
Ich bin gern kulturell unterwegs und in dieser Hinsicht ist Frankfurt einfach ein Fest. Ob es das Museumsufer ist mit seinen erstklassigen Häusern und Ausstellungen oder die Oper mit ihren modernen Inszenierungen oder die Vielfalt an Musik von Jazz bis hin zu Klassik. Kultur bereichert mich und ist mein zweites Steckenpferd.














