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„Ich war schon ADFC-Mitglied, bevor ich
Rad fahren konnte“
Dass er bereits seit seiner Geburt Mitglied im ADFC Frankfurt ist, erfuhr Lars Nattermann erst an seinem 20. Geburtstag: Da bekam er eine Gratulationskarte zu seiner 20-jährigen Mitgliedschaft.
Seit sechs Jahren ist er in der AStA-Fahrradwerkstatt der Goethe-Universität aktiv. Jüngst setzte er sich dafür ein, dass auf dem Campus Westend drei Fahrradpumpstationen installiert wurden – weitere sollen folgen. Neben seinem Masterstudium in Wirtschaftsinformatik arbeitet Lars in einer Bank. Und wenn er nicht auf dem Rad sitzt, spielt er gerne Badminton oder Padel. Seit diesem Jahr gehört er dem ADFC-Kreisvorstand an, wo sein besonderes Interesse der Verkehrspolitik, Social Media und den technischen Themen im IT-Backend gilt.
Bitte stelle Dich in drei Adjektiven vor.
Strukturiert. Vielseitig interessiert. Hartnäckig.
Wie bist Du zum Fahrradfahren gekommen?
Ich war tatsächlich schon ADFC-Mitglied, bevor ich überhaupt Rad fahren konnte (lacht). Ich bin in Frankfurt aufgewachsen, und da ist das Fahrrad für mich einfach das naheliegendste Verkehrsmittel. Radfahren bedeutet für mich Mobilität und Freiheit. Angefangen habe ich als Kind mit einem Puky-Rad. Inzwischen fahre ich aber nicht nur, um von A nach B zu kommen, sondern auch sportlich. Neben meinem Stadtrad habe ich ein Gravelbike, mit dem ich gerne in den Taunus düse oder mit Freunden Tagestouren unternehme, zum Beispiel am Rhein entlang. Dafür habe ich zwei Laufradsätze: einen fürs sportlichere Fahren und einen fürs Gelände. Und wenn ich mal eine längere Tour mit Übernachtungen machen möchte, kann ich einen Gepäckträger montieren. So komme ich tatsächlich mit „nur“ zwei Fahrrädern aus.
Gibt es etwas Besonderes, das du mit dem
ADFC erlebt hast?
Da fällt mir sofort die bike-night ein. Ich nutze sie immer wieder, um Bekannte in meinem Alter an den ADFC heranzuführen. Ich habe viel mit Studierenden zu tun, die erst seit Kurzem in Frankfurt leben. Die erzählen mir oft, dass sich hier in der kurzen Zeit schon einiges an der Radinfrastruktur verbessert hat. Ich selbst lebe schon so lange in Frankfurt und beschäftige mich so intensiv mit dem Thema, dass mir manchmal der Abstand fehlt, um solche Veränderungen wahrzunehmen. Diese frischen Perspektiven finde ich sehr bereichernd. Deshalb ist es toll, dass wir mit der bike-night ein so niedrigschwelliges und gleichzeitig außergewöhnliches Angebot haben.
Welchen Tipp rund ums Fahrrad hast du für
die Leser von „Frankfurt aktuell“?
Mein Tipp aus der AStA-Fahrradwerkstatt: Die Fahrradkette ist ein Verschleißteil, kein Familienerbstück. Mit einer Kettenverschleißlehre lässt sich schnell prüfen, wann ein Wechsel fällig ist. Wer zu lange wartet, verschleißt damit auch Ritzel und Ketten-blätter. Und die sind deutlich teurer als eine neue Kette. Deshalb lieber rechtzeitig wechseln, statt später den halben Antrieb erneuern zu müssen.
Was wünschst Du Dir für die Fahrrad-Region Frankfurt?
In der Frankfurter Innenstadt hat sich schon einiges getan. Was mir aber nach wie vor fehlt, sind gute Radverbindungen in die anderen urbanen Zentren der Region. Klar kann man über Waldwege und Co. fahren. Aber ich wünsche mir richtige Radschnellverbindungen: durchgehend gut asphaltiert, breit genug zum Überholen und so direkt, dass das Fahrrad auch auf längeren Strecken eine echte Alternative ist. Da haben wir noch viel Luft nach oben.
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