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Neue Radwege
in Praunheim
Auf über 800 Metern wurde das Parken und Fahren auf dem Praunheimer Weg neu geordnet. Für den Radverkehr ist der Abschnitt nun deutlich übersichtlicher und besser befahrbar – obwohl zusätzliche Parkplätze angelegt wurden.
Anstatt auf dem alten, schmalen und durch die Führung direkt in der Türzone auch gefährlichen Hochbord-Radweg zu fahren, gibt es nun breite Fahrrad-Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Abschnittsweise wurden die Parkplätze halb auf den ehemaligen Radweg verlegt, um dafür den Platz auf der Fahrbahn zu schaffen. Direkt vor der Europäischen Schule wurden außerdem zusätzliche Fahrradbügel auf dem früheren Radweg installiert, um die dringend benötigten Kapazitäten zu erweitern.
„Nebenbei“ wurden auch die bestehenden Tempo-30-Bereiche zu einem großen zusammengefasst und Lücken geschlossen, was mit der neuen Straßenverkehrsordnung endlich möglich ist. Außerdem wurden unterm Strich sogar noch 12 Parkplätze mehr eingerichtet als vorher verfügbar waren – die oft von Kritikern behauptete „Parkplatzvernichtung durch Radwege“ entpuppt sich einmal mehr als ein Märchen.
Für mehr Sicherheit sollte außerdem sorgen, dass es für den Kraftverkehr keine Mittellinie mehr gibt. Ähnliches wurde bereits vor einiger Zeit z.B. an der „Schönen Aussicht“ umgesetzt: Durch das Fehlen dieser Orientierungslinie fahren Autofahrende automatisch langsamer. Auch der Kreuzungsbereich „Am Stockborn“ wurde deutlich umgestaltet und neue Radwege angelegt. Dafür wurden große und bisher völlig ungenutzte Sperrflächen als Radweg reaktiviert. Wer Platz für einen Radweg sucht, findet ihn also weiterhin auf den bestehenden Straßen!
Gelungenes „Provisorium“
Als „Provisorium“ bis zur nächsten großen Sanierung der Straßen finden wir die Umsetzung wieder einmal gelungen und vor allem ist sie bereits erfolgt. Das Warten auf die perfekte Lösung mit einer baulichen Umgestaltung kann schließlich Jahre und Jahrzehnte dauern.
Nicht alle teilen unsere Begeisterung. Die CDU im für die Nordweststadt zuständigen Ortsbeirat 8 hat prompt einen Antrag eingereicht und fordert den Rückbau bzw. die Verlegung des Radwegs zurück auf den baufälligen Hochbord-Radweg. Die CDU fordert damit auch den Rückbau der neu geschaffenen Parkplätze. Außerdem wurde bemängelt, dass der Ortsbeirat bei der Planung nicht eingebunden wurde. Dabei wurde leider, wie üblich, vergessen, dass die Ortsbeiräte für solche Maßnahmen gemäß der Hessischen Gemeindeordnung gar nicht zuständig sind. Folglich ist auch keine Einbindung notwendig.
Rechtlicher Hintergrund: Solche Maßnahmen werden mittels verkehrsrechtlicher Anordnungen von der Straßenverkehrsbehörde angewiesen. Diese Behörde setzt Bundesrecht vor Ort um, in diesem Fall die Straßenverkehrsordnung. Die Anordnungen erfolgen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit und sie werden grundsätzlich unabhängig von politischen Erwägungen getroffen. Die politisch Verantwortlichen vor Ort sind der Straßenverkehrsbehörde nicht weisungsbefugt, auch wenn die Menschen mit in städtischen Gebäuden sitzen. Ebenfalls spielt die öffentliche Meinung bei der Durchsetzung von geltendem Recht keine Rolle. Insofern ist eine Einbindung des Ortsbeirats oder eine Bürgerbeteiligung vorab nicht notwendig.
links: Auf dem Praunheimer Weg Richtung Süden wird man hinter der Kreuzung zum Gerhart-Hauptmann-Ring mit neuen Markierungen auf der Fahrbahn geführt. Der ehemalige Hochbord-Radweg wurde zum Parkplatz.
rechts: Von „Alt-Praunheim“ kommend gibt es nun eine teilweise baulich getrennte Führung, auch die Querung „Am Stockborn“ wurde überarbeitet.
Vor der Europäischen Schule wurden nicht nur die Bushaltestellen zur Entzerrung auf die Fahrbahn verlegt, sondern in dem Zuge auch weitere Fahrradbügel vor den Eingängen installiert und der Radverkehr auf die Fahrbahn verlegt.Ansgar Hegerfeld (4)
Der Abschnitt „Am Stockborn“ ist für den Radverkehr übersichtlicher und sicherer befahrbar
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