Ausgabe 1/2001   Jan. / Feb.


"Radlerparadies" Dortelweil-West

Namhafte Vertreter des Bad Vilbeler Magistrats reagierten im letzten Frühjahr recht pikiert auf die Veröffentlichung unserer Umfrage von 1999 (siehe auch frankfurt aktuell 3/2000). Bad Vilbel sei eh schon fahrradfreundlich; Einwände und Anregungen Dritter (z. B. Fachverbände wie der ADFC) seien demzufolge überflüssig, störend und überhaupt eine Dreistigkeit, so der Tenor der Erwiderung unseres Verkehrsdezernenten.

Am Beispiel der neuangelegten Radverkehrsanlagen im Bereich des Neubaugebietes Dortelweil-West springt die derart gerühmte "Vilbeler Fahrradfreundlichkeit" besonders ins Auge:

Friedberger Straße - "Rückbau mit Fehlern"

Der sogenannte "Rückbau" der Friedberger Straße war für den Radverkehr nicht nur mit Verbesserungen, sondern mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Oberflächlich betrachtet stellt sich der Radwegebau als "Beglückung" des Radfahrers dar. Diese auch in Bad Vilbel vorherrschende Sichtweise offenbart jedoch nur die halbe Wahrheit.

Ist ein separater Rad-/Fußweg mit mangelhaften Bordsteinabsenkungen an den Auffahrten, holprigem Verbundpflaster, Hindernissen wie Laternenmasten und Schilderpfosten, engen Kurvenradien und unklaren Vorfahrtsituationen in den Kreiseln sowie einer urplötzlich beginnenden und endenden Benutzungspflicht wirklich eine Verbesserung für den Radverkehr? Nach dem neuesten Stand der Baukunst ist hier jedenfalls nicht verfahren worden.

Das Tiefbauamt ist aber zufrieden und verweist sogar auf den besonderen Schutz, den die Radler durch die Bauausführung erfahren. Gut meinen ist eben das Gegenteil von gut machen.

Der an der Friedberger Straße zu besichtigende Radweg offenbart neben einem mangelnden Praxisbezug der zuständigen Planer auch ein Defizit in der Umsetzung der novellierten Straßenverkehrsordnung.

Mangelnde Vernetzung

Die radverkehrsbezogene Vernetzung von Dortelweil mit der Kernstadt und Massenheim wurde bisher unzureichend berücksichtigt. Der Ausbau attraktiver ortsteilübergreifender Radrouten ist auch ein wichtiger Bestandteil der Einbindung des Neubaugebietes in die schon bestehenden Siedlungen.

Unklar ist noch die zukünftige Führung des Radverkehrs in der Friedberger Straße zwischen Dortelweil und Bad Vilbel. Die gegenwärtige Situation ist - Provisorium hin oder her - nicht akzeptabel. Der Radfahrer ist gegenwärtig gezwungen, die Fahrbahn zu benutzen, ohne jeglichen Radfahrstreifen (so etwas ist kein holpriger Bordsteinradweg). Besonders in den Abend- und Nachtstunden wird der Radler hier zum Freiwild.

Aber auch zwischen Dortelweil und Massenheim ist der Zustand der Verbindungen eine Zumutung. Hier wären lediglich einige wegebauliche Maßnahmen notwendig.

Schulwegesicherheit

Einen großen Stellenwert hat eine sichere Radroute für die Schulkinder zwischen Dortelweil-West und den Schulen in Vilbel. Die sichere Führung durch das geplante Neubaugebiet "Krebsschere" und über die stark befahrene Homburger Straße ist unabdingbar. Nebenbei könnte die Schülerroute auch eine attraktive Verbindung in die Innenstadt sein. Quasi als Beitrag zur Belebung der Frankfurter Straße als Einkaufsmeile.

Selbstverständlich steht der ADFC allen Verantwortlichen in Bad Vilbel als Gesprächspartner zur Verfügung.

Armin Möller, Wulfhard Bäumlein, Joachim Hochstein

 

 

So "lieben" wir die Radwegekonzeptionen: "Rabatz" mit Fußgängern und insbesondere Busbenutzern ist hier programmiert.

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