Ausgabe 1/2001   Jan. / Feb.


Kleines ABC
großer Radfahr-Irrtümer

21. Fortsetzung
Um Hinweise auf weitere Stichwörter bittet Harald Braunewell

Parallele Risse im Gummi der Reifenflanken seien Anlass zu größter Besorgnis.

Mitnichten! Glücklicherweise bauen die Hersteller unsere üblichen Reifen auf einem Kreuzfaden-Gewebe, auf der Karkasse, zur Übertragung der Scherkräfte zwischen Felge und Straße auf: es ist ja auch von innen sichtbar. Diese Fäden halten dem Reifen-Innendruck (bei Bahn-Rennradreifen bis zu 15 bar) leicht stand und solche kleinen Risse dürfen als Zeichen guter Ablagerung (was wiederum der Abrieb-festigkeit zugute kommt!) gewertet werden. Wenn allerdings die Karkasse von außen sichtbar gewesen sein sollte, war es meist schon zu spät zum Auswechseln gewesen...

Schlauchreifen seien Reifen ohne Schlauch (Erst die letzte technische Neuerung lässt sowas, wie es ja aus im Kfz-Bau längst Standard ist, für uns Radler erhoffen).

Mitnichten: Bevor die Drahtreifen mit ihren 6, 7 und sogar 8 bar die Wulstreifen restlos verdrängten und Rennradfahrer schon längst die Vorteile des höheren Luftdrucks nutzten, blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als den Schlauch kunstvoll nach jeder Panne wieder in den Reifen einzunähen (eine kaum vorstellbar mühselige und langwierige Arbeit, die sie gern den Müttern, Frauen oder Freundinnen überließen!). Unterwegs war da überhaupt nicht dran zu denken - man hatte ja auch immer Ersatz dabei und klebte den intakten Reifen in Sekunden-Schnelle auf. Bloß bei Minustemperaturen war das so eine Sache: da wollte der Kleber überhaupt nicht halten...

Schlingern s. Stichwort Flattern (7. Fortsetzung)

Ein Speichenschloss zum Einschieben sei die glückliche Lösung des Diebstahl-Problems.

Mitnichten: Wem in voller Berg-ab-Fahrt die doch nicht ganz fest-gezurrte Hinterrad-Packtasche nach der Kurve das ach so bequeme Schloss zwischen die Speichen geschoben hat - und überlebte!! - weiß, wovon die Rede ist...

Ein glückliches Radfahrjahr, das erste im 3. Jahrtausend,
wünscht Harald

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