Ausgabe 4/2001   Juli/August

"Erlebnisweg Rheinschiene"
Eine Radtour durch 4 Städte am Rhein

Radtouren müssen nicht zwangsläufig nur ins Grüne zu Mutter Natur führen. Das Fahrrad eignet sich auch hervorragend für urbanes Sightseeing. Insbesondere dann, wenn unsere ADFC-Freunde aus anderen Städten dafür gesorgt haben, dass dies bei ihnen auch komfortabel und gefahrlos möglich ist. Ein Beispiel dafür war die 3-Tages-Tour "Stadtkultur an Rhein und Ruhr" über Pfingsten, mit 16 TeilnehmerInnen.

Die Tour begann nach frühmorgendlicher Zuganfahrt in Bonn (neben Münster die Stadt mit der höchsten ADFC-Mitgliederdichte in Deutschland); durch das Gründerzeit-Villenviertel Poppelsdorf ging es zum ehemaligen Regierungsviertel und zum Hofgarten, Schauplatz der großen Friedensdemonstrationen der 80er Jahre. Am Rhein entlang führt der "Erlebnisweg Rheinschiene", ein gut ausgebauter und ausgeschilderter Radweg mit neuen Hinweistafeln zu lokalen Sehenswürdigkeiten, dem wir die drei Tage hindurch weitgehend folgten.
Durch die riesige Industriezone Wesseling ging es weiter nach Köln, im Zickzack durch die lebendigen citynahen Viertel, wo der lässig-egalitäre, fast schon südländische Kölner Lebensstil spürbar ist. Die zwei bedeutendsten Kirchen Kölns (St.Pantaleon und Dom) wurden dabei angefahren. Die Übernachtung in der JH Deutz (sehr multikulti, von Kamerun bis Kamtschatka steigen dort Jugendgruppen ab) bietet einen speziellen Vorteil: direkt gegenüber der JH befindet sich die absolute Kultkneipe der rechtsrheinischen Hälfte ("schäl Sick") Kölns, wo es so krachvoll ist, dass man/frau kaum das Kölschglas gerade halten kann – genau richtig fürs flüssige Betthupferl.
In nördliche Richtung ging es durch das Betonghetto Köln-Chorweiler aus der Stadt hinaus über Zons, einem hübschen historischen Städtchen am linken Rheinufer, nach Düsseldorf. Der neuangelegte Fuß- und Radweg mit Blick auf die futuristischen Gebäude Frank O. Gehrys am neuen Hafenviertel ist normalerweise ein echtes Highlight; leider wurde der Eindruck diesmal durch ein Unwetter mit Hagelschauer getrübt. Die neugestaltete Rheinfront, die Königsallee und eine fröhliche Altstadt-Thekenrunde am Abend rundeten das Programm in der Metropole von Mode, Kunst und Werbung ab.
Der "Erlebnisweg Rheinschiene" führt nördlich von Düsseldorf erst in die alte Kaiserpfalz Kaiserswerth und dann in eine völlig andere Welt: die Montan-Industrielandschaft von Duisburg, Europas nach wie vor größter Stahlküche. In Duisburg ging die Tour nahtlos über zum "Emscherpark-Radweg", den wir über den Landschaftspark Duisburg Nord – dort kann ein stillgelegtes Stahlwerk bis oben hin bestiegen und besichtigt werden – zum Oberhausener Gasometer – jetzt ein Ausstellungs- und Eventraum mit 108 Metern Innen-Raumhöhe – begleiteten. Von Essen ging es per Bahn zurück, und zwar 1. Klasse, ein neuer Mehdorn-Gag: Reisegruppen Sonntags in bestimmten ICs nur noch 1. Klasse – der Aufpreis ist gering – weil die sonst Sonntags nicht vollzukriegen wäre. Leider sind dann die Räder am anderen Zugende, aber der Sitzkomfort stimmt !

Bertram Giebeler

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