Ausgabe 4/2001   Juli/August

Stadtteilgruppe Nordwest
Nachwuchsförderung

Am 26. Mai feierte die Astrid-Lindgren-Schule in der Platenstraße ihr 5jähriges Bestehen. Diese Grundschule leistet hervorragende Integrationsarbeit in einem teilweise schwierigen Umfeld. Ginnheimer Vereine und Geschäfte waren eingeladen, zum Fest beizutragen, Eigenwerbung war erlaubt.
Was braucht unser Verein so dringend wie aktive Helfer? Nachwuchstalente natürlich! Hat die ADFC Nordwest-Gruppe da irgendwas zu bieten? In der Hoffnung, dass schon jemand im Verein uns unterstützen würde, haben wir den Geschicklichkeitsparcours versprochen. Fahrrad-Wagner aus Ginnheim bekam auf dem Schulhof einen Stand direkt neben uns und steuerte leihweise ein Rädchen bei, Beate Hunger vom Verein I.d.e.a.L. überzeugte ihre Jüngsten zur Nachahmung – eigene Räder würden die Schulkinder zum Fest ja nicht mitbringen.
Linders kannten den Parcours nicht, eigene Kindererfahrung liegt schon Jahrzehnte zurück. Trotzdem: es wird schon klappen. Die Leute halten die Buchstaben ADFC für einen Schreibfehler, wenn wir nicht immer wieder Flagge zeigen. Ein Schulfest ist eine Chance. Also eine Rund-Mail an Vorstand und diverse Mitglieder mit der Bitte um Unterstützung. Leider kamen kaum Antworten, nur ein paar Absagen.
Anfang Mai sagten dann Reiner Stephan und Thomas Sippel aus dem Kreis der Vogelsberg-Radler spontan ihre Hilfe zu. Damit war’n wir schon vier. Das benötigte Material würden wir vom Verein ja wohl bekommen. Am 13. Mai eine erneute Rundmail u.a. mit der Bitte, die Gerätschaften bereitzustellen. Als bis zum 24.5. keine Antwort kam, wurden wir nervös. Würden wir die Utensilien rechtzeitig bekommen? Wer kann Tipps geben zu Aufbau und Gebrauch des Parcours?
Peter Schepko war die Rettung. Er wusste, wo Kiste und Wippe verstaut waren. Wir bekamen ADFC-Schild, Flyer über Helme und Kinderräder, Tourenprogramme und noch etliche wichtige "Auslegeware", sogar ein paar Hauptgewinne; dormiCIEL steuerte Bonbons und Luftballons bei. So konnte eine Blamage vor dem Orga-Team der Astrid-Lindgren-Schule vermieden werden. Nur fehlte uns weiterhin jeder blasse Schimmer, wie der Parcours funktioniert. Nur Mut Larry!
Gediente Altmitglieder hatten uns versichert, alles stünde glasklar in der beiliegenden Anleitung. Eine reichliche Stunde blieb uns am Tag des Festes zum Aufbau. Hin und her trugen wir die Einzelteile: rot-weiße Ketten, gelbe Plastik-Halbschalen, rot-weiße Hütchen, Holzwippe, halbe Tennisbälle ... die Zeit lief, bis wir halbwegs verstanden, wie es theoretisch gedacht war. Farbige Kreide zum Aufmalen fehlte in der Box. Aber was so eine prima Schule ist, konnte die uns aushelfen. Während wir die letzten Striche auf den Schulhof malten, und den Parcours selbst mit unserem Brompton testeten, wollten die ersten Kids schon wissen, ob das Faltrad der Hauptgewinn sei. Wir mussten sie enttäuschen. Trotzdem reihten sie sich gleich brav in die Warteschlange ein.
Die bauten wir zwischen 13 und 17 Uhr nicht mehr ab. Trotz (u.a.) brillanter Feuerwehr-Demonstration vor dem Schulgebäude war das Interesse der 5 bis 13jährigen Kinder für den Fahrrad-Parcours überwältigend. Geduldig warteten sie bis zu einer halben Stunde in der brütenden Sonne. Manchen war dann anzusehen, dass sie nur selten auf einem Rad sitzen, aber eben doch viel Spaß daran hätten.
Wir hatten 30 Exemplare einer "Urkunde" vorbereitet, damit jede/r zu Hause auch was vorzuzeigen hätte. Um 14.30 Uhr mussten wir zum ersten Mal in der Schule um 20 Fotokopien bitten, um 15.30 Uhr nochmals. Luftballons und (in der Hitze schmelzende) Bonbons gingen weg wie warme Semmeln. Als wir um 17 Uhr erschöpft zusammenpackten, wollten immer noch ein paar Nachwuchs-Talente ihr Können erproben.
Fazit: Die zunächst drei ADFCler konnten den Andrang kaum schaffen; mehr Zeit für die Kinder hätte ein Mehr an Sympathie für den Verein bringen können. Info-Arbeit musste unterbleiben – Flyer wurden kaum an die (spärliche) Elternschaft gebracht. Zwei Umland-Karten wurden verkauft, Spenden gab’s keine. Eine Lehrerin aus einer benachbarten Grundschule wollte uns gleich für ihre Fest-Veranstaltung buchen; aus Zeitmangel konnten wir ihr nur FRANKFURT aktuell überreichen mit Hinweis auf die darin enthaltenen Kontaktadressen.
Das kleinste der geliehenen Räder versagte im Laufe des Nachmittags seinen Dienst, das betroffene Mädchen konnten wir kaum trösten, denn alle anderen Stahl-Ponys waren ihr zu groß. Wir hatten offenbar eine recht schwierige Aufgabe gestellt, die manchen überforderte. Immerhin 9 Kinder schafften dennoch mehr als 30 Punkte, zwei von ihnen die Höchstpunktzahl von 35 sogar ohne den vorgesehenen Testlauf. Unser Erste-Hilfe-Päckchen kam nicht zum Einsatz. Das Verteilen der Hauptgewinne war schwierig zu planen – wir mussten sie der Schulleiterin überlassen, die auf Anhieb alle 8 ihrer SchülerInnen (von ca. 600) kannte. Die Atmosphäre an der Schule mit Kids aus aller Herren Länder war beeindruckend. Wir haben uns vorgenommen, solche Einsätze öfter mal zu bringen. Jetzt wissen wir ja ungefähr, wie’s geht.
Man nehme: ein paar erbettelte/gespendete Kinderräder, einen Parcours mit nummerierten Teilen + bunte Kreide, einen Sonnenschirm, eine Kühlbox, reichlich Bonbons/Luftballons und gestaltete "Urkunden", mindestens zehn Hauptgewinne (Helme, Schreibblocks, Spiele ...), ein oder besser zwei große ADFC-Transparente, einen guten halben Tag Zeit. Und mindestens 4/besser 5 kinderliebe HelferInnen: Wer gelegentlich mitmachen will, im eigenen Stadtteil so was selbst organisieren möchte, oder ein Kinderrad abzugeben hat, melde sich bitte bei

Alfred & Freya Linder, Tel. 53 32 53.

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