Ausgabe 2/2002   März/April

Eiserner Steg wird fahrradfreundlich
Bauarbeiten sollen bereits in diesem Jahr beginnen

Seit ewigen Zeiten verfügt der Eiserne Steg im Gegensatz zum Holbeinsteg über keine Fahrradrampe. Hier müssen sich Radler/ innen mit einem sehr langsamen Fahrstuhl oder scharfkantigen Metallschienen, die große Verletzungsgefahr bergen, begnügen, um ihr Fahrrad auf die Brücke zu bekommen. Als anstrengende Alternative bleibt nur noch, das Fahrrad die Treppe hinauf zu tragen. Und das alles, obwohl der Eiserne Steg wegen der Nähe zur Innenstadt im Norden des Mains und zwei beliebten Cocktail-Bars auf der Sachsenhäuser Seite von Radler/innen deutlich häufiger frequentiert wird als der Holbeinsteg.
Diesem Missstand soll jetzt abgeholfen und der Eiserne Steg mit großzügigen Rampen an beiden Enden für Fahrradfahrer/ innen versehen werden. Für eine möglichst große Bequemlichkeit sollen sehr geringe Steigungen der Auffahrten sorgen. Neben den Radler/innen profitieren von dieser Maßnahme natürlich auch Rollstuhlfahrer/innen, Eltern mit Kinderwagen und des Treppensteigens müde Fußgänger/innen.
Wegen der geforderten geringen Steigung muss die Auffahrt sehr lang werden, so dass das Hafenbahngleis auf der Nordseite überbrückt werden muss. Zunächst wurde deshalb die sogenannte „große Lösung“ angedacht, die eine Brücke vom Fahrtor über den Mainkai und die Hafenbahn zum Eisernen Steg vorsah. Diese Bauweise verbraucht jedoch zuviel Platz in der Fußgängerzone, der bei großen Veranstaltungen wie z. B. dem Weihnachtsmarkt für Stände benötigt wird.
Wegen dieses gravierenden Nachteils einigte man sich schließlich auf die sogenannte „kleine Lösung“. Bei dieser wird die ostwärts führende Fahrspur des Mainkais für die Fahrradauffahrt genutzt. Dies macht natürlich die Sperrung für den Autoverkehr erforderlich. Der Untermainkai wird deshalb zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke zur Einbahnstraße in Richtung Osten. Entsprechend wird auf der Sachsenhäuser Seite die nördliche Fahrspur in Richtung Westen für die Fahrradauffahrt genutzt und das Museumsufer zwischen diesen beiden Brücken zur Einbahnstraße in Richtung Westen. Für den Radverkehr sind natürlich beide Straßen auch in Gegenrichtung freigegeben.
Autofahrer werden daher in Zukunft auf der Fahrt den Main entlang diesen ggf. zweimal überqueren. Diese Behinderung sehen die städtischen Behörden aber als nicht allzu groß an, da die Ampelschaltungen an den betroffenen Straßenkreuzungen geändert werden, um einen möglichst reibungslosen Verkehrsablauf zu gewährleisten.
Leider müssen für die Rampe auf der Sachsenhäuser Seite ca. zehn Bäume gefällt werden, was im zuständigen Ortsbeirat 5 sehr kritisch gesehen wurde und auch zu einigen Bürgerprotesten geführt hat. Letztlich ließen sich jedoch alle überzeugen, dass die Förderung des Radverkehrs die umweltpolitischen Nachteile der Baumfällung bei weitem ausgleicht.
Die Bauarbeiten sollen schon im Spätsommer 2002 beginnen und bereits ein Jahr später abgeschlossen sein. Im Rahmen dieser Arbeiten werden auch die Mittelgeländer und die verletzungsgefährlichen Schienen für Fahrräder und Kinderwagen entfernt, da sie dann nicht mehr benötigt werden. So ist auf den Treppen auch mehr Platz für Fußgänger/innen.
Unser Verkehrspolitischer Sprecher Fritz Biel lobt den Umbau des Eisernen Steges als eine Maßnahme zur Förderung des Fahrradverkehrs und betont, dass dies ein Beispiel sei, wie Beharrlichkeit und unermüdliche Überzeugungsarbeit letztlich doch zum Ziel „fahrradfreundliches Frankfurt“ führen können. Besonders beeindruckt zeigte sich Fritz Biel von der so schnell vorgesehenen Umsetzung der erst kürzlich beschlossenen Maßnahme.
Die Zeichnung auf dieser Seite zeigt, wie sich unser Zeichner Michael Samstag die zukünftige Gestaltung des nördlichen Aufgangs zum Eisernen Steg vorstellt. Ab dem 1. April ist dann ein Modell der geplanten Umbaumaßnahmen im Foyer des Römers, also in unmittelbarer Nähe der zukünftigen Baustelle, zu besichtigen. Dort kann dann jeder einen ersten Blick auf einen wesentlichen Bestandteil des Projektes „fahrradfreundliches Frankfurt“ werfen und es mit dem heutigen Zustand vergleichen.
(rha)

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