Tod nach Vorschrift
In den Nürnberger Nachrichten wurde am 18. Mai 2002 über den tragischen Unfalltod einer 71-jährigen Radfahrerin berichtet, die mit ihrem Rad vorschriftsmäßig auf dem Radweg fahrend von einem Lastwagen beim Rechtsabbiegen angefahren und überrollt worden ist.

Meine Zuschrift an die Nürnberger Nachrichten vom gleichen Tag:

Tod nach Vorschrift
Hier zeigt sich wieder einmal auf brutale Weise, dass die vorschriftsmäßige Benutzung von „Radwegen“ tödlich ist. Der mit religiöser Inbrunst von der Autolobby und ihren Verkehrsplanern immer wieder beschworene Satz, dass Radler auf Radwegen sicherer seien, wird von diesem Unfall einmal mehr ad absurdum geführt. Die Entmischung des Verkehrs führt zu mehr Unfällen, denn für Autofahrer sind Radler auf „Radwegen“ aus dem Verkehrsraum entfernt (Rad weg! ist der wahre Sinn der „Radwege“), somit nicht sichtbar und als Verkehrsteilnehmer nicht existent. Radeln auf „Radwegen“ führt nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Stress und einer drastisch erhöhten Unfallgefahr. Statt dass Radler einfach nur geradeaus auf der Fahrbahn fahren können, müssen sie auf „Radwegen“ auf eine Vielzahl von zusätzlichen Gefahren achten: Schlechte und selten gereinigte Oberflächen, katastrophale Slalomführung des Weges, Fußgänger auf dem „Radweg", Lebensgefahr an Kreuzungen durch unachtsame Rechtsabbieger, zugeparkte Radwege etc. Hierzu zwei weiterführende Links:

http://www.phiger.com/bernd/Radfahren/10Gebote.html

http://www.phiger.com/bernd/Radfahren/Radwege.html

Die Konsequenz daraus kann nur sein, und darin werde ich durch Ihren traurigen Bericht nur bestärkt, all die ach so tollen „Radwege“ zu meiden und auf der Straße zu fahren – denn Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören auf die Straße. Und ich kann nur alle anderen Radler auch dazu auffordern, zivilen Ungehorsam zu leisten und ebenfalls keine Radwege zu benutzen, statt sich in Todesfallen locken zu lassen.

Mit freundlichen Grüssen
Eva Kroecher

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15. Juli 2002 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt