Radreisemarkt 2003: kein verflixtes siebtes Mal

Am 6. April 2003, einem sonnigen Sonntag, fand zum siebten Mal in Folge der Radreisemarkt des ADFC Frankfurt im Bürgerhaus Bornheim statt. Es war wie auf einer richtigen Messe: schon nach kürzester Zeit waren Taschen und Rucksäcke voll mit Reise- und anderen Prospekten – es war einfach zu schwer, sich diesen vielfältigen Angeboten zu entziehen.

Die Veranstaltung
An den 38 Ständen der 43 Aussteller wurde umfangreich informiert, oft auch mit fester und flüssiger Verköstigung. Es war halt wie immer auf dem Frankfurter Radreisemarkt: man konnte mit Radreiseveranstaltern, Hotelbetreibern sowie Touristikverbänden aus ganz Deutschland ins Gespräch kommen und sich über beliebte Reiseziele sowie Unterkunftsmöglichkeiten mit großem Angebot für RadlerInnen erkundigen.

Um die Technik fühlbar zu machen, zeigten einige Ausrüster und Fahrradgeschäfte einen Einblick in ihr Angebot und verkauften an diesem Tag auch das eine oder andere notwendige Reiseutensil an interessierte Besucher.

Reise-Knowhow wurde von den Aktiven des Frankfurter ADFC vermittelt: hier konnten an diversen Ständen länderspezifische Informationen erfragt werden.

Radelmöglichkeiten in und um Frankfurt und was es an ehrenamtlicher Hilfe bedarf, um die dazu erforderlichen Straßenkarten zu erarbeiten, zeigte die Kartografie-AG am eigenen Stand – Kartenmaterial und mehr bekam man auch am Infoladenstand des ADFC Frankfurt.

Für Sicherheit wurde ebenso gesorgt: gleich im Foyer zog der Codierstand viele Interessierte an.

Neu war ein Fotowettbewerb (Das Fahrrad – mein Gefährte im Urlaub), über den auf Seite 4 ausführlicher berichtet wird. Die Beiträge dafür kamen nicht so zahlreich wie erwartet, dafür wurde die Ausstellung der Exponate umso interessierter betrachtet und diskutiert. Der Wettbewerb soll im nächsten Jahr weitergeführt werden.

In der Halle wurde natürlich auch kräftig für neue ADFC-Mitglieder geworben. Diese Aufgabe übernahm Bertram Giebeler und setzte sich zu diesem Zweck ein Mitgliederwerbeplakat wie eine Kochmütze auf den Kopf: mit Erfolg, denn er konnte an diesem Tag 30 (!) neue Mitglieder für den ADFC-Frankfurt gewinnen.

Diavorträge von ADFC-Aktiven und Veranstaltern über Radreisen in Island, den Jakobsweg in Spanien, den Rhone-Radweg in der Schweiz, die südliche Weinstraße, Südfrankreich und Korsika rundeten die Veranstaltung ab: interessierte und zufriedene Besucher, Aussteller und Veranstalter bevölkerten von 11 bis 18 Uhr den Saal und das Foyer des Bürgerhauses. Kurz vor Veranstaltungsbeginn sagten noch viele Aussteller zu, so dass es für die Veranstalter nicht einfach war, auf die Schnelle die notwendige Fläche im Bürgerhaus zu erhalten.

Die Macher
Wie kommt diese Veranstaltung zustande und was lässt sich an dem Veranstaltungsverlauf erkennen? Alles fängt schon ein halbes Jahr früher an, etwa im September. Eine Gruppe von Aktiven trifft sich, diesmal waren dabei: Ingolf Biehusen, Mark Cibulewski, Bertram Giebeler, Rüdiger Paetow, Wolfgang Preising, Giesela Schill und Hauptorganisator Ralf Paul.

Die Halle muss organisiert, Aussteller und Presse angeschrieben werden. Wie und wo muss Werbung platziert werden? Wie wird das ganze finanziert? Schon vorab: für die Organisatoren sah die finanzielle Seite positiv aus.

Neu war in diesem Jahr der Eintrittspreis: für einen schlappen Euro öffnete sich die Welt des Radreisens. Man muss dazu sagen, dass gleiche Veranstaltungen bundesweit mehr Eintritt kosten (und auch mehr Besucher zählen). Es heißt manchmal: „Was nichts kostet, taugt nichts“, der Hintergedanke war aber wohl, dass sich so erst ein Überblick über die tatsächliche Besucherzahl gewinnen lässt.

Und damit beginnt die Nacharbeit für das Organisatorenteam: eine repräsentative Umfrage – den Fragebogen konnten alle ausfüllen – muss jetzt ausgewertet werden. Es kamen 1.100 Besucher – 200 weniger als letztes Jahr (gleiche Veranstaltungen, zum Beispiel Bonn, zählen bis zu 5.000 Besucher). Interessenschwerpunkt waren Tourenmöglichkeiten in Frankfurt und näherer Umgebung. Zumeist kamen neugewonnene Interessenten. ADFC Mitglieder hielten sich eher zurück – das Wetter stand auf Radfahren. Vielleicht ist ihnen der Radreisemarkt auch schon hinlänglich bekannt. Die Befragung zeigte, wo die Besucher auf den Radreisemarkt aufmerksam gemacht wurden. Dadurch konnten die verschiedenen Werbeaktionen ausgewertet werden. Es gab übrigens nur eine negative Bewertung per Fragebogen: es wurde kritisiert, dass auf den Toiletten Aschenbecher angebracht sind – was aber auch wirklich eine Plage ist.

Es geht weiter
Mit allen neugewonnen Erkenntnissen wird weiter am Konzept gefeilt. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden, obwohl die Besucherzahlen gerade die Grenze darstellten, ab der es sich lohnt, auszustellen. Presseartikel gab es in der Neuen Presse und der Stadtteilrundschau.

Was lässt sich aber noch alles tun, um Leuten den Spaß am Radfahren zu vermitteln? Die Aktiven-Gruppe setzt sich jetzt schon wieder zusammen und plant die nächste Veranstaltung. Wer den Organisationsverlauf verfolgen möchte, kann dies im Internet tun: auf www.ADFC-Frankfurt.de ist immer ein Link zur Radreisemarktseite, die von Ingolf Biehusen auf dem neuesten Stand gehalten wird. (ms)

Fotos: Dieter Scheuer

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8. Mai 2003 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt