Auf- und Abrüstung
Es ist Krieg. In Deutschland. Auf der Straße. Krieg gegen Radfahrer. Nachdem vor einiger Zeit vom ADFC für Lastwagen der Unterfahrschutz abgerungen wurde, rüsten Geländewagen zum Ausgleich auf. Mit Stoß- oder Kuhfängern, die jeden erwischten Radfahrer garantiert für Monate oder länger ausschalten. Als Ausgleich wird jeden Sommer wieder die Helmpflicht für Radfahrer gefordert. Oder die Kennzeichnungspflicht – denn Radfahrer sind Täter, nicht Opfer. Aufrüstung statt Abrüstung, die Spirale dreht sich weiter. Was kommt als nächstes? Die Gasmaske gegen Dieselruß, weil das Nachrüsten von Dieselrußfiltern nicht zumutbar ist? Airbag-Kleidung für Fußgänger und Radfahrer, weil Tempo 50 in Ortschaften Mindestgeschwindigkeit bleiben soll?

In Spanien hat man es mit der Helmpflicht geschafft, den Radverkehrsanteil zu halbieren. Das kann hierzulande auch klappen. Weniger Radfahrer, weniger Rücksicht, weniger Gängeleien für die freien Bürger.

Wer wirklich frei bleiben will, der muss nachhaltig dafür sorgen, dass nicht die Schwächeren aufrüsten, sondern die Stärkeren abrüsten. Keine Helmpflicht, kein Mundschutz, keine Kuhfänger, aber Dieselrußfilter und z.B. ein weiterer Rückspiegel für den Toten Winkel beim Lkw. Das kann der Einzelne nicht durchsetzen, dafür muss man sich zusammenschließen. So, wie es der ADFC beim Unterfahrschutz für Lastwagen erfolgreich getan hat. Auf geht's, machen Sie mit! Im ADFC.

Stefan Pohl

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12. Januar 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt