Leserbriefe

Radfahrer als Sündenböcke
...als Rödelheimer ADFC-Mitglied bin ich der Meinung, dass der Beitrag „Abzocke oder Verkehrssicherheit“ aus dem „Rödelheimer Echo“ Nr. 4/2003, S. 11, nicht ohne Erwiderung bleiben sollte. Dies umso mehr, als in dem Anzeigenblatt nun zum wiederholten Male ein Beitrag erscheint, der aufgrund seiner fahrradfahrerfeindlichen und tendenziösen Art für alle nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer unerträglich ist.
Der „umweltbewusste“ Autofahrer wird hier implizit aufgefordert, ein Tempolimit von 30 km/h in der Lorscher Straße stadtauswärts zu ignorieren, wenn die Straße frei ist und die nahe Ampel an der Kreuzung Glashüttener Straße grün. Tempokontrollen werden empört als Abzocke geschmäht. Abgesehen von der (möglicherweise sogar strafbaren) Ermunterung der Autofahrer zu überhöhter Geschwindigkeit wird am Ende des Beitrages dazu angeregt, statt Tempokontrollen durchzuführen, verstärkt das Verhalten von Radfahrern zu beobachten:
„Und noch etwas: Einen Radfahrer, der statt auf dem Radweg verkehrswidrig auf der Straße fuhr, ließ man unbehelligt entkommen. Wie steht es eigentlich da mit der Verkehrssicherheit angesichts dessen, dass in diesem Jahr mehrere Bürger in Rödelheim von Radlern umgefahren und verletzt wurden.“
In diesem Fall trug der Radfahrer durch das Fahren auf der Straße eher zu einer größeren Verkehrssicherheit bei – allerdings nur für die Fußgänger, während er sich selbst erheblicher Gefahr aussetzte, durch Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit in Unfälle verwickelt zu werden. Verständlich ist das Verhalten des Radfahrers, da Radweg und Bürgersteig an dieser Stelle sehr schmal sind, der Radweg nicht kontinuierlich über eine längere Strecke angelegt ist und außerdem ein Abbiegen nach links in die Unterführung Glashüttener Straße durch eine für Fußgänger und Fahrradfahrer ungünstige Ampelregelung erschwert wird.

Ganz allgemein ist das auf Fahrradfahrer zielende Ablenkungsmanöver völlig unangebracht, denn anhand von Statistiken (s.u.) lässt sich zeigen, dass das Risiko für Fußgänger, durch Fahrradfahrer schwerer verletzt zu werden, wesentlich geringer ist als durch den motorisierten Kraftverkehr.

Fazit: Als Gewerbetreibender in Rödelheim und Umgebung sollte man sich fragen, ob eine Zeitung mit derart verzerrter (und nebenbei: sprachlich dilettantischer) Berichterstattung das richtige Umfeld für die eigene Werbung darstellt.

Nach der amtlichen Verkehrsunfallstatistik in der Bundesrepublik für 2002: Unfälle mit Fahrradfahrern: 569 Leichtverletzte, 107 Schwerverletzte und drei getötete Fußgänger.
Unfälle insgesamt: 8674 Leichtverletzte, 4232 Schwerverletzte und 306 getötete Fußgänger

Jörn Paulini

Hilfreiche Behördenliste
...als Frankfurter ADFClerin lese ich das frankfurt aktuell gern und regelmäßig.
Zum Artikel „Sauberhaftes Frankfurt“ kam mir folgende Anregung: Es wäre schön, wenn Ihr in der Zeitung mal einen Kasten drucken könntet mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen von für Radfahrer wichtigen Ämtern und Behörden. (An wen muss ich mich wenden, wenn eine Baustelle nicht beleuchtet ist, der Radweg lauter Löcher hat, eine Bordsteinkante nicht abgesenkt ist u.a.??) Ich fände so eine Übersicht auf einen Blick sehr hilfreich.

Im übrigen finde ich Eure Zeitung recht informativ und wünsche mir nur ein „weiter so!“
Viele Grüße, Regine Müller

Anm. der Redaktion: Wir haben die Anfrage an diejenigen weitergegeben, die die Behördenkontakte pflegen und denken, dass wir in einer der nächsten Ausgaben eine Liste veröffentlichen werden.
Ansonsten bedanken wir uns für das Lob.

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12. Januar 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt