Editorial

Bologna Centrale: Mühsam müssen die Räder aus dem Regionalzug auf den niedrig liegenden Bahnsteig an Gleis 3 gehievt werden. Der Anschlusszug fährt fahrplanmäßig von Gleis 1. Weit und breit keine Rampe, kein Aufzug auf diesem Großstadtbahnhof. Also zweimal je ca. 40 kg Fahrrad mit Gepäck in diversen Taschen und Säcken eine Treppe hinunter, eine Treppe hinauf. Überraschend wird der Anschlusszug von Gleis 1 kurzfristig auf Gleis 3 verlegt. Wieder, jetzt mit erhöhtem Tempo (und Adrenalinspiegel), folgt ein gewaltiger Kraftakt treppab, treppauf, um den einfahrenden Nachtzug zu erreichen. Es gelingt, und es muss gelingen – denn am folgenden Tag muss unbedingt die Arbeit an frankfurt aktuell beginnen, wenn das Heft termingerecht erscheinen soll.

Aber wie groß ist die Überraschung, als der gerade heimgekehrte, noch mit Schweißspuren des nächtlichen Bologneser Kraftaktes gezeichnete Layouter den Aufmachertext für das aktuelle Heft sieht – barrierefrei! Abbau von Rampen an S-Bahnhöfen! Ungläubig werden die Schweißränder betrachtet, ungläubig die Kratzer an Armen und Beinen, entstanden bei orthopädisch nicht ganz einwandfreier nächtlicher Bezwingung diverser Treppen unter großer Last. Abbau von Rampen? Schlechte Idee!

Aber es gibt auch gute Ideen: Wer kann, sollte mal im Juni mit dem Velo in Italien urlauben. Milde Temperaturen, hohe Berge, freundliche Menschen und unproblematische Radmitnahme in Regionalzügen. Für die Rückfahrt wird dann allerdings ein Bahnhof mit Aufzügen oder Rampen empfohlen.

Inzwischen ist das Zelt wieder verpackt, sind die Fahrradtaschen geleert, und frankfurt aktuell wird wahrscheinlich pünktlich erscheinen. Da ist dann wieder Zeit, sich wichtigen Dingen zu widmen – man denke nur an die große französische Schleife.

Allen, die ihren Urlaub noch vor sich haben (und das ist ja irgendwie immer der Fall), viel Spaß dabei wünscht

Peter für das Redaktionsteam

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16. Mai 2004 ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt