Kriminalstatistik im Hochtaunuskreis

Bereits länger vom ADFC Hochtaunus vorbereitet ist die Analyse der amtlichen polizeilichen Kriminalstatistik unter dem besonderen Aspekt der Zahlen zum Fahrraddiebstahl. Mit der Statistik 2009, die demnächst öffentlich im Internet verfügbar sein wird, liegen dann 3 Jahresstatistiken vor. An dieser Stelle beginnen wir mit einer Zusammenstellung der Statistiken aus 2007 und 2008.

Kriminalstatistik 2007
Erstmals hat der ADFC Hochtaunus die Kriminalstatistik 2007 betrachtet. Beim Vergleich zum Vorjahr haben wir uns dabei auf absolute Zahlen beschränkt, die sich aus der vorliegenden Kriminalstatistik 2007 berechnen ließen.
In absoluten Zahlen hat der Fahrraddiebstahl bei leichten (+27/+26,0 %) und schweren Fällen (+80/+36,4 %) gegenüber 2006 zugenommen. Die Zunahme aller Diebstahldelikte gegenüber 2006 ist damit ausschließlich auf die Zunahme der Fahrraddiebstähle zurückzuführen, die Diebstähle ohne Fahrräder haben sich sogar gering um -7 oder -0,1 % positiv entwickelt.

Auffällig ist 2007 die extrem niedrige Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstahldelikten, die mit 6,3 % sowohl dramatisch unter der Auflösungsquote aller Kriminalfälle (50,0 %), als auch unter der aller Diebstähle (29,2 %) liegt. Anders ausgedrückt kann man auch sagen, dass die Aufklärungsquote beim Fahrraddiebstahl mit 6,3 % gegenüber der Auflösungsquote von Diebstählen außer Fahrrädern (31,2 %) signifikant schlechter ist.
Unterscheidet man leichte und schwere Diebstähle, stellt sich heraus, dass 300 schweren Fahrraddiebstählen 131 einfache Fahrraddiebstähle gegenüberstehen. Die Aufklärungsquote bei schweren Fahrraddiebstählen ist mit 5,3 % geringer als die bei einfachen Fahrraddiebstählen mit 8,4 %. Schwerere Fahrraddiebstähle geschahen 2007 also nicht nur häufiger, sie wurden auch seltener aufgeklärt.

Kriminalstatistik 2008
In absoluten Zahlen ist beim Fahrraddiebstahl erneut eine Zunahme zu verzeichnen. Gegenüber 2007 gab es einen Zuwachs von 26 Fällen beim einfachen Fahrraddiebstahl (+19,8 %) und von 92 Fällen beim schweren Fahrraddiebstahl (+30,7 %). Im Gegensatz zum Vorjahr gab es jedoch bei allen Diebstahldelikten einen Rückgang um 877 Fälle (-19,4 %), ohne Fahrraddelikte sogar um 995 Fälle
(-20,1 %). Die Entwicklung der absoluten Zahlen beim Fahrraddiebstahl verläuft entgegen dem Trend bei allen anderen Diebstahldelikten weiterhin unverändert negativ.
Auch 2008 liegt die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen mit 20,4 % trotz deutlich positiver Entwicklung sowohl signifikant unter der Aufklärungsquote aller Kriminalfälle (52,9 %), als auch unter der aller Diebst

hle (31,6 %). Sie hat sich aber gegenüber 2007 von 6,3 % auf 20,4 % verbessert.
Die positive Veränderung der Aufklärungsquote betrifft, im Gegensatz zum Vorjahr, einfachen (19,8 %) und schweren (20,9 %) Diebstahl gleichermaßen, während sich die Aufklärungsquote von allen Diebstählen außer Fahrrädern 2008 mit 33,2 % sich nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr (31,2 %) verbessert zeigt.

Insgesamt ist die Entwicklung der Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen positiv zu vermerken, sie fängt in absoluten Zahlen die Zunahme der Fahrraddiebstahldelikte nahezu auf. Wurden 2007 noch 27 von 431 Fahrraddiebstählen aufgeklärt, waren es 2008 immerhin 112 von 549 Fällen, die absolute Anzahl der Fahrraddiebstähle nahm also um 118 zu, dafür wurden 112 Fälle mehr aufgeklärt.

Kriminalstatistik 2009
In Kürze dürfte die polizeiliche Kriminalstatistik für den Hochtaunuskreis der Öffentlichkeit im Internet zugänglich gemacht werden. Voraussichtlich im nächsten Frankfurt aktuell wird es eine Analyse des ADFC geben, verbunden mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der Situation, die insbesondere die Kommunen stärker in die Pflicht nehmen wird.

Stefan Pohl

Amtlichen Statistiken unter www.polizei.hessen.de

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