Geschockt durch Tod einer Radfahrerin

Die Nachricht vom Tod einer Radfahrerin, Mutter dreier Kinder im Alter von  11, 13 und 15 Jahren, hat mich sehr geschockt. Die Frau war, wie so manche von uns, trotz widriger Schnee- und Räumverhältnisse am Sonntag, 10. Januar 2010 am Abend mit dem Rad auf der Hügelstraße unterwegs und wurde von einem Auto erfasst.

Die Presse gab der Radfahrerin die Schuld, weil sie ohne Licht gefahren sei. Dass sich die Person im Auto nicht der Witterung gemäß verhalten haben könnte, wurde nicht thematisiert. „Die Frau fuhr ohne Licht und ist selbst Schuld“, so posaunt die Autolobbby unisono bis heute.

Am Unfallort sind Blumen. Geh- und Radwege waren in dem Winter höchst unzulänglich von Schnee geräumt und gestreut.

Zur Aufklärung des Unfallhergangs habe ich für die Wählergemeinschaft FAG im Römer eine Anfrage (A 1149/2010) an den Magistrat formuliert, um diesen tödlichen Radunfall aufzuklären.

  1. Auf Höhe welcher Hausnummer passierte der Unfall?
  2. In welchem Zustand – bedingt durch Schnee, Matsch, Glätte – befand sich zum Unfallzeitpunkt die Straßenoberfläche, der Straßenrand, der Radweg, der Gehweg?
  3. Was lässt sich – mit Hilfe der Polizei – zum Unfallhergang sagen? Mit welcher Geschwindigkeit war das Auto unterwegs? War die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs den Witterungs- und Sichtverhältnissen angepaßt? War der Fahrer durch schlechte Sicht oder durch schlechtes Sehvermögen eingeschränkt, die Radfahrerin wahrzunehmen? Wie nah am Straßenrand fuhr das Auto? Hielt der Autofahrer den notwendigen Sicherheitsabstand, da immer Fahrräder auf den Straßen unterwegs sein können? War es windig oder stürmisch? Schneite es zu dem Zeitpunkt? War der Straßenrand von Schnee und Schneematsch geräumt? Wie nah am Straßenrand fuhr die Radfahrerin? Gab es Zeugen oder Zeuginnen?
  4. Besteht eine städtische Verkehrssicherungspflicht der Radwege zur Schneeräumung und zum Streuen?
  5. Ist bekannt, wieviele Radfahrer und Radfahrerinnen auf der Strecke, dort wo der Unfall passierte, im Winter regelmäßig unterwegs sind?
  6. Hält der Magistrat aufgrund des Unfalls die Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung des Radverkehrs – auch bei winterlichen Verhältnissen – in der Hügelstraße für ausreichend? Wenn nein, welche Verbesserungsmaßnahmen werden getroffen?

Gisela Becker
Stadtverordnete, Mitglied im Verkehrsausschuss, ADFC-Mitglied
giselbecker@web.de

HomeArchivnach oben

10 März, 2010 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt