15. Fahrrad-Aktionstag in Eschborn

Überall im Ortsbild war es zu lesen, es stand auf Plakaten und in den Zeitungen: in Eschborn findet Ende April der 15. Fahrrad-Aktionstag statt. Die Veranstalter, ADFC und die städtische AG fahrRad (u.a. Jugendzentrum, Abenteuerspielplatz), hatten zu diesem kleinen Jubiläum eingeladen. Mitte der 90er Jahr, als zur ersten Fahrrad-Aktion bei Wind und Wetter eingeladen worden war, glaubte man nicht, dass dieser Event ums Rad einmal zu einer Institution werden würde.

Samstagmorgen: Die ersten Brötchenholer schleichen vom Bäcker kommend noch über den Rathausplatz, da sammeln sich mehrere Blauhemden mit dem alten Felgensymbol des ADFC auf dem Rücken an besagtem Ort. Ein „Hallo“ und „Guten Morgen“ wird den Freunden der AG fahrRad zugerufen. Und schon geht’s los: Pavillons werden aufgebaut, Tische aufgestellt, Werkzeugkisten und Montageständer positioniert und das Codiersystem eingerichtet. Diesmal auch mit ganz jungen Helfern – vielleicht zukünftige Aktive des ADFC?

Die Sonne lacht hinter der Stadthalle hervor, als die Leute vom städtischen Ordnungsamt vorm Rathaus Fahrräder und Bikes unterschiedlichster Provenienz zur Versteigerung aufbauen.

Schnell noch den Kühlschrank für kühle Getränke angeschlossen und dann kann es losgehen. Die ersten Neugierigen schlendern, abgesperrt mit Sicherheitsbändern, vor den Objekten der Versteigerung vorbei. Nachdem der Schirmherr, 1. Stadtrat Geiger, den Aktionstag eröffnet hat, beginnt der Leiter der Versteigerung, Herr Lugert, seine Gebote ins Mikrofon zu rufen: „Fangen wir bei 2 Euro an, wer bietet für das Rad mehr?“ Man glaubt es kaum: ein Rad ging für fast 250 Euro über den Tisch.
Inzwischen präsentieren die Bieter am Flohmarkt ihre Räder oder Ersatzteile zum Prüfen und Verkauf. Nach manchem Feilschen wechseln auch hier einige Gefährte die Besitzer, manchmal unter zweifelndem Blick, ob man hier ein Schnäppchen oder einen Drahtesel mit Haken erstanden hat. Nun, einige Räder landen schließlich bei einem der Stände zum Fahrrad-Check. Und bei manchem Gefährt bedarf es größerer Anstrengungen, es wieder auf „Vordermann“ zu bringen. Manchmal muss deutlich gemacht werden, dass leider keine Reparaturen vorgenommen werden können. Aber prüfen, checken, das tun, was geht, das machen wir schon!

Schaltwerk justiert, Bremsen und Züge neu angezogen, Luft aufgepumpt, mal den Sattel höher oder niedriger gestellt und auch ein Speichenschloss geknackt. Frage: Wer ersteigert sich denn so was? Aha, eine Schülerin, die mit dem alten Rad sicher gehen will, dass es keiner klaut. Klug gedacht, da helfen wir gerne! Nebenan wird an den deutlich besseren und neueren Rädern die Codierung vorgenommen, um Dieben den Weiterverkauf zu erschweren und um bei einem Wiederfinden den Eigentümer ermitteln zu können.

Das Codieren wurde neu organisiert, damit alles zügiger geht. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten macht sich die neue Koordinierung recht nützlich. Hilfreich ist ebenso, dass die Jüngsten im Bunde aktiv mitmachen, und Sebastian graviert erstmalig die Codes in die Rahmen wie ein „alter Hase“. Super!  Und für Peter ist es eine Entlastung gegenüber dem Stress des letzen Jahres.
Und da das Wetter bestens ist, tummeln sich inzwischen Hunderte von Besuchern auf dem Rathausplatz. Kinder versuchen ihr Geschick beim Parcours mit dem Rad, Gokart oder Roller.

Natürlich gibt es auch Informationen zum Thema „örtliche Radverkehrsprobleme und -projekte“ sowie Karten und Prospekte. Die AG fahrRad zeigt an Tafeln die gefährliche Wegesituation für Radler im Bereich des Schwimmbades auf, am ADFC-Infostand wird die schlechte Verkehrsführung von Schwalbach nach Eschborn thematisiert, weil Radfahrer in dieser Richtung auf der Straße fahren und dabei zweimal die Zu- und Ausfahrten der L3005 queren müssen. Bürgermeister Speckhardt betrachtet die Fotos sehr genau und verspricht baldige Abhilfe.

Neben kühlen Getränken und warmen Speisen (’ne Bratwurst halt), oder auch Kaffee und Kuchen, gibt’s wieder den artistischen Augenschmaus mit dem Einradkünstler und seiner Partnerin. Großer Applaus ist ihnen sicher.

Zum Nachmittag hin leert sich schließlich der Platz, sodass nach dem Abbauen und Aufräumen im naheliegenden Café noch  Eis, ein Tässchen Kaffee, ein Latte macchiato oder eine große Schorle der Lohn für die Mühe des Tages sind.             Helge Wagner

Foto: Thomas Buch


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2 Dezember, 2010 I ADFC Frankfurt am Main e. V. Impressum | Kontakt