ABGESPERRT
Mit unserer Baustellen-Sammlung möchten wir zeigen, dass für solche Arbeiten problemlos und in der Regel ohne politischen Aufschrei Fahrstreifen oder ganze Straßen – oft für einige Wochen oder sogar Monate – gesperrt werden können. Wären an denselben Stellen vernünftige Radwege mit derselben Einschränkung für den Autoverkehr angelegt worden, wäre der Aufschrei enorm! Wir möchten daher dokumentieren, was alles heute schon möglich ist. Zeigen doch die Baustellen sehr eindrücklich, was tatsächlich bei der Sperrung von Straßen passiert. Die befürchteten Weltuntergänge bleiben meist aus.
Roßmarkt/Katharinenpforte
Roßmarkt / Katharinenpforte
Eine der beliebsten Autoposer-Strecken in der Innenstadt wurde gleich doppelt unterbrochen: Sowohl der Roßmarkt als auch die Katharinenpforte wurden (teilweise) für den Kraftverkehr gesperrt. Wir konnten nicht einmal eine Randnotiz in der Presse dazu finden. Wieso also nicht am Roßmarkt den schmalen Radweg dem ohnehin schon dominierenden Fußverkehr zuschlagen und auf der Fahrbahn einen breiten Radfahrstreifen einrichten? An der Katharinenpforte sollte sich mittelfristig durch die Umgestaltung der Goethestraße (in Richtung einer Fahrradstraße, die den Namen verdient) die Situation für den Radverkehr entspannen.
Marbachweg/Eschersheimer Landstraße
Hier fordern wir bereits seit mehreren Jahren erfolglos eine Verbesserung im Kreuzungsbereich bzw. in Richtung Norden. Besonders die ziemlich überraschende Verengung von zwei auf einen überbreiten Fahrstreifen und die Falschparkerei vor der Pizzeria sorgen immer wieder für vermeidbare Konflikte. Eine bauliche Trennung des schmalen Fahrrad-Schutzstreifens wurde uns gegenüber abgelehnt – für die Mainova-Baustelle wurde jetzt aber exakt diese Lösung umgesetzt. Der Weltuntergang ist auch dieses Mal ausgeblieben, obwohl der vielbefahrene Marbachweg zur Einbahnstraße wurde.
Schloßstraße
Ob sich die Kinder auch auf die Schloßstraße trauen würden, wenn dort der Kraftverkehr wie üblich fließen würde? Wohl kaum. Auch hier setzen wir uns seit vielen Jahren für einen besseren Schutz des Radverkehrs ein. Mittelfristig muss die Straße ohnehin grundlegend umgebaut werden, weil der Radschnellweg FRM 5 (Vordertaunus – Frankfurt) über die Schloßstraße führen soll. Ein Extremtest wurde Anfang September durchgeführt: Die Schloßstraße wurde wegen einer Baustelle stadteinwärts voll für den Kraftverkehr gesperrt. Daraufhin gab es weder einen Aufschrei in der Lokalpolitik noch Berichte über große Staus. Dass auch die vorgelagerte Breitenbachbrücke mit ihren jeweils zwei Fahrstreifen je Richtung völlig überdimensioniert ist, wurde bereits von der Stadtverwaltung bestätigt.
A661/Ausfahrt Friedberger Landstraße
Praktisch ohne Vorankündigung sperrte die Autobahn GmbH die Autobahnausfahrt der A661 für die Erneuerung des Asphalts. Das sorgte zwar für etwas Verwunderung in der Lokalpolitik, das Chaos blieb aber auch hier – wie üblich – aus. Interessant für uns: Bei der Diskussion über Radwege entlang der Friedberger Landstraße wird gerne darauf verwiesen, dass aufgrund des Stau-Risikos viele Maßnahmen nicht möglich seien. Die Vermeidung von Rückstaus auf einer Autobahn, die es zwar jeden Morgen standardmäßig gibt, gilt schließlich als oberstes Ziel. Die Baustelle der Autobahn GmbH hat nun eindrucksvoll gezeigt, dass sogar die Vollsperrung einer Ausfahrt kein stadtweites Chaos auslöst. Wir nehmen daher mit, dass es auch an solchen Punkten durchaus freie Kapazitäten gibt.















