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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Grüne Welle durchs Bahnhofsviertel

Was in vielen deutschen Städten angeblich aus „technischen Gründen“ nicht geht, hat Frankfurt nun einfach gemacht: Die Moselstraße hat eine für den Radverkehr optimierte „grüne Welle“!
Grüne Welle durch das Bahnhofsviertel
Ansgar Hegerfeld

Radfahren könnte so schön entspannt sein, wenn man ungehindert dahin rollen könnte und nicht ständig an roten Ampeln anhalten und mühsam wieder anfahren müsste. Das wissen zum Glück auch die Verantwortlichen in den Ämtern und der Politik, die meist selbst täglich im Sattel sitzen. Zwar hat sich die Umsetzung seit der Ankündigung Mitte 2022 deutlich verzögert, aber nun wurden endlich die Ampeln neu programmiert: Vormittags kann man nun ohne anzuhalten vom Main Richtung Westend radeln, nachmittags in die entgegengesetzte Richtung. Einzige Ausnahme: Bei der nicht vermeidbaren Kreuzung der Straßenbahn an der Münchener Straße bekommt diese weiterhin Vorrang vor dem Radverkehr – ein Kompromiss, den wir für angemessen und sinnvoll halten.

Wieso nun gerade die Moselstraße? Der Grund ist einfach: Aus Richtung Süden soll zukünftig der Radschnellweg FRM 1 (Darmstadt-Frankfurt) am Untermainkai enden und dort nahtlos in den FRM 5 (Vordertaunus-Frankfurt) übergehen. Und somit soll und muss der viele Radverkehr auch durchs Bahnhofsviertel. Hierfür bietet sich die Moselstraße durch ihre direkte Führung und geringe Verkehrsbelastung an, auch der Übergang ins Westend im Norden ist schon vorhanden und wird bereits intensiv genutzt.

Die Moselstraße ist dabei nur ein Baustein in der größeren Umgestaltung des Verkehrs im Bahnhofsviertel: Sie soll neben der Taunusstraße eine von zwei Hauptachsen für den Radverkehr werden. Die Taunusstraße eignet sich dafür besonders, weil sie von der Straße „Am Hauptbahnhof“ für den Kraftverkehr getrennt werden soll. Das ist für den Ausbau der Straßenbahn-Haltestelle am Hauptbahnhof ohnehin notwendig. Für den ÖPNV soll vor allem die Münchener Straße ertüchtigt werden, der Fußverkehr dagegen soll auf der Kaiserstraße mehr Platz bekommen. Durch diese Entflechtung der Verkehrsmittel sollen Konflikte gleich von Anfang an vermieden werden.

Was mit Blick auf die Platzverteilung perspektivisch aber noch fehlt, ist eine weitere Mainbrücke, die den vielen erwarteten Radverkehr der beiden Radschnellwege auch aufnehmen kann – der Holbeinsteg ist schon heute völlig überlastet und sollte besser komplett dem ebenfalls reichlich vorhandenen Fußverkehr gewidmet werden. Ein Anbau am Holbeinsteg oder eine komplett neue Mainbrücke daneben sind mittelfristig unausweichlich und sollten bereits jetzt geplant werden.

Ansgar Hegerfeld