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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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links: Der ADFC Düsseldorf präsentierte seine Aktion Radwegetest
rechts: Drei aus Frankfurt: Katja Hertel, Thomas Scheffer und Simone Markl
ADFC/Alwan Mazin

Jede Menge neue Impulse

Beim ADFC-Kongress in Würzburg drehte sich zwei Tage lang alles um Innovationen

Am vorletzten Januarwochenende fand in Würzburg der zweite ADFC-Kongress zum Thema Innovationen statt. Mehr als 100 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet diskutierten innovative Lösungen und Ideen für die Zukunft des Radverkehrs und des ADFC.

Ziel des Kongresses war es, voneinander zu lernen, neue Impulse aufzunehmen und wegweisende Konzepte in die eigene Arbeit vor Ort zu übertragen. Das Programm umfasste kompakte Vorträge, lebendige Panels und interaktive Sessions. Aus dem Kreisverband Frankfurt waren Simone Markl für das Thema BiciBus und Katja Hertel für das Thema OpenBikeSensor als Referentinnen angereist.

Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann eröffnete den Kongress, Grußworte sprach Würzburgs Zweite hauptamtliche Bürgermeisterin Sandra Vorlová. Die Keynote zum Thema Innovationen aus soziologischer Sicht hielt Professor Thomas Scheffer von der Goethe-Uni Frankfurt. Der Kongress konzentrierte sich auf Innovationen in sechs Themenbereichen: regionale Highlights, digitale Tools, Generationen, Schulwegesicherheit, ungewöhnliche Kooperationen und besondere Infrastrukturprojekte.

Ein regionales Highlight ist zweifellos die „Aktion Radwegetest“ in Düsseldorf (radwegetest.adfc-duesseldorf.de). Wo der ADFC-Fahrradklima-Test endet, setzt das Düsseldorfer Projekt ganz konkret an: Dazu wurde das Stadtgebiet in zehn Bezirke aufgeteilt und dessen 300 Kilometer umfassendes Radhauptnetz von über 50 ehrenamtlichen Testfahrenden untersucht. Sage und schreibe 200 Problemstellen hat der ADFC Düsseldorf gefunden, beschrieben und in einer interaktiven Karte verortet.

Ein weiteres regionales Projekt verbirgt sich hinter dem Wortspiel Dui-Na-Mo (duinamo.de), das für „Duisburger Nah-Mobilitäts-Konferenz“ steht. Sie befasste sich mit der Frage, wie die Menschen in Duisburg in Zukunft leben und mobil sein wollen. Die Mitmach-Konferenz brachte über hundert engagierte Duisburger:innen zusammen.

Der von der Autorin dieses Artikels präsentierte OpenBikeSensor (obs.adfc-hessen.de) zur Messung des Abstands, mit dem Radfahrende von Kraftfahrzeugen überholt werden, war nicht das einzige digitale Tool, das in Würzburg zur Sprache kam. So ging es auch um die fahrradspezifische Nutzung von OpenStreetMap und KONRAD, einen KI-Assistenten zum Schreiben von Radkonzepten.

Der erste Tag endete mit einem Get-Together, in dem die Teilnehmenden aus dem ganzen Bundesgebiet und die Hauptamtlichen der Bundesgeschäftsstelle sich miteinander austauschten.

Der Sonntag startete mit dem Thema Schulwegsicherheit. Hier war Simone Markl in ihrem Element. Sie präsentierte das mit dem Fahrradpreis 2024 ausgezeichnete Projekt BiciBus Deutschland mit der Erfahrung von inzwischen kaum noch zählbaren Schulweg-Aktionen aus rund 50 verschiedenen Orten (bicibus.de).

In Hessen ist auch ein Beispiel für ungewöhnliche Kooperationen beheimatet: ADFC-Landesgeschäftsführer Sofrony Riedmann stellte die in den Medien mit viel Aufmerksamkeit bedachte Zusammenarbeit des ADFC Hessen mit dem ADAC Hessen-Thüringen vor. Beide Verbände hatten im Herbst 2024 gemeinsam Vorschläge für den schnelleren Bau von Radwegen an Landesstraßen vorgelegt.

Nach dem Mittagessen gab es einen hybriden Vortrag der Agentur Kinzo zum Fahrrad-Parken unter dem Potsdamer Platz in Berlin. Der letzte Themenblock der „besonderen Infrastruktur-Projekte“ befasste sich unter anderem damit, wie Wirtschaftswege in öffentliche Wege umgewidmet werden können und was dabei zu beachten ist.

Die abschließende Panel-Diskussion mit Sarah Holczer – seit November gemeinsam mit Frank Masurat Bundesvorsitzende – und Bundesjugendvertreterin Lena Adam resümierte noch einmal die im Kongress behandelten Innovationen: Jede Menge interessanter und inspirierender Input, der nun erst einmal verarbeitet werden will, so der Tenor.

Der Kongress war auf jeden Fall die Reise wert, nicht nur, weil der ADFC Frankfurt „seine“ Themen vertreten konnte, sondern auch von vielen kreativen Innovationen anderer Gliederungen erfahren hat. Vielleicht kann das eine oder andere auch demnächst in Frankfurt umgesetzt werden?

Katja Hertel