Reallabor „Anders Pendeln“
Im Projekt transform-R wird nach befriedigenden Alternativen zum Pendeln mit dem Auto gesucht
Auf dem Weg zur Arbeitsstätte und zurück mit dem Auto im Stau zu stehen oder an zugigen Haltestellen auf Bus oder Bahn zu warten, die dann vielleicht verspätet oder gar nicht kommen – das macht sicherlich keinen Spaß. Hunderttausende Pendlerinnen und Pendler tun sich das oft jeden Morgen und Abend an. Doch muss das sein?
Den Weg ohne Auto zu bewältigen: Kann das gelingen? Dazu führt das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in unserer Region insgesamt drei Pendelexperimente durch. Mit dabei als Partner sind die Stadt Friedrichsdorf, der Verein Dorfbeweger e. V. und die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig mbH.
Dr. Luca Nitschke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ISOE, stellte am 19. November 2025 in einer Online-Veranstaltung erste Ergebnisse aus Friedrichsdorf vor.
Zu Beginn des Experiments hatten die Teilnehmenden die Wahl zwischen ÖPNV-Monatsticket, E-Bike, E-Lastenrad und einer Kombination der Angebote. Sie erhofften sich durch ihre Teilnahme neue Möglichkeiten zur Bewältigung ihrer Pendelwege, eine Befreiung von der Notwendigkeit des Autos. Mehr als die Hälfte von ihnen wählte das E-Bike, je runde 20 Prozent das Monatsticket bzw. das Kombi-Angebot.
Hier die aus unserer Sicht wichtigsten Erkenntnisse:
- Der Wunsch nach einer Veränderung wurde deutlich und im Experiment bestätigt (Grafik 1).
- Das Fahrrad mit oder ohne Hilfsantrieb nimmt im Kreis der alternativen Möglichkeiten den ersten Platz ein.
- Die Teilnehmenden haben ihre Nutzung des Autos merklich reduziert.
- Die Einstellung zum Pendeln hat sich sehr zum Positiven gewandelt.
- Die Zufriedenheit mit der Pendlersituation ist deutlich gewachsen (Grafik 2).
- Die meisten wollen weitermachen und darüber sprechen.
Wie geht es weiter? Im Jahr 2026 werden die zwei weiteren ins Auge gefassten Experimente folgen. Eine Anmeldung dafür ist vom 5. Januar bis zum 1. Februar 2026 unter www.transform-region.de/dorfbeweger bzw. https://www.transform-region.de/MKK möglich. Den Prozess der Mobilitätsveränderung zu verstetigen, ist im Anschluss daran geplant.
„Die Veränderung des Arbeitswegs ist eine lernintensive Umstellung. Pendelexperimente sind ein guter Weg, um Veränderungs- und Lernprozesse anzustoßen.“ (Luca Nitschke, ISOE)
Wer das Thema vertiefen möchte, findet hier weitere Informationen: www.transform-region.de/Unsere-Reallabore/Anders-Pendeln/
Grafiken mit freundlicher
Genehmigung des ISOE














