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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Acht Jahre Radentscheid

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Bewegung! Frankfurt und die Mobilität“ (Frankfurt aktuell 5-2025) hatte das Historische Museum zusammen mit dem Radentscheid zu einem Rückblick auf „Acht Jahre Radentscheid – Erfolge und Perspektiven“ eingeladen. Nina Gorgus, Kuratorin im Historischen Museum, eröffnete die Veranstaltung, gab das Mikrofon aber bald an die Vertreter des Radentscheid ab. Es folgte ein interessanter, vor allem aber unterhaltsamer Rückblick auf die Arbeit der vergangenen Jahre. Mit dem Rückenwind von 40.000 Unterschriften (statt der für ein Bürgerbegehren notwendigen 15.000) stürzten sich die Aktiven in die Arbeit und entwickelten ein beeindruckend professionell gemachtes Plan-Kompendium für den fahrradfreundlichen Umbau der Stadt. Viele der (bis dahin unvorstellbaren) Ergebnisse sehen wir heute auf unseren Straßen. Dass die ganze Planungsarbeit in ehrenamtlichem Engagement durchgeführt wurde und die Zusammenarbeit im Team von gegenseitigem Vertrauen und guter Kooperation geprägt war, wurde auf dem Podium von Werner Buthe besonders hervorgehoben. Erwähnung fand natürlich Klaus Oesterling, damals Verkehrsdezernent der Stadt, der sich dem Anliegen des Radentscheid öffnete und seinen Teil dazu beitrug, die Stadt mit roten Streifen fahrradfreundlicher zu machen.

Erinnert wurde auch an spektakuläre Aktionen wie den Sprung mit Fahrrad in den Main oder die (für einige Aktive sportlich herausfordernde) Pop-up-Radweg-Demo auf dem Anlagenring. Dabei ging es nie allein um die Gaudi, sondern darum, das eigene Anliegen pressewirksam an die Öffentlichkeit zu bringen.

Nicht zuletzt wird mit dem Radentscheid gezeigt, was mit bürgerschaftlichem Engagement möglich ist. „Demokratie ist, wenn jeder sich mit seinem Anliegen einbringen kann“, hob Heiko Nickel, einer der Initiatoren des Radentscheid, sinngemäß immer wieder hervor.

Zum Ende der Veranstaltung hin kam es mit der „Adlertrasse“ noch zu einem echten Höhenflug. Um die Zufahrt zum Waldstadion für Radfahrende attraktiver zu machen soll, so die Idee, eine „Fahrradhochbahn“ über den Oberforsthauskreisel und weiter zum Stadion für Entspannung zwischen Radfahrenden und zu Fuß gehenden Fans sorgen. Es gibt also auch weiterhin Perspektiven für das Radentscheid-Team.

Und was, wenn die vor uns liegende Kommunalwahl zu Mehrheiten im Römer führt, die dem Radverkehr weniger gewogen sind? Falko Görres zeigt sich hier optimistisch und glaubt, dass der aktuell erreichte Status nicht ohne weiteres rückgängig zu machen ist. Hoffen wir, dass er Recht behält.

Peter Sauer