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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main
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Bad Vilbel/Karben

Wo bleibt die Sicherheit der Radelnden?

Ein „guter“ Bad Vilbeler Brauch wurde nicht gebrochen: Auch bei der Einrichtung der langfristigen Baustelle für die Verlegung von Leitungen an der Frankfurter Straße in Richtung Siedlung Heilsberg wurde an den Fuß- und Radverkehr eher stiefmütterlich gedacht.

Wer zu Fuß unterwegs ist, muss mit einer engen, durch Baken von der Fahrbahn abgetrennten, keineswegs barrierefreien Umleitung (Schotterrampen, Bordsteine) vorliebnehmen. Radfahrende hingegen werden auf die linke Fahrspur gelotst. Auf dieser mit kurzlebigem gelben Klebeband markierten Ausweichroute werden sie gewiss nicht mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern überholt. Für eine gesonderte, abgesicherte Wegeführung fehle der Platz, hatte die Stadt erklärt.

Nun gut, den östlichen Rand der Straße zu befestigen und so die Fahrbahn zu verbreitern, hat der Stadt bestimmt niemand verboten. Auch wurden gewiss im Vorfeld des Baustellenprojekts weder der Seniorenbeirat noch die Behindertenbeauftragte eingehend angehört. Ob vor der Einrichtung der Baustelle in die Empfehlungen und Richtlinien von Institutionen wie der Fachgesellschaft für Straßenverkehr geschaut wurde, steht ebenfalls in den Sternen.

Abschließend: Laut dem von uns initiierten und am 30. Mai 2026 erschienenen Presseartikel hat die Stadt wärmstens empfohlen, das Fahrrad zur Not an der Baustelle vorbeizuschieben. Man scheint dort davon auszugehen, dass Radfahrende per se mehrfach so viel Zeit haben wie alle anderen. Hat in der Vorstellungswelt der zuständigen Personen der Gedanke so gar keinen Platz, dass auch Radfahrende rechtzeitig zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni kommen möchten?

Wulfhard Bäumlein