Leser:innen-Meinung
Frankfurt aktuell 3/2026 Miteinander statt gegeneinander
Vielen Dank für den Beitrag von Joachim Schirrmacher. Wer täglich mit dem Rad unterwegs ist erlebt genau das, was zu Beginn des Artikels geschildert wird. Obwohl ich Radfahren liebe, komme ich, wenn ich in die City fahre, fast immer wütend an. Verärgert über die Autofahrer, von denen manche immer noch Radfahrende gar nicht wahrzunehmen scheinen. Davon auszugehen, dass Autofahrer sich an die Straßenverkehrsordnung halten, ist auf meiner Strecke mit dem Rad Tag für Tag lebensgefährlich. Verständnislos schaue ich aber auch auf die Radelnden, die in der Schlossstraße lieber den extra durchgekreuzten Schutzstreifen benutzen oder gleich auf dem Gehweg fahren, anstatt drängelnden Autofahrern zu trotzen. Andererseits stelle ich mir genauso die Frage, wie würde das aussehen, wenn Autofahrer rote Ampeln ebenso locker ignorieren, wie das immer noch viele auf dem Rad tun.
Bei allem Ärger vergesse ich oft, wie gut Freundlichkeit tut, die ich ab und an von Menschen im Auto erlebe, und zu der ich dann selbst fähig bin, insbesondere gegenüber Fußgängern. Für mich ist dieser Artikel ein Anstoß diese Seite an mir zu verstärken. Etwas mehr Gelassenheit ist nicht nur gut für die anderen, sondern auch für mich selbst. Gleichzeitig erwarte ich jedoch, dass die Einhaltung der Regeln im Straßenverkehr konsequenter überwacht werden, auch in den Stadtteilen jenseits der City.
Peter Donath
Dieser Artikel hat mich wirklich getroffen – und ich habe mich in mehr als einer Situation darin wiedererkannt. Als jemand, der regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist, kenne ich sowohl den Frust über rücksichtsloses Verhalten als auch die ehrliche Selbstreflexion: Bin ich selbst immer so vorbildlich, wie ich es von anderen erwarte?
Joachim Schirrmacher bringt es auf den Punkt: Es geht nicht nur um Infrastruktur oder Regelkenntnis, sondern um Haltung. Der Gedanke, dass auf der anderen Seite immer ein Mensch mit eigenen Sorgen und Fehlern sitzt, ist so simpel wie wirkungsvoll.
Vielen Dank für diesen Denkanstoß. Ich werde versuchen, künftig weniger zu urteilen und mehr auf andere zuzugehen – auf der Straße und anderswo.
Karsten Schröder














