rechts: Der kleine schwarze Kegel über der Ampel sorgt für die Erkennung. Die Radfahrerin macht es richtig und stellt sich mittig an die Haltelinie.
Ansgar Hegerfeld (3)
Sinnige Sensoren
Wie Ampeln Fahrräder erkennen – oder auch nicht
In Frankfurt gibt es viele verschiedene Ampel-Arten, die auch den Radverkehr erkennen und anschließend auf Grün schalten sollen. Das funktioniert meistens gut, manchmal aber auch nicht. Die fehlende Erkennung kann aber einfach gemeldet werden, in der Regel werden diese Hinweise zügig bearbeitet. Viele Ampeln laufen aber auch noch nach einem fest programmierten Plan und lassen sich nicht von Warteschlangen, egal ob motorisiert oder nicht, aus der Ruhe bringen. Diese lassen wir hier außen vor.

Ob man von einer Ampel mit dynamischem Programm erfolgreich erkannt wurde, weiß man bei den meisten Anlagen leider nicht. Die Ausnahme sind Ampeln mit runden schwarzen Kameras: Leuchtet die integrierte Lampe beim Anfahren an die Ampel rot auf, hat die Erkennung funktioniert. Bleibt sie dunkel, sollte die Ampel als defekt gemeldet werden (siehe Infokasten). Manchmal sind die Kameras nach einigen Jahren nicht mehr so exakt ausgerichtet oder nicht auf Radfahrende optimiert, so dass sie diese nicht (mehr) erkennen. Leider gibt es auch hier verschiedene Modelle (mit und ohne Anzeige), so dass Meldungen von Defekten im Zweifel auf gut Glück erfolgen müssen.
Bei Ampeln mit Kontaktschleifen ist es ähnlich: Dort gibt es generell keine Anzeige, ob man erkannt wurde oder nicht. Und da die einprogrammierten Wartezeiten nicht öffentlich sind, weiß man nicht, ob man planmäßig einfach sehr lange warten muss oder ob die Kontaktschleife falsch eingestellt ist und man deswegen gar nicht erkannt wird. Manchmal hilft es, eine Person mit Auto heranzuwinken, um sich auf die Kontaktschleife zu stellen. Wenn es dann zügig grün wird, sollte die Kontaktschleife als defekt gemeldet werden. Soweit wir wissen, sollen alle Kontaktschleifen in Frankfurt auch Fahrräder erkennen. Wichtig ist, dass die Kontaktschleife (im Bild grün eingekreist) auch wirklich überfahren wird und man nicht seitlich von ihr anhält. An manchen Kreuzungen gibt es sogar beide Varianten. So oder so gilt: am besten nicht ganz am Rand fahren und über die sichtbaren Kontaktschleifen fahren.
Die Kontaktschleifen erkennen nur metallische Gegenstände. Wer ein Rad mit Carbonrahmen und Carbon-Laufrädern fährt, hat hier also Pech gehabt. Auch hierfür gibt es laut Dr. Dietmar Kettler (Rechtsanwalt, Autor „Recht für Radfahrer“) eine Lösung: Wenn die Ampel auch nach drei Umläufen für den restlichen Verkehr oder 3 – 5 Minuten Wartezeit nicht grün wird, kann man von einer defekten Ampel ausgehen und die Kreuzung mit „größter Vorsicht“ bei rot überqueren.
Defekte Ampeln melden
Auch wenn oft unklar ist, ob ein Defekt vorliegt oder die Ampelschaltung nur auf den Kraftverkehr ausgerichtet wurde, lohnt sich eine Meldung. Im Zweifel bekommt die Verwaltung so eine Rückmeldung, dass gewisse Ampeln schlecht geschaltet sind. Am besten mit Foto melden, damit die gemeldete Ampel eindeutig zu erkennen ist. Während der ohnehin sehr langen Wartezeit vor Ort bleibt dafür ausreichend viel Zeit. Das Foto kann anschließend über den Mängelmelder der Stadt Frankfurt hochgeladen werden und beschleunigt damit die Fehlersuche: ffm.de/de/maengelmelder














