Ausgabe 5/1999   Sep. / Okt.


Die schönsten Radtouren auf Rügen

Gleich einem großen Tintenklecks breitet sich Rügen vor der vorpommerschen Küste aus. Breite Sandstrände, ausgedehnte Dünenkiefernwälder, Geröllfelder aus Feuerstein, steile Hochufer aus Lehm und Kreide, schilfumsäumte Bodden und stille Seen, prächtige Buchen- und Eichenwälder, Salzwiesen und Moore, weitläufige Felder und Weiden - das alles bietet die Rügener Landschaft auf 926 Quadratkilometern.

Der Reiz der großflächig unter Naturschutz gestellten Insel liegt jedoch nicht nur in ihrer landschaftlichen Vielfalt. Zu den kulturellen Höhepunkten zählen die mittelalterlichen, reich ausgestatteten Dorfkirchen, die herrschaftlichen Landsitze, mondäne Seebäder und heimelige, weltabgeschiedene Dörfer.

Rügen gilt als Radlerparadies. In den letzten Jahren sind zahlreiche Wege als Radwege ausgewiesen und beschildert worden, weitere werden folgen und die Insel schließlich mit einem Netz sicherer Radwege überziehen. Bis auf wenige Ausnahmen existieren keine asphaltierten Radwege, und auch in Zukunft ist mit ihnen nicht zu rechnen, denn im entstehenden Naturpark Rügen soll auf landschaftsversiegelnde Fahrbahnbeläge verzichtet werden. Schotter, Sand, Erde, aber auch Betonplatten sind und bleiben daher die vorherrschenden Materialien.

Beim Zusammenstellen der Radtour sollte beachtet werden, daß Rügen zum großen Teil hügelig ist und, insbesondere im Westen, ein starker Wind blasen kann.

Im vorliegenden Radreiseführer werden 11 Tagestouren vorgestellt, die zwischen 20 und 57 km lang sind. Alle Start- und Zielpunkte sind mit Bahn und Bus erreichbar. (Im Sommer gibt’s Fahrradbusse!) Einzelne Tourenabschnitte lassen sich zu einer 265 km langen Rundtour durch Rügen verknüpfen, für die man sich mindestens 5 Tage Zeit nehmen sollte. Noch ein Tip: Nicht im Juli/August fahren, denn da gestaltet sich die Quartiersuche schwierig.

Zu jeder Tour gibt es eine exakte Wegbeschreibung in Text und detaillierte Kartenabschnitte, dazu ausführliche Informationen zu Sehens- und Erlebenswertem. Zu Beginn finden wir einen Infokasten mit allerlei Wichtigem, wie z.B.
An- und Abreise, Kartenmaterial, Streckenlänge, Höhenmeter, Wegebeschaffenheit, Sehenswürdigkeiten, Fremdenverkehrsämter sowie Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen Touren.

Dann folgt eine übersichtliche Wegweisungstabelle mit Streckenführung in Kurzform (fortlaufend kilometriert) mit Sehenswürdigkeiten und markanten Streckenpunkten. Die beiden letzteren sind verschiedenfarbig numeriert und hervorgehoben, was man in den Karten sowie auch im ausführlichen Text wiederfinden kann. Dazu ein Tip des Autors: Wegweisungstabelle kopieren und stets griffbereit halten, so daß man sich auf der Tour schnell und sicher orientieren kann. Als zusätzliches Kartenmaterial ist empfehlenswert: Radwanderkarte Rügen 1 : 50.000, RV-Verlag oder Fahrradkarte Rügen 1 : 75.000, Verlag Grünes Herz.

Dieser Radwanderführer läßt in meinen Augen nichts zu wünschen übrig. Er informiert ausführlich, nicht nur über die altbekannten Inselhöhepunkte, sondern auch über die stillen Winkel, in denen die Entwicklungen stehengeblieben zu sein scheint, und wohin sich nur selten ein Tourist verirrt.

Die schönsten Radtouren auf Rügen, BVA 1998 — DM 22,80

Gisela Schill

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