Ausgabe 3/2000   Mai / Jun.


Zufriedenheit der Radfahrer mit den Verkehrsbedingungen in ihrer Stadt

Eine Umfrage des ADFC Bad Vilbel im Jahr 1999

Im Laufe des Jahres 1999 führte unser Ortsverband an verschiedenen Orten in Bad Vilbel eine Umfrage unter Radbenutzer/innen durch. Nun liegt die Auswertung dieser Aktion vor. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Die Anstrengungen der Stadt bezüglich des Radverkehrs stoßen generell auf große Resonanz, die sich in reger Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel zeigt. Natürlich spielen dabei auch die überfüllten Straßen eine Rolle, die das Fahrrad zum schnelleren Verkehrsmittel machen.

Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, die das Fahrrad überdurchschnittlich intensiv nutzen, müssen bei Planungen der Stadt besonders berücksichtigt werden.

Die Beschaffenheit der Radwege stößt im Gegensatz zu den Orientierungshilfen im Radwegenetz auf große Unzufriedenheit und daher ist diesbezügliche Abhilfe zur Erhöhung der Attraktivität des Radfahrens unbedingt notwendig. Ein vorhandener Radwegeplan erfordert eben auch Radwegepflege.

Bei der Einrichtung und Unterhaltung von Baustellen sollte dem Radverkehr stärkere Beachtung beigemessen werden, da dessen Gefährdung ungleich größer ist als die des PKW- oder LKW-Verkehrs.

Die hohe Akzeptanz des Fahrrades erfordert – gerade im Vergleich mit dem geringer ausgeprägten Sicherheitsempfinden – Maßnahmen, die die Sicherheit des Radverkehrs in Bad Vilbel erhöhen:

  • Die Diebstahlsicherheit ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für den regelmäßigen Gebrauch des Fahrrades. Ein breiteres Angebot diebstahlsicherer Abstellanlagen würde für eine große Zahl der Radfahrer wirksame Anreize zur intensiveren Nutzung des Rades schaffen.

  • Eine konkrete Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit an den vorhandenen Abstellplätzen ist die Bewachung oder die Aufstellung vermietbarer, abschließbarer Boxen im Nahbereich der S-Bahnstationen.

Der schmale Nidda-Uferweg ist eine Hauptverkehrsader für Radfahrer innerhalb Bad Vilbels ebenso wie für Radtouristen, die überörtlich unterwegs sind. Diese Hauptverkehrsader bedarf einer dringenden Entlastung!

Zur Entlastung des Nidda-Uferwegs schlägt der ADFC der Stadt folgende Möglichkeiten zur Prüfung vor:

  • Einrichtung der Frankfurter Straße als Radfahrstraße, auf der Radfahrer Vorrang vor dem motorisierten Verkehr haben,

  • Erhöhung der Attraktivität des parallel zum Nidda-Uferweg verlaufenden Fußgängerwegs,

  • deutlich sichtbare Warnhinweise für Radfahrer und Fußgänger an Uferweg-Brennpunkten.

Was die Verkehrsführung an der Frankfurter Straße angeht, so sieht sich die Mehrheit der Bad Vilbeler Radfahrer bei der Vertretung ihrer Interessen im Stadtparlament nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Radverkehrsführung im Kreisel eingangs des Innenstadt-Kernbereichs birgt Gefahren für Radfahrer und für alle übrigen Verkehrsteilnehmer. Die ausgewiesene Radspur wird wenig genutzt, und dies häufig, weil die Nutzungspflicht gar nicht bekannt ist. Hier besteht Veränderungsbedarf.

Denkbar ist zum Beispiel die Befahrung des Kreisels über den derzeit nur für Kraftfahrzeuge frei gegebenen Fahrbahnbereich. Sie wäre (1.) ungefährlicher für den Fußgänger, (2.) ungefährlicher für den Radfahrer, (3.) übersichtlicher für den Autofahrer und (4.) dem Verkehrsfluss insgesamt förderlicher.

Der ADFC fordert die Verkehrsplanung auf, die zahlreich geäußerten Ideen und Wünsche der Befragten ernst zu nehmen und sorgfältig zu prüfen. Er bietet der Stadt seine Mitarbeit an, zum Beispiel bei Aktionen zur Pflege der Radwege oder bei einer Werbeaktion zur Förderung der Sicherheit auf dem Nidda-Uferweg.

Gez. Dr. Ute Gräber-Seißinger, Harald Wysk, ADFC Bad Vilbel

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