Ausgabe 3/2000   Mai / Jun.


Schwuppdiwupp zum Zweiten

Auch an der Hauptwache ist ein Radstreifen verschwunden

Den wenigsten ist es bis jetzt aufgefallen. Sie haben sich vielleicht im Vorbeiradeln gewundert, dass die Taxis an der Hauptwache sich in jüngster Zeit wieder stärker breit machen als gewohnt auf dem abmarkierten Streifen zwischen Katharinenkirche und Kaufhof, den Sie immer noch für einen Radstreifen halten, weil es doch die ganze Zeit ein Radstreifen war.

Sie stehen, wie schon einmal vor zwei Jahren, bis an die Fußgängerampel, lassen in diesen warmen Tagen die Fahrertüren weit offen stehen, und wenn es ihnen im Auto zu warm wird, dann stehen sie schon mal in Gruppen neben ihren Fahrzeugen, auf der Fahrerseite natürlich, schließlich muss man bei Bedarf schnell einsteigen können.

Das haben sie auch schon in früheren Sommern gemacht, nun aber dürfen sie es sogar, denn das Radwegeschild an der Katharinenkirche ist weg, auf wundersame Art verschwunden. Was ist passiert?

Nach Auskunft des zuständigen Bezirksleiters in der Straßenverkehrsbehörde gibt es keinen Grund zur Aufregung. Es sei keineswegs geplant, den Radstreifen zu beseitigen (wie es die Taxivereinigung vor einiger Zeit gefordert hatte). Er werde nur weiter in die Fahrbahn hinein verlagert, damit ausreichend Platz entsteht für den Taxihalteplatz. Nun ja, es wäre natürlich besser gewesen, erst den Radstreifen zu verlegen und dann den Taxis zu erlauben vorzurücken, das sieht auch der zuständige Mann im Straßenbauamt ein – immerhin!

Nun müssen halt die Radfahrer noch ein bisschen mehr aufpassen, damit sie nicht unter die Räder kommen, bis die Verwaltung die Sache auf die Reihe gebracht hat. Nein, er könne nicht sagen, wann die neue Markierung aufgebracht werde, meint der Mann vom Straßenbauamt.

Immerhin ist ein Ortstermin vereinbart, das gibt Hoffnung, dass er bald wieder auftaucht neben den Taxikarossen, der verschwundene Radstreifen. Dann gibt es sicher auch wieder ein blaues Radwegeschild an der Katharinenkirche.

Ach ja – verschwunden ist auch der Motorradparkplatz auf der anderen Seite der Taxireihe am Rand der Fußgängerzone. Das Ganze war säuberlich abgepollert, wie sich das gehört, schön gleichmäßig mit 50 Zentimeter Abstand von der Straße. Pech für die Taxifahrer und ihre Fahrgäste, denn die bekamen die Türen nicht auf, wenn die Fahrzeuge sauber am rechten Rand hielten. Pech für die Radfahrer, denn zum Ausgleich hielten die Taxis die ganzen Jahre einfach weiter links – auf dem Radstreifen!

Das Straßenbauamt hat die alte Haltebucht, in der die Motorräder parkten, sauber aufgefüllt, die Lücke im teuren Pflaster fachgerecht beigeflickt und die Poller wieder montiert – schön sauber 50 Zentimeter von der Bordsteinkante. Wenn nicht noch irgendjemand dafür sorgt, dass die Poller soweit zurückverlegt werden, dass die Taxitüren auch dann aufgehen, wenn die Taxis an der Bordsteinkante halten, dürfte auch für die nächsten Jahre klar sein, wo die Taxis halten – auf dem hoffentlich bald neu markierten Radstreifen.

Sie finden das überhaupt nicht lustig? Dann sind Sie sicher regelmäßig an der Hauptwache mit dem Fahrrad unterwegs. Wie wäre es, wenn Sie die zuständigen Ämter an Ihren Erfahrungen teilhaben ließen?

Fritz Biel

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